„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Im Druckerwahn

Der Drucker läuft und läuft. Fast keine Dokumente sind sicher und der Papiermüll stapelt sich, besonders im Büro. Pro Tag verbraucht jeder Deutsche die Papiermenge eines Harry-Potter-Buchs – ausgedruckte E-Mails und andere Dokumente sind ein großer Teil davon.

Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet. Das Schlimmste: viele davon werden vollkommen umsonst gefällt. Sechs Prozent der ausgedruckten Papiere landen ungelesen im Papierkorb – wenn der Müll überhaupt getrennt wird. Diese ungelesenen Ausdrucke, die keinerlei Zweck erfüllen, sorgen trotzdem für einen Stromverbrauch von zehn Milliarden Kilowattstunden und mehr als 655.000 Tonnen CO2-Emissionen. Wann hört diese Druckermanie endlich auf? Wann begreifen wir endlich, dass wir von den Bäumen abhängig sind? Denken vor dem Drucken, aber richtig!

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Wasser marsch!

Nichts geht über eine heiße Dusche. Durchschnittlich duschen die Deutschen 300 Mal im Jahr. An das Klima denkt man da natürlich nicht. Tatsächlich wird aber sehr viel fossile Energie eingesetzt, um das Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Das sorgt für eine Menge CO2-Emissionen, die direkt in unserer Atmosphäre landen. Allein die Bereitstellung von warmem Wasser macht rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten aus.

Was also tun? Nicht mehr Duschen ist natürlich keine Option. Aber die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes kann viele Liter Wasser bei jeder Dusche sparen. Und wem das zu aufwendig ist: einfach nicht länger als fünf Minuten duschen. Für das richtige Timing sorgt das Lieblingslied nebenbei oder die Stoppuhr. Und wer dann noch den Hahn während des Einseifens abdreht, spart zusätzlich zehn Kilogramm CO2 im Jahr. Am Ende hat nicht nur das Klima etwas davon, sondern auch wir selbst. Denn wer schneller duscht, ist auch schneller sauber.

Abwärtsfahrt

Die Verlockung ist groß. Entweder die anstrengenden Treppen nehmen oder aber den Aufzug rufen und ganz bequem in der Kabine zum Ziel fahren. Vielleicht läuft sogar fröhliche Fahrstuhlmusik. Aber es ist nicht einfach nur eine sportliche Entscheidung. Natürlich tun die Treppen dem Körper gut und halten fit, aber Treppensteigen ist ganz nebenbei auch noch gut für das Klima. Denn mit jeder Treppe sparen wir Strom.

Beim Stromverbrauch von Aufzügen gibt es mehrere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Zum einen die Anzahl der Stockwerke, die überwunden werden, zum anderen das Gewicht der zu befördernden Personen und der Gerätetyp. So verbraucht ein Aufzug auf einer Strecke von fünf Stockwerken mit einem Erwachsenen und einem Kind an Bord zwischen 0,02 und 0,2 Kilowattstunden Strom. Ähnlich viel verbraucht ein Toaster, wenn er zehn Minuten in Betrieb ist. Es lohnt sich also auf den Aufzug zu verzichten und nach dem Treppensteigen schmeckt der Toast doppelt so gut.

Noch zu retten?

Immer dem neuesten Trend folgen. Sachen ein paar Mal anziehen und dann wegschmeißen. Wir leben in der Welt von „Fast Fashion“ und denken dabei nicht daran, dass jedes neue Teil, das wir uns anschaffen, auch ganz schnell unser Klima schädigt. Die Deutschen besitzen 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, davon werden nur 40 Prozent getragen. Bei Schuhen wird das noch deutlicher. Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. Sachen reparieren? Viel zu aufwendig. Und die neuen Sachen viel zu günstig. Die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Dabei kosten uns die Arbeitsschritte und Transportwege einer Jeans alleine schon 23,5 Kilogramm CO2 – je Jeans. Genauso viel stößt ein Auto auf einer 150 Kilometer langen Strecke aus.

