„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Zahlen für Einsamkeit

Hier kommt ein Rechenbeispiel, das selbst Mathehasser lieben werden: Ein Auto mit zwei Personen benötigt für die gleiche Strecke nur halb so viel Sprit, wie zwei Autos mit je einer Person. Im Vergleich zum 1.000 Kilogramm schweren Auto fallen Personen einfach nicht ins Gewicht (es sei denn, man ist mit einer Horde Sumo Ringer unterwegs). Mit Mitfahrgelegenheiten sparen wir also richtig viel – und verringern die schädlichen Emissionen deutlich.

Über 60 Prozent der täglichen Wege von und zur Arbeitsstelle werden mit dem Pkw zurückgelegt. Aber das Verhältnis von Mitfahrern zu Fahrer liegt nur bei etwa 1:13. Damit machen wir uns selbst das Leben schwer und müssen uns mit hohen Betriebskosten, Staus im Berufsverkehr, Zeitverlust, Parkplatzsuche am Zielort und nicht zuletzt, mehr als dicker Luft zufrieden geben.

Was für eine Flasche

Getränke brauchen ein Behältnis. Aber was für eins? Mehrwegsysteme sind grundsätzlich umweltfreundlicher als Einwegsysteme, da die Flaschen vielfach gespült und wiederverwendet werden und einen Beitrag zur Schonung begrenzter Ressourcen leisten. Noch besser als nur Mehrweg, ist Mehrweg aus der Region. Ein kürzerer Weg ins Regal heißt gleichzeitig auch weniger CO2-Ausstoß. Wer überfordert vor dem Getränkeregal steht, setzt am besten auf Mehrwegflaschen aus Plastik (PET). Die Flaschen sind leichter als Glasflaschen und sorgen dadurch für weniger Transportemissionen. Durch ihre lange Lebensdauer sind aber auch Glas-Mehrwegsysteme um ein Vielfaches besser als Einwegflaschen. Am Ende ist es doch so einfach: Beim Getränkekauf auf Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas aus der Region setzen, Flaschen zu Hause sammeln und zum Supermarkt bringen. Oder einfach gleich das Schleppen sparen und Wasser aus der Leitung trinken.

Klima auf Stand-by / PC

Mancher Computer läuft und läuft… und zwar aus Bequemlichkeit. Warum ihn überhaupt runterfahren, wenn er am nächsten Morgen wieder benötigt wird? Also laufen die Geräte in einer Art Bereitschaftsmodus weiter – die ganze Nacht, Stunde um Stunde. Dabei entstehen durch den Stromverbrauch von Netzteilen, Stromkreisen, Displays und Co sogenannte „Stand-by-Verluste“. Der Computer ist übrigens nur einer dieser Stand-by-Diebe. Auch im privaten siegt der „praktische Ruhemodus“, z. B. beim WLAN-Router und dem Fernseher. Alle „Verluste“ zusammen ergeben eine enorme Menge an unnötig verbrauchtem Strom.   


Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Weckruf

Für Kaffee müssen Bäume sterben. Noch nie gehört? Von den 50 Ländern mit den höchsten Entwaldungsraten, produzieren 37 Kaffee. Der Grund dafür sind wieder einmal wir. Und natürlich unsere Lust auf Kaffee. Durch die hohe Nachfrage wechseln viele Produzenten vom traditionellen Schattenanbau zum Plantagenanbau in Monokulturen. Damit die Kulturen angelegt werden können, müssen zuerst die Bäume weichen – die stehen leider im Weg.

Wir alle wissen, wie wichtig Bäume für unser Klima sind, zusätzlich kommen beim Massenanbau Pestizide und Herbizide zum Einsatz. Diese chemischen Substanzen lassen andere Pflanzen erkranken und die Bodenerosion zunehmen. Schon in wenigen Jahren schlägt das Klima zurück. Durch die Folgen des Klimawandels werden immer mehr Anbaugebiete für Kaffee verschwinden. Und wie werden wir dann morgens wach?

Möbelparadies?

