„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Nicht besonders helle

Licht macht es uns so einfach. Einmal den Schalter umgelegt und schon wird es hell. Aber Licht kostet Energie. Die wird zum großen Teil aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Trägern gewonnen. Die Bereitstellung und die Umwandlung in Nutzenergie verursacht Emissionen. Der Energiesektor ist mit circa 84,5 Prozent im Jahr die größte Quelle von Treibhausgasemissionen.

Also, Licht aus oder? Im Sommer freuen wir uns über die vielen hellen Stunden und sonst sitzen wir im Dunkeln. Natürlich nicht. Aber vielleicht kann man einfach das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt. Denn – man mag es kaum glauben – Licht lässt sich genau so leicht aus-, wie anmachen. Alleine dadurch könnten wir schon ein Vielfaches an Energie sparen. Energiesparbirnen sind ein weiteres Vehikel. Denn eine 60-Watt-Birne, die neun Stunden brennt, verbraucht 286,2 Gramm CO2, eine Energiesparbirne in der gleichen Zeit nur 53 Gramm. Gute Idee. Da geht uns doch ein Licht auf. Oder besser gesagt aus.

Was für eine Flasche

Getränke brauchen ein Behältnis. Aber was für eins? Mehrwegsysteme sind grundsätzlich umweltfreundlicher als Einwegsysteme, da die Flaschen vielfach gespült und wiederverwendet werden und einen Beitrag zur Schonung begrenzter Ressourcen leisten. Noch besser als nur Mehrweg, ist Mehrweg aus der Region. Ein kürzerer Weg ins Regal heißt gleichzeitig auch weniger CO2-Ausstoß. Wer überfordert vor dem Getränkeregal steht, setzt am besten auf Mehrwegflaschen aus Plastik (PET). Die Flaschen sind leichter als Glasflaschen und sorgen dadurch für weniger Transportemissionen. Durch ihre lange Lebensdauer sind aber auch Glas-Mehrwegsysteme um ein Vielfaches besser als Einwegflaschen. Am Ende ist es doch so einfach: Beim Getränkekauf auf Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas aus der Region setzen, Flaschen zu Hause sammeln und zum Supermarkt bringen. Oder einfach gleich das Schleppen sparen und Wasser aus der Leitung trinken.

Durchstarten

Elektroautos konnten sich bisher noch nicht wirklich auf den deutschen Straßen durchsetzen. Schade eigentlich, denn sie können ziemlich viel für das Klima tun. Ein Auto mit Verbrennungsmotor stößt um die 100-300 Gramm CO2 pro Kilometer aus, im Vergleich bringt ein Elektroauto, das mit regenerativ erzeugtem Strom geladen wurde deutlich weniger Abgase mit – nämlich gar keine.

Während sich also viele über Feinstaubalarm und sogar Fahrverbote den Kopf zerbrechen, steht man mit einem Elektroauto immer auf der Seite des Klimas und kann an allen anderen entspannt vorbeiziehen. Die Entscheidung sollte also nicht schwer fallen.

Zahlen für Einsamkeit

Hier kommt ein Rechenbeispiel, das selbst Mathehasser lieben werden: Ein Auto mit zwei Personen benötigt für die gleiche Strecke nur halb so viel Sprit, wie zwei Autos mit je einer Person. Im Vergleich zum 1.000 Kilogramm schweren Auto fallen Personen einfach nicht ins Gewicht (es sei denn, man ist mit einer Horde Sumo Ringer unterwegs). Mit Mitfahrgelegenheiten sparen wir also richtig viel – und verringern die schädlichen Emissionen deutlich.