Und es hört auch nicht bei Kleidung auf. Es muss auch das neueste Smartphone sein, der Toaster wird nicht repariert und der Fernseher schon gar nicht. Viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist, landen also einfach auf dem Müll. Die Gewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Jeder kennt es. Gefühlt jeder tut es. Wo man auch hinguckt, überall in unseren Städten, Parks, Grünanlagen und an Stränden lauern sie: Kippenstummel und Co. Wer hat eigentlich wann entschieden, dass die Zigarettenreste kein Müll sind? Mit einer Selbstverständlichkeit werden Filter und Rest-Tabak einfach dort hingeschmissen, wo man sich eben gerade befindet. Dabei verrotten die Reste keinesfalls, denn die Filter bestehen aus Kunststoffmikrofaser, die zusätzlich toxische Stoffe freisetzen. Diese wiederum gelangen ins Grundwasser und belasten dieses. Und nicht nur Zigarettenreste werden einfach in der Natur hinterlassen. Auch anderer Müll, wie Kaugummipapier, Taschentücher oder Reste vom Picknick werden oft rücksichtslos liegen gelassen.


Zigarettenreste sollten also, wie jeder andere Müll auch, lieber im dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgt werden als wahllos auf der Straße oder in der Natur. Wer es noch vorbildlicher machen möchte, kann sie auch nachhaltig entsorgen. Recyclingunternehmen nehmen die Stummel an und verwerten sie weiter. So entstehen neue Plastikprodukte für die kein neues Plastik produziert werden muss – das spart dann zusätzlich noch natürliche Ressourcen.

Leihgabe

Brauchen wir unsere Kamera wirklich jeden Tag? Was ist mit einem Zelt, das wir nur einmal im Jahr benutzen? Oder unsere Bücher? Die Liste könnte ewig so weiter gehen. Wir haben viele Sachen zu Hause, die andere gut gebrauchen könnten und die wir, zumindest zeitweise, gar nicht brauchen. Warum also nicht ausleihen? Alles, was wir verleihen, muss jemand anderes sich nicht neu kaufen. Dadurch ersparen wir unserem Klima eine ganze Reihe an Belastungen. Der Suchende muss nicht in unterschiedlichen Läden suchen gehen, die er vielleicht sogar mit dem Auto aufgesucht hätte. Die Produkte müssen nicht neu hergestellt werden. Alles, was während dieses Prozesses angefallen wäre fällt weg. Und das kann je nach Produkt eine ganze Menge sein. Das Objekt unserer Begierde muss nicht erst vom Herstellungsort zu uns transportiert werden. Und zu guter Letzt: da nichts Neues entstanden ist, muss es auch nicht aufwendig recycelt werden. Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass wir mehr Platz haben, wenn wir zeitweise unseren Kram verleihen.

Das Internet macht uns zudem das Verleihen ganz einfach, sodass nicht nur unsere Nachbarn oder Verwandten profitieren. Zahlreiche Plattformen stellen den Kontakt zwischen Anbieter und Suchendem ganz unkompliziert her und sorgen dafür, dass alles mit Rechten Dingen zugeht. Einfach mal kurz zu Hause umschauen. Was wird gerade nicht gebraucht und kann verliehen werden? So kann jeder mit wenig Aufwand zum Klimaschutz beitragen.

Mehr Tickets, weniger Bäume

Kino-Tickets, Konzert-Tickets, Bahn-Tickets, Flug-Tickets,… bei unzähligen, für uns alltäglichen Dingen verbrauchen wir jede Menge Papier. Die Sachen schwarz auf weiß zu haben, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Das Klima würde sich allerdings weitaus mehr über digitale Tickets freuen. Die haben schließlich die gleiche Gültigkeit, aber ohne dass dafür ein einziger Baum gefällt wird. Denn alleine für die Online-Tickets der Bahn (das PDF ist 3 Seiten lang) werden jeden Monat bis zu 4,6 Millionen Seiten ausgedruckt. Nur ein kleiner Anteil schwingt auf das Handy-Ticket um, da der Anmeldeprozess ihnen häufig zu aufwendig ist. In einer Emnid-Umfrage zum kompletten Umschwung auf digitale Bahn-Tickets sprachen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus.

