„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Unter die Haut

Einige von uns achten vielleicht schon darauf öfter mal auf Fleisch zu verzichten. Denn mittlerweile ist klar: Massentierhaltung ist nicht nur eine Qual für die Tiere, sondern auch für das Klima und damit für uns. Aber was ist mit unseren Klamotten, unseren Schuhen, unseren Möbeln. Vieles davon wird aus Leder hergestellt und fällt dadurch in dieselbe Kategorie, wie Fleisch essen. 1,8 Milliarden Quadratmeter Leder werden weltweit jedes Jahr produziert. Damit ließe sich zweimal Berlin pflastern. Eigentlich ist Leder sogar noch schlimmer als Fleischkonsum, denn das Weichen, Beizen und Gerben des Materials geschieht mithilfe von extrem aggressivem Material. Die Tierwirtschaft verursacht 18 Prozent mehr Emissionen als der globale Verkehr. Zusätzlich werden Bäume gefällt, um Platz für das Weideland zu schaffen. Laut einer Studie ist die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrie zusammen.

Aber es gibt auch Alternativen. Die Offensichtlichste: auf Leder verzichten und stattdessen auf andere Materialen setzen. Wer das nicht möchte oder kann sollte zumindest nur pflanzlich gegerbtes und nachhaltiges Leder nehmen. Hier wird darauf geachtet Früchte und Rinden zu verwenden die nachwachsen. Auch Rhabarberwurzeln oder Olivenblätter sind geeignet. Zu erkennen ist dieses Leder am Etikett. Bei der nächsten Shopping-Tour einfach bewusst machen, was man mit billigem Leder den Tieren, dem Klima und nicht zuletzt sich selbst antut.

Müll hat viele Leben

Klar ist Mülltrennung aufwendig. Was kommt jetzt nochmal in welche Tonne, was darf da nicht rein und wofür muss ich extra zum Container laufen? Aber wer Mülltrennung richtig durchzieht, kann sich selber auf die Schulter klopfen, denn er tut dem Klima etwas Gutes.

Durch das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Abfällen können wir auf den „guten Müll“, wie Metalle, Glas, Kunststoffe, Papier und Holz gezielt zugreifen. So wird die Produktion von zum Beispiel Metallen vermieden, die aus Erzen gewonnen werden oder von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Energie sparen wir auch noch. Denn um überhaupt an die Rohstoffe zu gelangen, sie zu transportieren und aufzubereiten, müssen wir viel Kraft investieren und schicken tonnenweise CO2 in die Atmosphäre. Also weg mit dem Müll, aber richtig.

Alles Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel landen im Müll, weil sie zum Beispiel eine Delle haben oder nicht unserer Vorstellung von „perfekt“ entsprechen. Jeder von uns wirft durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 230 Euro pro Jahre weg. Multipliziert mit den über 81 Millionen Einwohnern in Deutschland entsteht eine unvorstellbare Menge. Trotzdem wachsen Lebensmittel ja nicht einfach so im Kühlschrank, sondern müssen hergestellt werden. Die Folge davon: Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen – für Produkte, die einfach im Müll landen.

Unser Ziel sollte sein, so wenig Lebensmittel-Müll wie möglich zu produzieren. Dafür ist es wichtig, den Überblick über vorhandene Produkte zu Hause zu bewahren, mit einem handfesten Plan zum Einkaufen zu gehen, die Vorräte zu beschränken und nicht gleich alles wegzuschmeißen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat („mindestens“ sollte nicht mit „maximal“ verwechselt werden).

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Weckruf

Für Kaffee müssen Bäume sterben. Noch nie gehört? Von den 50 Ländern mit den höchsten Entwaldungsraten, produzieren 37 Kaffee. Der Grund dafür sind wieder einmal wir. Und natürlich unsere Lust auf Kaffee. Durch die hohe Nachfrage wechseln viele Produzenten vom traditionellen Schattenanbau zum Plantagenanbau in Monokulturen. Damit die Kulturen angelegt werden können, müssen zuerst die Bäume weichen – die stehen leider im Weg.