Über 60 Prozent der täglichen Wege von und zur Arbeitsstelle werden mit dem Pkw zurückgelegt. Aber das Verhältnis von Mitfahrern zu Fahrer liegt nur bei etwa 1:13. Damit machen wir uns selbst das Leben schwer und müssen uns mit hohen Betriebskosten, Staus im Berufsverkehr, Zeitverlust, Parkplatzsuche am Zielort und nicht zuletzt, mehr als dicker Luft zufrieden geben.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Leihgabe

Brauchen wir unsere Kamera wirklich jeden Tag? Was ist mit einem Zelt, das wir nur einmal im Jahr benutzen? Oder unsere Bücher? Die Liste könnte ewig so weiter gehen. Wir haben viele Sachen zu Hause, die andere gut gebrauchen könnten und die wir, zumindest zeitweise, gar nicht brauchen. Warum also nicht ausleihen? Alles, was wir verleihen, muss jemand anderes sich nicht neu kaufen. Dadurch ersparen wir unserem Klima eine ganze Reihe an Belastungen. Der Suchende muss nicht in unterschiedlichen Läden suchen gehen, die er vielleicht sogar mit dem Auto aufgesucht hätte. Die Produkte müssen nicht neu hergestellt werden. Alles, was während dieses Prozesses angefallen wäre fällt weg. Und das kann je nach Produkt eine ganze Menge sein. Das Objekt unserer Begierde muss nicht erst vom Herstellungsort zu uns transportiert werden. Und zu guter Letzt: da nichts Neues entstanden ist, muss es auch nicht aufwendig recycelt werden. Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass wir mehr Platz haben, wenn wir zeitweise unseren Kram verleihen.

Das Internet macht uns zudem das Verleihen ganz einfach, sodass nicht nur unsere Nachbarn oder Verwandten profitieren. Zahlreiche Plattformen stellen den Kontakt zwischen Anbieter und Suchendem ganz unkompliziert her und sorgen dafür, dass alles mit Rechten Dingen zugeht. Einfach mal kurz zu Hause umschauen. Was wird gerade nicht gebraucht und kann verliehen werden? So kann jeder mit wenig Aufwand zum Klimaschutz beitragen.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Putzteufel

Putzen ist nervig, aber muss halt erledigt werden. Allzwecktücher oder auch feuchte Bodenwischtücher sollen uns die lästige Tätigkeit ein wenig erleichtern. So wird ein Tuch nach dem anderen aus der Verpackung gezogen, um den Schmutz vermeintlich schneller zu beseitigen.

Wirklich besser oder schneller reinigen die Tücher allerdings nicht und schlecht für das Klima sind sie auch noch. Zu ihrer Herstellung werden unglaublich viel Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Einmal genutzt und schon wandern sie in den Müll – oder noch schlimmer die Kanalisation – und sind damit für den Nutzkreislauf für immer verloren. Besser auf den guten alten Wischmopp oder ein altes T-Shirt setzen. Mit jeder Reinigung schonen wir so wichtige Ressourcen und sparen ganz nebenbei einiges an Geld.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Wenn ich einen Raum verlasse, schalte ich auch das Licht aus. Für mich ist das vollkommen normal.
Ich muss eh zum Supermarkt und dann kommen halt noch ein paar Flaschen mit. Wo ist das Problem?
Am Ende rentieren sich Elektroautos – für mich und das Klima. Dafür bin ich auch bereit zu investieren.
Keine Mitfahrgelegenheit zu nutzen, ist ziemlich dumm. Weniger Autos heißt weniger CO2, Stau und Verbrauch.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Umsonst Geld, Ressourcen und gutes Klima verschwenden, wenn ich mir das, was ich brauche auch ausleihen kann? Macht keinen Sinn.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Ich wische mit Putzlappen und auch schon mal mit alten T-Shirts oder Handtüchern.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Feuchte Bodenwischtücher und Co gehören zum Putzen dazu. Die kann ich danach wegwerfen und fertig.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Ausleihen ist für Leute, die es sich nicht leisten können. Ich möchte meine Sachen für mich haben.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Ich will flexibel sein und kann gut und gerne auf andere Menschen und Small Talk auf dem Weg zur Arbeit verzichten.
Ich zahle doch nicht Unmengen für ein Elektroauto, bei dem ich auch noch nach Steckdosen suchen muss.
Diese nervige Flaschenrückgabe im Supermarkt mache ich nicht mit. Bei mir gibt’s kein Mehrweg.
Manchmal brennt halt in mehreren Räumen Licht, ständiges An- und Ausschalten nervt nur.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.