„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Fleischeslust

Morgens der Schinken auf dem Brötchen, mittags das Schnitzel zu den Pommes, abends die Hähnchenstreifen im Salat – dreimal am Tag Fleisch, sieben Tage die Woche, für die meisten keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Um die 86 Kilogramm Fleisch nimmt der Deutsche im Jahr zu sich und heizt damit die globale Erwärmung ordentlich an. Viehhaltung ist für einen Großteil der Treibhausgase Lachgas (296-mal klimaschädlicher als CO2) und Methan (25-mal klimaschädlicher als CO2) verantwortlich. Den wenigsten ist bewusst, wie schädlich jede Gabel Fleisch ist. Es gehört zum Alltag dazu.

Einige pochen auf ihr Recht, das zu essen, was sie wollen. Aber mal ganz ehrlich: Wie schlimm kann es sein, zwischendurch mal auf Fleisch zu verzichten? Bei den vielen fleischlosen Alternativen kann noch nicht mal von Verzicht die Rede sein. Ein Beispiel: Einmal pro Woche kein Fleisch zu essen, bedeutet rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen weniger im Jahr. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Also beim nächsten Griff zum Fleisch lieber zweimal darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Pakete im Überfluss

Klick. Klick. Produkt bestellt. Und oft schon 24 Stunden später als Paket bei uns vor der Haustür. Online-Shopping macht uns das Einkaufen leichter. Aber auch leichter für die Umwelt? Denn die meisten von uns bestellen das Oberteil aus dem Internet nicht einmal, sondern in unterschiedlichsten Farben und Größen. Im Schnitt geht dann mindestens jedes zweite Paket bei Bekleidungskäufen im Internet wieder zurück. Das sind um die 800.000 Pakete und 400 Tonnen CO2 jeden Tag.

Selbst die Pakete, die bei uns bleiben, sind oft zusätzlich verpackt. Die Produkte kommen zudem in der Regel in viel zu großen Verpackungen. Die werden dann mit noch mehr Papier, Styropor oder Luftpolsterfolie ausgestattet, damit die Ware nicht zu Schaden kommt. Verpackungen umfassen in Deutschland und Österreich über 40 Prozent allen Papiermüllaufkommens. Das liegt vor allem am Online-Versand. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, landet in der Papierherstellung und damit auch wieder in unseren Verpackungen. Viel besser wäre es mit dem Fahrrad oder den Öffis direkt zum Geschäft zu fahren und mit dem eigenen Stoffbeutel einzukaufen. Das Klima dankt.

Putzteufel

Putzen ist nervig, aber muss halt erledigt werden. Allzwecktücher oder auch feuchte Bodenwischtücher sollen uns die lästige Tätigkeit ein wenig erleichtern. So wird ein Tuch nach dem anderen aus der Verpackung gezogen, um den Schmutz vermeintlich schneller zu beseitigen.

Wirklich besser oder schneller reinigen die Tücher allerdings nicht und schlecht für das Klima sind sie auch noch. Zu ihrer Herstellung werden unglaublich viel Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Einmal genutzt und schon wandern sie in den Müll – oder noch schlimmer die Kanalisation – und sind damit für den Nutzkreislauf für immer verloren. Besser auf den guten alten Wischmopp oder ein altes T-Shirt setzen. Mit jeder Reinigung schonen wir so wichtige Ressourcen und sparen ganz nebenbei einiges an Geld.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Nicht besonders helle

Licht macht es uns so einfach. Einmal den Schalter umgelegt und schon wird es hell. Aber Licht kostet Energie. Die wird zum großen Teil aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Trägern gewonnen. Die Bereitstellung und die Umwandlung in Nutzenergie verursacht Emissionen. Der Energiesektor ist mit circa 84,5 Prozent im Jahr die größte Quelle von Treibhausgasemissionen.

Also, Licht aus oder? Im Sommer freuen wir uns über die vielen hellen Stunden und sonst sitzen wir im Dunkeln. Natürlich nicht. Aber vielleicht kann man einfach das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt. Denn – man mag es kaum glauben – Licht lässt sich genau so leicht aus-, wie anmachen. Alleine dadurch könnten wir schon ein Vielfaches an Energie sparen. Energiesparbirnen sind ein weiteres Vehikel. Denn eine 60-Watt-Birne, die neun Stunden brennt, verbraucht 286,2 Gramm CO2, eine Energiesparbirne in der gleichen Zeit nur 53 Gramm. Gute Idee. Da geht uns doch ein Licht auf. Oder besser gesagt aus.

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Einmal neues Klima bitte

Immer mit der Trendwelle schwimmen – das ist das Wichtigste bei der schnelllebigen Entwicklung der Unterhaltungselektronik. Reparieren und bis zum bitteren Ende nutzen ist aus der Mode gekommen. Es muss das neueste Smartphone sein, der größte und fortschrittlichste Flatscreen, der Toaster wird nicht repariert und der Laptop schon gar nicht. Und was passiert mit den ausrangierten Geräten? Sie landen im Müll oder gammeln im Keller ungenutzt vor sich hin.


In Deutschland fallen jedes Jahr 700.000 Tonnen Elektroschrott an, ein Müllberg so schwer wie zehn Millionen Waschmaschinen, nur weitaus größer. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der nicht mehr darüber nachgedacht wird, was hinter all den Waren steckt. Und das sind viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist. Diese landen also einfach auf dem Müll – und das, obwohl es meist noch gar nicht an der Zeit dafür ist. Oft ist das, was für uns „out“ ist oder uns nicht mehr nützlich erscheint für andere noch zu gebrauchen. Und wenn wirklich keiner mehr etwas damit anfangen kann, gibt es Wege den Elektroschrott sinnvoll zu recyceln. Denn die Neugewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann. Ein gesundes Klima ist für uns wirklich existenziell und das gibt es nicht alle paar Jahre neu.

Jeden Tag Fleisch? Vollkommen unnötig. Es gibt tolle fleischlose Gerichte. Und es ist besser fürs Klima. Perfekt.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Lange Transportwege und riesen Verpackungen für meistens kleine Teile: Online-Versand kommt für mich und das Klima nicht in Frage.
Ich wische mit Putzlappen und auch schon mal mit alten T-Shirts oder Handtüchern.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Wenn ich einen Raum verlasse, schalte ich auch das Licht aus. Für mich ist das vollkommen normal.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Ich nutze mein Smartphone normalerweise bis es seinen Geist aufgibt. Und wenn nicht, wird das alte zumindest weiterverkauft oder verschenkt. Das schont viele wertvolle Ressourcen und macht einen anderen Nutzer glücklich.
Alle paar Jahre ein neues Smartphone – das muss schon sein. Die Technik wird schließlich immer besser! Das alte landet dann ungenutzt in irgendeiner Schublade oder im Müll.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
Manchmal brennt halt in mehreren Räumen Licht, ständiges An- und Ausschalten nervt nur.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Feuchte Bodenwischtücher und Co gehören zum Putzen dazu. Die kann ich danach wegwerfen und fertig.
Ich liebe es, viele Pakete zu bekommen – 365 Tage Weihnachten. Die ganzen Verpackungen landen im Müll. Ist doch klar.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Dreimal am Tag Fleisch ist für mich ganz normal. Schmeckt halt.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.