Was bleibt, sind riesige Papierberge, die im Müll landen. Um die zu reduzieren, sollten wir, wann immer es möglich ist, auf digitale Tickets umschwenken. Oft reicht es sogar, das gebuchte Ticket auf dem Smartphone vorzuzeigen, da der Code per Scanner gelesen werden kann, egal ob der auf Papier oder einem Bildschirm steht. Wer unsicher ist: einfach vorher beim Anbieter anrufen und nachfragen.

Das Alumonster

Was wären unsere Reste vom Abendessen, unsere Joghurtbecher oder unsere Schokolade ohne Aluminium? Es hält andere Gerüche von Lebensmitteln fern, sorgt für eine lange Haltbarkeit und schützt. Der oberflächliche Blick zeigt eigentlich nur Vorteile.

Aber Aluminium hat einen riesen Haken: es ist nicht einfach so da und kann abgebaut werden, sondern ist immer nur Teil einer Verbindung mit anderen Stoffen. Es braucht das Erz Bauxit, was zu 60 Prozent aus Aluminium besteht, in Verbindung mit Natronlaugen wird Aluminiumoxid freigesetzt, es wird eingeschmolzen und im Elektrolyseverfahen zu Aluminium umgewandelt. So ein aufwendiges Verfahren hinterlässt ziemlich viele Spuren. Ur- und Regenwald wird abgeholzt, giftige Chemikalien werden freigesetzt und das Elektrolyseverfahren ist extrem energieaufwendig. Um ausreichend Energie zu erhalten, werden an vielen Produktionsorten große Wasser- oder Kohlekraftwerke errichtet. Aluminium ist einfach zu wertvoll, um als Wegwerfprodukt verschwendet zu werden. Lieber zweimal beim Einkauf darauf achten, Produkte ohne Aluminiumverpackung zu kaufen und zu Hause auf wiederverwendbare Vorratsdosen umschwenken.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Ich überlege dreimal, ob ich etwas drucke oder nicht. Meistens ist es unnötig.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Mir schadet es nicht, kürzer zu duschen, dann verbrauche ich nicht nur weniger Wasser, sondern bin auch schneller fertig.
Treppen machen mich fit und helfen meiner Figur. Den Aufzug können die Faulen nehmen.
Für neue Sachen wird viel Aufwand betrieben. Vor allem vom Klima. Ich flicke und repariere, wo ich kann.
Zigarettenstummel und Kaugummipapier sind auch Müll. Wenn kein Eimer oder Aschenbecher in der Nähe ist, dann behalte ich meinen Müll bei mir und entsorge ihn später. So bleibt wenigstens meine Umgebung sauber und gesund.
Umsonst Geld, Ressourcen und gutes Klima verschwenden, wenn ich mir das, was ich brauche auch ausleihen kann? Macht keinen Sinn.
Tickets sind auf dem Smartphone besser aufgehoben – da kann ich sie nicht vergessen und muss den Müll hinterher nicht entsorgen.
Bei mir kommen Lebensmittel in Frischhalteboxen. Die sind wiederverwendbar und praktisch.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Alufolie ist günstig und erfüllt ihren Zweck. Ich sehe nicht ein, warum ich sie nicht nutzen sollte.
Pfff, digitale Tickets … ich will meine Sachen ausgedruckt und schwarz auf weiß. Die Mühe mit dem Smartphone mache ich mir nicht.
Ausleihen ist für Leute, die es sich nicht leisten können. Ich möchte meine Sachen für mich haben.
Ich werfe meine Zigarettenstummel oder mein Kaugummipapier häufig einfach auf den Boden. Die Sachen sind so klein, das stört doch keinen – und schließlich macht das jeder so. Da kommt es auf meine Kleinigkeiten auch nicht mehr an.
Neu ist immer besser. Ich will im Trend liegen und nicht jahrelang das gleiche Zeug an der Backe haben.
Seien wir mal ehrlich: Keiner hat Lust, Treppen zu steigen. Wenn ein Aufzug da ist, steige ich ein.
Ich dusche laaaaaaaaange und schön heiß, sonst werde ich nicht wach. Alles andere ist egal.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
Ob ich darüber nachdenke, bevor ich etwas ausdrucke? Warum sollte ich?

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.