„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Müll umhüllt von Müll

Jeder Deutsche produziert pro Jahr rund 213 Kilogramm Müll. Etwa zwei Drittel davon sind Verpackungsmüll. Einfach alles muss heutzutage verpackt sein. Das meiste Obst liegt in einer Plastik- oder Pappschale und ist dann nochmal von einer Plastikfolie umhüllt. Pakete aus dem Internet sind riesengroß, der Inhalt aber winzig. Chipsverpackungen versprechen viel, sind aber meistens voll leerer Luft. Die Liste könnte ewig so weitergehen. Dieser Verpackungswahn ist schlecht für das Klima und für unseren Geldbeutel, denn viel für wenig zu zahlen rechnet sich einfach nicht. Teilweise sind Verpackungen nicht zwingend erforderlich, es sieht einfach in der Auslage besser aus. Sowohl die Produktion der Verpackungen als auch der Transport und die Entsorgung belasten die Umwelt.

Das nächste Problem: Uns ist die Handhabung oft wichtiger als der Ressourcenschutz. Ein Milchbeutel würde zum Beispiel im Gegensatz zu einem Tetrapack den Müll um ein Mehrfaches reduzieren. Trotzdem findet die Mehrheit die Kartons praktischer. Die Macht ist mit uns. Wir allein entscheiden, was wir kaufen und können den Herstellern so eine Nachricht schicken.  

Auf der Ölspur

Nicht nur die Nuss-Nougat-Creme wird durch Palmöl geschmeidig gemacht. Margarine, Eis, Kekse, Pizza, Schokolade, Kerzen, Reinigungsmittel, Kosmetik, … der billige Rohstoff ist in etwa der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Ein öliger Teufelskreis: Günstige Produkte, größere Nachfrage, mehr Regenwaldrodung. Denn die so begehrten Ölpalmen brauchen das feuchte und warme Regenwaldklima.

Apropos Klima: Um Ölpalmen anzubauen, werden Wälder brandgerodet. Während der Brände werden in wenigen Wochen so viele Treibhausgase ausgesetzt wie Deutschland in einem ganzen Jahr nicht produziert. In Kombination mit Düngemitteln, Pestiziden, Ernte, Transport und weiteren Arbeitsschritten ist die Beschaffung von Palmöl vergleichbar mit einem nie enden wollenden Horrorfilm. Einfach grausam.

Wir sind faul

Mal eben zum Bäcker mit dem Auto, dann bleiben die Brötchen wenigstens warm. Morgens vermeintlich schneller zur Arbeit kommen. Lieber zum Fitness-Studio fahren und dann erst mit dem Laufen anfangen …

50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland sind weniger als sechs Kilometer lang. Kurzstrecken kosten uns oft mehr Zeit, richtig viel Benzin und vor allem ein gutes Klima. Laut Umweltbundesamt belastet durchschnittlich jeder von uns durch seine Mobilität das Klima mit zwei Tonnen CO2 jährlich. Wie kommt das? Wir sind nicht gut zu Fuß: täglich werden nur zirka 600 Meter mit den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Auch das Fahrrad nutzen wir lediglich für einen kleinen Kilometer. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn wir wenigstens 1.200 Meter zu Fuß und zwei Kilometer mit dem Rad fahren, ersparen wir der Atmosphäre 5,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr – das entspricht einer Jahresleistung von zirka einer halben Million Bäume. Worauf warten wir noch? Loslaufen.

Rasende Verschmutzung

Amerika ist vielleicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber Deutschland ist das Land der unbegrenzten Geschwindigkeit. Auf der Autobahn kann man endlich mal alles aus seinem Auto rausholen und einfach Gas geben. Aber ist es diese „Freiheit“ wert?

Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Spritverbrauch (also auch mehr Kosten), desto höher der CO2-Ausstoß. Etwa 20 Prozent der Luftverschmutzung durch Kohlendioxid kommt durch den Straßenverkehr. Wenn jeder ein bisschen vom Gas geht, können wir damit schon Millionen Tonnen einsparen. Und seien wir mal ehrlich: Wie frei ist man denn wirklich auf der Autobahn, wenn man die meiste Zeit im Stau steht, für andere Fahrer abbremsen muss oder durch Baustellen fährt? Eben. Also am besten runter vom Gas und ein paar Schadstoffe weniger ablassen.

Klima auf Stand-by / PC

Mancher Computer läuft und läuft… und zwar aus Bequemlichkeit. Warum ihn überhaupt runterfahren, wenn er am nächsten Morgen wieder benötigt wird? Also laufen die Geräte in einer Art Bereitschaftsmodus weiter – die ganze Nacht, Stunde um Stunde. Dabei entstehen durch den Stromverbrauch von Netzteilen, Stromkreisen, Displays und Co sogenannte „Stand-by-Verluste“. Der Computer ist übrigens nur einer dieser Stand-by-Diebe. Auch im privaten siegt der „praktische Ruhemodus“, z. B. beim WLAN-Router und dem Fernseher. Alle „Verluste“ zusammen ergeben eine enorme Menge an unnötig verbrauchtem Strom.   


Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Noch zu retten?

Immer dem neuesten Trend folgen. Sachen ein paar Mal anziehen und dann wegschmeißen. Wir leben in der Welt von „Fast Fashion“ und denken dabei nicht daran, dass jedes neue Teil, das wir uns anschaffen, auch ganz schnell unser Klima schädigt. Die Deutschen besitzen 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, davon werden nur 40 Prozent getragen. Bei Schuhen wird das noch deutlicher. Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. Sachen reparieren? Viel zu aufwendig. Und die neuen Sachen viel zu günstig. Die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Dabei kosten uns die Arbeitsschritte und Transportwege einer Jeans alleine schon 23,5 Kilogramm CO2 – je Jeans. Genauso viel stößt ein Auto auf einer 150 Kilometer langen Strecke aus.

Und es hört auch nicht bei Kleidung auf. Es muss auch das neueste Smartphone sein, der Toaster wird nicht repariert und der Fernseher schon gar nicht. Viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist, landen also einfach auf dem Müll. Die Gewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann.

Schmutzige Wäsche

Mit jedem Waschgang können wir zum Klimaschutz beitragen und natürliche Ressourcen schonen. Dafür müssen wir nicht einmal auf das Waschbrett umsteigen und den nächsten Bach suchen, sondern beim Waschen nur ein paar Dinge beachten. Etwa 80 Prozent der gesamten Umweltbelastungen, die durch eine Waschmaschine verursacht werden, entstehen während ihres Gebrauchs. Natürlich kommen auch Herstellung, Transport etc. dazu, aber tatsächlich müssen wir bei uns zu Hause ansetzen.

Zum Beispiel indem wir die Trommel auch wirklich voll machen, sonst haben wir den gleichen Wasser- und Energieverbrauch für wesentlich weniger Klamotten. Es müssen auch nicht immer die hohen Gradzahlen sein, um den Schmutz zu beseitigen. Das 40 °C-Programm spart etwa 35 bis 40 Prozent Energie gegenüber dem Waschprogramm mit  60 °C  ein. Der Verzicht auf die Vorwäsche führt außerdem zu weniger Wasser, das erhitzt werden muss. Und zum Schluss: die Wäsche gut durchschleudern. Denn es braucht hundert Mal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen, als durch Schleudern. Also dann: Frohes Waschen! 

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Im Druckerwahn

Der Drucker läuft und läuft. Fast keine Dokumente sind sicher und der Papiermüll stapelt sich, besonders im Büro. Pro Tag verbraucht jeder Deutsche die Papiermenge eines Harry-Potter-Buchs – ausgedruckte E-Mails und andere Dokumente sind ein großer Teil davon.

Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet. Das Schlimmste: viele davon werden vollkommen umsonst gefällt. Sechs Prozent der ausgedruckten Papiere landen ungelesen im Papierkorb – wenn der Müll überhaupt getrennt wird. Diese ungelesenen Ausdrucke, die keinerlei Zweck erfüllen, sorgen trotzdem für einen Stromverbrauch von zehn Milliarden Kilowattstunden und mehr als 655.000 Tonnen CO2-Emissionen. Wann hört diese Druckermanie endlich auf? Wann begreifen wir endlich, dass wir von den Bäumen abhängig sind? Denken vor dem Drucken, aber richtig!

Mein Schatz

Knister. Peng. Rauch. Das Gerät hat den Geist aufgegeben. Wohin damit? In den Keller oder auf den Dachboden? Voll. Zum Elektrohof oder zum Händler bringen? Aufwendig. Also ab in den Hausmüll, wird schon irgendwann auf dem richtigen Müllhaufen landen. Falsch gedacht. Durch Elektroschrott, der nicht sachgerecht recycelt wird, gelangen unzählige Giftstoffe in den Boden. Außerdem verschwenden wir mit jedem Produkt mit einer Batterie oder einem Stecker, das wir auf den Müll werfen, wertvolle Ressourcen.

Obwohl es in Deutschland seit 2015 ein Entsorgungsgesetz für Elektroschrott gibt, das genau das verhindern soll, wird trotzdem dreimal so viel Elektronik verkauft als auf den Erfassungsstellen landet. Da kann man auch gleich einen Schatz vergraben, den man gerade erst gefunden hat. Rohstoffe, wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym landen nämlich auch im Hausmüll und können nicht recycelt und zurückgewonnen werden. Behandeln wir unseren Elektroschrott also lieber wie einen Schatz.

Verpackung kann an vielen Stellen vermieden werden. Wenn ich einkaufe, zählt weniger ist mehr.
Ich verzichte bewusst auf Produkte mit Palmöl. Der Geschmack rechtfertigt nicht den Verlust der Regenwälder.
Mich bringen die Öffis, mein Fahrrad oder meine zwei Beine ans Ziel. Das hält fit und schont das Klima.
Ich fahre so, dass ich möglichst wenig verbrauche. Dauert nicht viel länger, schont Geldbeutel, Nerven und Klima.
Unnötig Strom verbrauchen kommt nicht in Frage. Geräte, die ich nicht nutze, kann ich auch komplett ausschalten. Das spart nicht nur Kosten. Sicherer ist es auch noch.
Für neue Sachen wird viel Aufwand betrieben. Vor allem vom Klima. Ich flicke und repariere, wo ich kann.
Ich investiere lieber ein bisschen mehr in meine Waschmaschine, damit ich weniger Wasser verbrauche.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Ich überlege dreimal, ob ich etwas drucke oder nicht. Meistens ist es unnötig.
Elektromüll gehört auch ordentlich entsorgt. Finde ich nicht zu viel verlangt.
Wenn mein Toaster den Geist aufgibt, kommt er auf die Straße und wird von der Müllabfuhr abgeholt. Ganz einfach.
Ob ich darüber nachdenke, bevor ich etwas ausdrucke? Warum sollte ich?
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Bei meiner Waschmaschine auf den Wasserverbrauch achten? Ich glaube, da habe ich Besseres zu tun.
Neu ist immer besser. Ich will im Trend liegen und nicht jahrelang das gleiche Zeug an der Backe haben.
Meinen Computer nach Arbeitsende herunterfahren? Finde ich überflüssig. Der Stromspar-Modus muss reichen, denn so muss ich am nächsten Morgen nicht so lang warten bis er wieder hochgefahren ist.
Bei freigegebener Geschwindigkeit fahre ich auch schnell, dafür gibt es das schließlich.
Klar fahr' ich Kurzstrecken mit dem Auto. Ganz ehrlich, dafür hab' ich doch eins.
Ich genieße jeden cremigen Palmöl-Löffel Nuss-Nougat-Creme. Einfach lecker.
Ob ich darauf achte, wie die Sachen, die ich einkaufe, verpackt sind? Nein.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.