„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Putzteufel

Putzen ist nervig, aber muss halt erledigt werden. Allzwecktücher oder auch feuchte Bodenwischtücher sollen uns die lästige Tätigkeit ein wenig erleichtern. So wird ein Tuch nach dem anderen aus der Verpackung gezogen, um den Schmutz vermeintlich schneller zu beseitigen.

Wirklich besser oder schneller reinigen die Tücher allerdings nicht und schlecht für das Klima sind sie auch noch. Zu ihrer Herstellung werden unglaublich viel Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Einmal genutzt und schon wandern sie in den Müll – oder noch schlimmer die Kanalisation – und sind damit für den Nutzkreislauf für immer verloren. Besser auf den guten alten Wischmopp oder ein altes T-Shirt setzen. Mit jeder Reinigung schonen wir so wichtige Ressourcen und sparen ganz nebenbei einiges an Geld.

Wir sind faul

Mal eben zum Bäcker mit dem Auto, dann bleiben die Brötchen wenigstens warm. Morgens vermeintlich schneller zur Arbeit kommen. Lieber zum Fitness-Studio fahren und dann erst mit dem Laufen anfangen …

50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland sind weniger als sechs Kilometer lang. Kurzstrecken kosten uns oft mehr Zeit, richtig viel Benzin und vor allem ein gutes Klima. Laut Umweltbundesamt belastet durchschnittlich jeder von uns durch seine Mobilität das Klima mit zwei Tonnen CO2 jährlich. Wie kommt das? Wir sind nicht gut zu Fuß: täglich werden nur zirka 600 Meter mit den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Auch das Fahrrad nutzen wir lediglich für einen kleinen Kilometer. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn wir wenigstens 1.200 Meter zu Fuß und zwei Kilometer mit dem Rad fahren, ersparen wir der Atmosphäre 5,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr – das entspricht einer Jahresleistung von zirka einer halben Million Bäume. Worauf warten wir noch? Loslaufen.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Alles Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel landen im Müll, weil sie zum Beispiel eine Delle haben oder nicht unserer Vorstellung von „perfekt“ entsprechen. Jeder von uns wirft durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 230 Euro pro Jahre weg. Multipliziert mit den über 81 Millionen Einwohnern in Deutschland entsteht eine unvorstellbare Menge. Trotzdem wachsen Lebensmittel ja nicht einfach so im Kühlschrank, sondern müssen hergestellt werden. Die Folge davon: Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen – für Produkte, die einfach im Müll landen.

Unser Ziel sollte sein, so wenig Lebensmittel-Müll wie möglich zu produzieren. Dafür ist es wichtig, den Überblick über vorhandene Produkte zu Hause zu bewahren, mit einem handfesten Plan zum Einkaufen zu gehen, die Vorräte zu beschränken und nicht gleich alles wegzuschmeißen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat („mindestens“ sollte nicht mit „maximal“ verwechselt werden).

Auf der Ölspur

Nicht nur die Nuss-Nougat-Creme wird durch Palmöl geschmeidig gemacht. Margarine, Eis, Kekse, Pizza, Schokolade, Kerzen, Reinigungsmittel, Kosmetik, … der billige Rohstoff ist in etwa der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Ein öliger Teufelskreis: Günstige Produkte, größere Nachfrage, mehr Regenwaldrodung. Denn die so begehrten Ölpalmen brauchen das feuchte und warme Regenwaldklima.

Apropos Klima: Um Ölpalmen anzubauen, werden Wälder brandgerodet. Während der Brände werden in wenigen Wochen so viele Treibhausgase ausgesetzt wie Deutschland in einem ganzen Jahr nicht produziert. In Kombination mit Düngemitteln, Pestiziden, Ernte, Transport und weiteren Arbeitsschritten ist die Beschaffung von Palmöl vergleichbar mit einem nie enden wollenden Horrorfilm. Einfach grausam.

Abwärtsfahrt

Die Verlockung ist groß. Entweder die anstrengenden Treppen nehmen oder aber den Aufzug rufen und ganz bequem in der Kabine zum Ziel fahren. Vielleicht läuft sogar fröhliche Fahrstuhlmusik. Aber es ist nicht einfach nur eine sportliche Entscheidung. Natürlich tun die Treppen dem Körper gut und halten fit, aber Treppensteigen ist ganz nebenbei auch noch gut für das Klima. Denn mit jeder Treppe sparen wir Strom.

Beim Stromverbrauch von Aufzügen gibt es mehrere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Zum einen die Anzahl der Stockwerke, die überwunden werden, zum anderen das Gewicht der zu befördernden Personen und der Gerätetyp. So verbraucht ein Aufzug auf einer Strecke von fünf Stockwerken mit einem Erwachsenen und einem Kind an Bord zwischen 0,02 und 0,2 Kilowattstunden Strom. Ähnlich viel verbraucht ein Toaster, wenn er zehn Minuten in Betrieb ist. Es lohnt sich also auf den Aufzug zu verzichten und nach dem Treppensteigen schmeckt der Toast doppelt so gut.

Kochendes Klima

Pasta, Kartoffeln, Eier, Tee … für die unterschiedlichsten Lebensmittel brauchen wir kochendes Wasser. Und damit das Wasser schön brodelt muss unglaublich viel Energie aufgebracht werden. Das Schlimmste, was man machen kann, ist das Wasser im Topf ohne Deckel zu erhitzen. Mit Deckel verbraucht man zwei Drittel weniger Energie und spart bis zu 120 Kilogramm CO2 pro Jahr. Man sollte auch maßvoll mit dem Wasser umgehen. Es dauert nicht nur länger, größere Wassermengen zu erhitzen, es kostet natürlich auch weitaus mehr Energie. Logisch, oder?

Egal, wofür man heißes Wasser braucht: Es lohnt sich, das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen und kochend in den Topf zu schütten. Elektroherde brauchen für das Erhitzen 50 Prozent mehr Strom als ein Wasserkocher. Also die richtige Menge kaltes Wasser im (am besten stromsparenden) Wasserkocher erhitzen und man ist in Sachen „heißes Wasser“ auf der Seite unseres Klimas.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Ich wische mit Putzlappen und auch schon mal mit alten T-Shirts oder Handtüchern.
Mich bringen die Öffis, mein Fahrrad oder meine zwei Beine ans Ziel. Das hält fit und schont das Klima.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Ich versuche Essensreste zu vermeiden. Sonst ist der ganze Energieaufwand zur Herstellung für die Tonne.
Ich verzichte bewusst auf Produkte mit Palmöl. Der Geschmack rechtfertigt nicht den Verlust der Regenwälder.
Treppen machen mich fit und helfen meiner Figur. Den Aufzug können die Faulen nehmen.
Jedes Mal zu viel Wasser aufkochen, dauert länger und verbraucht unnötig Energie. Da muss ich nur vorher meinen Bedarf checken.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Wo komme ich denn hin, wenn ich nur so viel Wasser aufkoche, wie ich brauche? Da mache ich nicht mit.
Seien wir mal ehrlich: Keiner hat Lust, Treppen zu steigen. Wenn ein Aufzug da ist, steige ich ein.
Ich genieße jeden cremigen Palmöl-Löffel Nuss-Nougat-Creme. Einfach lecker.
Ich kaufe, was mir schmeckt und entscheide nicht nach Packungsgrößen. Manchmal landet etwas im Müll. Passiert.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Klar fahr' ich Kurzstrecken mit dem Auto. Ganz ehrlich, dafür hab' ich doch eins.
Feuchte Bodenwischtücher und Co gehören zum Putzen dazu. Die kann ich danach wegwerfen und fertig.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.