„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Mehr Tickets, weniger Bäume

Kino-Tickets, Konzert-Tickets, Bahn-Tickets, Flug-Tickets,… bei unzähligen, für uns alltäglichen Dingen verbrauchen wir jede Menge Papier. Die Sachen schwarz auf weiß zu haben, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Das Klima würde sich allerdings weitaus mehr über digitale Tickets freuen. Die haben schließlich die gleiche Gültigkeit, aber ohne dass dafür ein einziger Baum gefällt wird. Denn alleine für die Online-Tickets der Bahn (das PDF ist 3 Seiten lang) werden jeden Monat bis zu 4,6 Millionen Seiten ausgedruckt. Nur ein kleiner Anteil schwingt auf das Handy-Ticket um, da der Anmeldeprozess ihnen häufig zu aufwendig ist. In einer Emnid-Umfrage zum kompletten Umschwung auf digitale Bahn-Tickets sprachen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus.

Was bleibt, sind riesige Papierberge, die im Müll landen. Um die zu reduzieren, sollten wir, wann immer es möglich ist, auf digitale Tickets umschwenken. Oft reicht es sogar, das gebuchte Ticket auf dem Smartphone vorzuzeigen, da der Code per Scanner gelesen werden kann, egal ob der auf Papier oder einem Bildschirm steht. Wer unsicher ist: einfach vorher beim Anbieter anrufen und nachfragen.

Klima auf Stand-by / PC

Mancher Computer läuft und läuft… und zwar aus Bequemlichkeit. Warum ihn überhaupt runterfahren, wenn er am nächsten Morgen wieder benötigt wird? Also laufen die Geräte in einer Art Bereitschaftsmodus weiter – die ganze Nacht, Stunde um Stunde. Dabei entstehen durch den Stromverbrauch von Netzteilen, Stromkreisen, Displays und Co sogenannte „Stand-by-Verluste“. Der Computer ist übrigens nur einer dieser Stand-by-Diebe. Auch im privaten siegt der „praktische Ruhemodus“, z. B. beim WLAN-Router und dem Fernseher. Alle „Verluste“ zusammen ergeben eine enorme Menge an unnötig verbrauchtem Strom.   


Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Müll umhüllt von Müll

Jeder Deutsche produziert pro Jahr rund 213 Kilogramm Müll. Etwa zwei Drittel davon sind Verpackungsmüll. Einfach alles muss heutzutage verpackt sein. Das meiste Obst liegt in einer Plastik- oder Pappschale und ist dann nochmal von einer Plastikfolie umhüllt. Pakete aus dem Internet sind riesengroß, der Inhalt aber winzig. Chipsverpackungen versprechen viel, sind aber meistens voll leerer Luft. Die Liste könnte ewig so weitergehen. Dieser Verpackungswahn ist schlecht für das Klima und für unseren Geldbeutel, denn viel für wenig zu zahlen rechnet sich einfach nicht. Teilweise sind Verpackungen nicht zwingend erforderlich, es sieht einfach in der Auslage besser aus. Sowohl die Produktion der Verpackungen als auch der Transport und die Entsorgung belasten die Umwelt.

Das nächste Problem: Uns ist die Handhabung oft wichtiger als der Ressourcenschutz. Ein Milchbeutel würde zum Beispiel im Gegensatz zu einem Tetrapack den Müll um ein Mehrfaches reduzieren. Trotzdem findet die Mehrheit die Kartons praktischer. Die Macht ist mit uns. Wir allein entscheiden, was wir kaufen und können den Herstellern so eine Nachricht schicken.  

Dreckiges Lifestyle-Accessoire

Ob von einer der großen Kaffee-Ketten oder vom Bäcker nebenan – der ToGo-Becher aus Papier gehört für viele morgens, mittags und zwischendurch dazu. Längst geht es dabei nicht mehr um den Kaffee, sondern darum ein modisches Statement mit dem Becher in der Hand zu setzen. Leider ist es nicht nur ein modisches Statement, sondern auch eins gegen das Klima. Denn für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Der unscheinbare Plastik-Deckel sorgt für weitere 28.000 Tonnen jährlich.

Die Alternative Mehrwegbecher nutzen leider noch viel zu wenige. Dabei nehmen die meisten Läden die Becher gerne an, füllen sie auf und geben sogar Rabatt auf den Kaffee. Einige haben ein System etabliert, bei dem Becher zur Reinigung abgegeben werden können – man erhält dafür einen anderen Mehrwegbecher. Wer also Kaffee und das Klima liebt, der schwimmt lieber gegen den Strom und gibt den Pappbechern einen Korb.

Abstellen

180 Sekunden das Wasser laufen lassen. Das kann doch nicht so schlimm sein. Oder? Beim Zähneputzen bleibt deswegen häufig der Hahn auf. Trotzdem wird in dieser Zeit unnötig Wasser verbraucht. Innerhalb von fünf Minuten können das gut und gerne bis zu 20 Liter Wasser sein. Auf das Jahr gerechnet ist das ein beachtlicher Mehrverbrauch. Mehr Wasser heißt mehr Energie und das führt zu mehr CO2, das ausgestoßen wird.

Ein einfacher Tipp: beim Zähneputzen das gute alte Zahnputzglas verwenden. Die Menge im Glas reicht um auszuspülen und die Zahnbürste von der Zahnpasta zu befreien. 300 Milliliter im Gegensatz zu 20 Litern. Eine ganz einfache Entscheidung. 