Die großen Möbelhäuser unterbieten sich gegenseitig mit billigen Möbelpreisen. Und wir nehmen das Angebot nur zu gerne an. Dem Preis können wir am Ende einfach nicht widerstehen. Aber was holen wir uns da in unser Heim? Schließlich nutzen wir Möbel täglich. Gerade die Produktion von Möbeln aus Kunststoff kostet viel Energie. Zum Beispiel werden für die synthetisch erzeugten Stoffe Rohöl oder Erdöl verwendet. Beide Erzfeinde vom Klima. Auch bei der Entsorgung werden Treibhausgase wie CO2 freigesetzt.

Was also tun? Wir müssen ja auf irgendetwas sitzen und schlafen. Die Alternative heißt Holz. Hier ist es aber wichtig auf Holz aus nachhaltigem, kontrolliertem Anbau zu achten. Denn wenn die Möbel zum Beispiel aus Tropenholz sind, für dessen Gewinnung Regenwald abgeholzt wurde, ist es vom Schaden für das Klima vergleichbar mit Möbeln aus Kunststoff. Deswegen braucht es die nachhaltig und verantwortungsvoll betriebene Forstwirtschaft. Es wird nicht mehr Holz angebaut als letztlich verwendet wird. Man erkennt diese Möbel an dem FSC-Logo, einem Gütesiegel, welches auf der Verpackung und häufig auch direkt auf den Möbeln angebracht ist. Die richtigen Möbel wählen und damit nachts gut schlafen.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Wir sind faul

Mal eben zum Bäcker mit dem Auto, dann bleiben die Brötchen wenigstens warm. Morgens vermeintlich schneller zur Arbeit kommen. Lieber zum Fitness-Studio fahren und dann erst mit dem Laufen anfangen …

50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland sind weniger als sechs Kilometer lang. Kurzstrecken kosten uns oft mehr Zeit, richtig viel Benzin und vor allem ein gutes Klima. Laut Umweltbundesamt belastet durchschnittlich jeder von uns durch seine Mobilität das Klima mit zwei Tonnen CO2 jährlich. Wie kommt das? Wir sind nicht gut zu Fuß: täglich werden nur zirka 600 Meter mit den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Auch das Fahrrad nutzen wir lediglich für einen kleinen Kilometer. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn wir wenigstens 1.200 Meter zu Fuß und zwei Kilometer mit dem Rad fahren, ersparen wir der Atmosphäre 5,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr – das entspricht einer Jahresleistung von zirka einer halben Million Bäume. Worauf warten wir noch? Loslaufen.

Mehr Tickets, weniger Bäume

Kino-Tickets, Konzert-Tickets, Bahn-Tickets, Flug-Tickets,… bei unzähligen, für uns alltäglichen Dingen verbrauchen wir jede Menge Papier. Die Sachen schwarz auf weiß zu haben, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Das Klima würde sich allerdings weitaus mehr über digitale Tickets freuen. Die haben schließlich die gleiche Gültigkeit, aber ohne dass dafür ein einziger Baum gefällt wird. Denn alleine für die Online-Tickets der Bahn (das PDF ist 3 Seiten lang) werden jeden Monat bis zu 4,6 Millionen Seiten ausgedruckt. Nur ein kleiner Anteil schwingt auf das Handy-Ticket um, da der Anmeldeprozess ihnen häufig zu aufwendig ist. In einer Emnid-Umfrage zum kompletten Umschwung auf digitale Bahn-Tickets sprachen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus.

Was bleibt, sind riesige Papierberge, die im Müll landen. Um die zu reduzieren, sollten wir, wann immer es möglich ist, auf digitale Tickets umschwenken. Oft reicht es sogar, das gebuchte Ticket auf dem Smartphone vorzuzeigen, da der Code per Scanner gelesen werden kann, egal ob der auf Papier oder einem Bildschirm steht. Wer unsicher ist: einfach vorher beim Anbieter anrufen und nachfragen.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Unter die Haut

Einige von uns achten vielleicht schon darauf öfter mal auf Fleisch zu verzichten. Denn mittlerweile ist klar: Massentierhaltung ist nicht nur eine Qual für die Tiere, sondern auch für das Klima und damit für uns. Aber was ist mit unseren Klamotten, unseren Schuhen, unseren Möbeln. Vieles davon wird aus Leder hergestellt und fällt dadurch in dieselbe Kategorie, wie Fleisch essen. 1,8 Milliarden Quadratmeter Leder werden weltweit jedes Jahr produziert. Damit ließe sich zweimal Berlin pflastern. Eigentlich ist Leder sogar noch schlimmer als Fleischkonsum, denn das Weichen, Beizen und Gerben des Materials geschieht mithilfe von extrem aggressivem Material. Die Tierwirtschaft verursacht 18 Prozent mehr Emissionen als der globale Verkehr. Zusätzlich werden Bäume gefällt, um Platz für das Weideland zu schaffen. Laut einer Studie ist die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrie zusammen.

Aber es gibt auch Alternativen. Die Offensichtlichste: auf Leder verzichten und stattdessen auf andere Materialen setzen. Wer das nicht möchte oder kann sollte zumindest nur pflanzlich gegerbtes und nachhaltiges Leder nehmen. Hier wird darauf geachtet Früchte und Rinden zu verwenden die nachwachsen. Auch Rhabarberwurzeln oder Olivenblätter sind geeignet. Zu erkennen ist dieses Leder am Etikett. Bei der nächsten Shopping-Tour einfach bewusst machen, was man mit billigem Leder den Tieren, dem Klima und nicht zuletzt sich selbst antut.

Keine Mitfahrgelegenheit zu nutzen, ist ziemlich dumm. Weniger Autos heißt weniger CO2, Stau und Verbrauch.
Ich muss eh zum Supermarkt und dann kommen halt noch ein paar Flaschen mit. Wo ist das Problem?
Unnötig Strom verbrauchen kommt nicht in Frage. Geräte, die ich nicht nutze, kann ich auch komplett ausschalten. Das spart nicht nur Kosten. Sicherer ist es auch noch.
Ich zahle lieber ein paar Euro mehr für den richtigen Anbau und sorge dafür, dass weniger Bäume gerodet werden. Gutes Gewissen inklusive.
Egal, wie günstig: Möbel, die mit Erdöl hergestellt wurden und giftig sind, kommen mir nicht ins Haus.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Mich bringen die Öffis, mein Fahrrad oder meine zwei Beine ans Ziel. Das hält fit und schont das Klima.
Tickets sind auf dem Smartphone besser aufgehoben – da kann ich sie nicht vergessen und muss den Müll hinterher nicht entsorgen.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Wenn überhaupt Leder, dann achte ich auf pflanzlich gegerbtes. Auf Chemikalien bei meinen Produkten kann ich verzichten.
Ich weiß nicht, wie genau Leder hergestellt wird, will es aber auch nicht wissen. Für mich muss es nur gut aussehen.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Pfff, digitale Tickets … ich will meine Sachen ausgedruckt und schwarz auf weiß. Die Mühe mit dem Smartphone mache ich mir nicht.
Klar fahr' ich Kurzstrecken mit dem Auto. Ganz ehrlich, dafür hab' ich doch eins.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Ist mir gleich, wo und wie meine Möbel produziert werden… gut aussehen sollen sie.
Kaffee soll nicht nachhaltig angebaut sein, sondern wach machen. Woher der kommt, interessiert mich nicht.
Meinen Computer nach Arbeitsende herunterfahren? Finde ich überflüssig. Der Stromspar-Modus muss reichen, denn so muss ich am nächsten Morgen nicht so lang warten bis er wieder hochgefahren ist.
Diese nervige Flaschenrückgabe im Supermarkt mache ich nicht mit. Bei mir gibt’s kein Mehrweg.
Ich will flexibel sein und kann gut und gerne auf andere Menschen und Small Talk auf dem Weg zur Arbeit verzichten.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.