Putzteufel

Putzen ist nervig, aber muss halt erledigt werden. Allzwecktücher oder auch feuchte Bodenwischtücher sollen uns die lästige Tätigkeit ein wenig erleichtern. So wird ein Tuch nach dem anderen aus der Verpackung gezogen, um den Schmutz vermeintlich schneller zu beseitigen.

Wirklich besser oder schneller reinigen die Tücher allerdings nicht und schlecht für das Klima sind sie auch noch. Zu ihrer Herstellung werden unglaublich viel Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Einmal genutzt und schon wandern sie in den Müll – oder noch schlimmer die Kanalisation – und sind damit für den Nutzkreislauf für immer verloren. Besser auf den guten alten Wischmopp oder ein altes T-Shirt setzen. Mit jeder Reinigung schonen wir so wichtige Ressourcen und sparen ganz nebenbei einiges an Geld.

Abwärtsfahrt

Die Verlockung ist groß. Entweder die anstrengenden Treppen nehmen oder aber den Aufzug rufen und ganz bequem in der Kabine zum Ziel fahren. Vielleicht läuft sogar fröhliche Fahrstuhlmusik. Aber es ist nicht einfach nur eine sportliche Entscheidung. Natürlich tun die Treppen dem Körper gut und halten fit, aber Treppensteigen ist ganz nebenbei auch noch gut für das Klima. Denn mit jeder Treppe sparen wir Strom.

Beim Stromverbrauch von Aufzügen gibt es mehrere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Zum einen die Anzahl der Stockwerke, die überwunden werden, zum anderen das Gewicht der zu befördernden Personen und der Gerätetyp. So verbraucht ein Aufzug auf einer Strecke von fünf Stockwerken mit einem Erwachsenen und einem Kind an Bord zwischen 0,02 und 0,2 Kilowattstunden Strom. Ähnlich viel verbraucht ein Toaster, wenn er zehn Minuten in Betrieb ist. Es lohnt sich also auf den Aufzug zu verzichten und nach dem Treppensteigen schmeckt der Toast doppelt so gut.

Fleischeslust

Morgens der Schinken auf dem Brötchen, mittags das Schnitzel zu den Pommes, abends die Hähnchenstreifen im Salat – dreimal am Tag Fleisch, sieben Tage die Woche, für die meisten keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Um die 86 Kilogramm Fleisch nimmt der Deutsche im Jahr zu sich und heizt damit die globale Erwärmung ordentlich an. Viehhaltung ist für einen Großteil der Treibhausgase Lachgas (296-mal klimaschädlicher als CO2) und Methan (25-mal klimaschädlicher als CO2) verantwortlich. Den wenigsten ist bewusst, wie schädlich jede Gabel Fleisch ist. Es gehört zum Alltag dazu.

Einige pochen auf ihr Recht, das zu essen, was sie wollen. Aber mal ganz ehrlich: Wie schlimm kann es sein, zwischendurch mal auf Fleisch zu verzichten? Bei den vielen fleischlosen Alternativen kann noch nicht mal von Verzicht die Rede sein. Ein Beispiel: Einmal pro Woche kein Fleisch zu essen, bedeutet rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen weniger im Jahr. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Also beim nächsten Griff zum Fleisch lieber zweimal darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss.

Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Tickets sind auf dem Smartphone besser aufgehoben – da kann ich sie nicht vergessen und muss den Müll hinterher nicht entsorgen.
Unnötig Strom verbrauchen kommt nicht in Frage. Geräte, die ich nicht nutze, kann ich auch komplett ausschalten. Das spart nicht nur Kosten. Sicherer ist es auch noch.
Verpackung kann an vielen Stellen vermieden werden. Wenn ich einkaufe, zählt weniger ist mehr.
Ich habe einen Mehrwegbecher, damit ich nicht noch mehr Müll produziere. Den Kaffee gibt es sogar häufig günstiger.
Ich mache das Wasser nur kurz zum Abspülen beim Zähneputzen an. Laufendes Wasser verschwendet noch mehr Energie.
Ich wische mit Putzlappen und auch schon mal mit alten T-Shirts oder Handtüchern.
Treppen machen mich fit und helfen meiner Figur. Den Aufzug können die Faulen nehmen.
Jeden Tag Fleisch? Vollkommen unnötig. Es gibt tolle fleischlose Gerichte. Und es ist besser fürs Klima. Perfekt.
Dreimal am Tag Fleisch ist für mich ganz normal. Schmeckt halt.
Seien wir mal ehrlich: Keiner hat Lust, Treppen zu steigen. Wenn ein Aufzug da ist, steige ich ein.
Feuchte Bodenwischtücher und Co gehören zum Putzen dazu. Die kann ich danach wegwerfen und fertig.
Ich lasse das Wasser schön beim Zähneputzen laufen. Sind doch nur drei Minuten.
Mein Kaffee kommt in einen ToGo-Becher aus Pappe. Den muss ich wenigstens nicht mitschleppen oder abwaschen.
Ob ich darauf achte, wie die Sachen, die ich einkaufe, verpackt sind? Nein.
Meinen Computer nach Arbeitsende herunterfahren? Finde ich überflüssig. Der Stromspar-Modus muss reichen, denn so muss ich am nächsten Morgen nicht so lang warten bis er wieder hochgefahren ist.
Pfff, digitale Tickets … ich will meine Sachen ausgedruckt und schwarz auf weiß. Die Mühe mit dem Smartphone mache ich mir nicht.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.