Wir alle wissen, wie wichtig Bäume für unser Klima sind, zusätzlich kommen beim Massenanbau Pestizide und Herbizide zum Einsatz. Diese chemischen Substanzen lassen andere Pflanzen erkranken und die Bodenerosion zunehmen. Schon in wenigen Jahren schlägt das Klima zurück. Durch die Folgen des Klimawandels werden immer mehr Anbaugebiete für Kaffee verschwinden. Und wie werden wir dann morgens wach?

Gesucht: Stromfresser

Mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag. Und das alleine beim Marktführer der Suchmaschinen im Internet. Es ist aber auch hilfreich. Schnell das eingeben, was man sucht und mit einem Klick werden einem die Ergebnisse schön übersichtlich präsentiert. Mittlerweile sind wir so abhängig von den Suchmaschinen, dass wir sie sogar benutzen, wenn wir gar nichts suchen – einfach nur weil es bequemer ist, als die Adresse in der Browserleiste einzugeben. Ein Harvard-Physiker hat errechnet, dass bei zwei Suchanfragen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbrühen einer Kanne Tee mit dem Wasserkocher. Unterstützt wird die schlechte CO2-Bilanz dadurch, dass die großen Rechenzentren der Anbieter vor allem dort angesiedelt sind, wo mit fossilen Brennstoffen elektrische Energie produziert wird.

Suchen geht auch ohne CO2 – oder zumindest weniger. In den letzten Jahren sind immer mehr grüne Suchmaschinen gewachsen, die versuchen nicht so viel schlechten Strom zu verbrauchen und einen Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Eine der Suchmaschinen ist Ecosia. 80 Prozent der Werbeeinnahmen gehen hier an ein Regenwald-Projekt und es wird CO2-neutral gesucht. 

Ist das Kunst oder kann das weg?

Jeder kennt es. Gefühlt jeder tut es. Wo man auch hinguckt, überall in unseren Städten, Parks, Grünanlagen und an Stränden lauern sie: Kippenstummel und Co. Wer hat eigentlich wann entschieden, dass die Zigarettenreste kein Müll sind? Mit einer Selbstverständlichkeit werden Filter und Rest-Tabak einfach dort hingeschmissen, wo man sich eben gerade befindet. Dabei verrotten die Reste keinesfalls, denn die Filter bestehen aus Kunststoffmikrofaser, die zusätzlich toxische Stoffe freisetzen. Diese wiederum gelangen ins Grundwasser und belasten dieses. Und nicht nur Zigarettenreste werden einfach in der Natur hinterlassen. Auch anderer Müll, wie Kaugummipapier, Taschentücher oder Reste vom Picknick werden oft rücksichtslos liegen gelassen.


Zigarettenreste sollten also, wie jeder andere Müll auch, lieber im dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgt werden als wahllos auf der Straße oder in der Natur. Wer es noch vorbildlicher machen möchte, kann sie auch nachhaltig entsorgen. Recyclingunternehmen nehmen die Stummel an und verwerten sie weiter. So entstehen neue Plastikprodukte für die kein neues Plastik produziert werden muss – das spart dann zusätzlich noch natürliche Ressourcen.

Pakete im Überfluss

Klick. Klick. Produkt bestellt. Und oft schon 24 Stunden später als Paket bei uns vor der Haustür. Online-Shopping macht uns das Einkaufen leichter. Aber auch leichter für die Umwelt? Denn die meisten von uns bestellen das Oberteil aus dem Internet nicht einmal, sondern in unterschiedlichsten Farben und Größen. Im Schnitt geht dann mindestens jedes zweite Paket bei Bekleidungskäufen im Internet wieder zurück. Das sind um die 800.000 Pakete und 400 Tonnen CO2 jeden Tag.

Selbst die Pakete, die bei uns bleiben, sind oft zusätzlich verpackt. Die Produkte kommen zudem in der Regel in viel zu großen Verpackungen. Die werden dann mit noch mehr Papier, Styropor oder Luftpolsterfolie ausgestattet, damit die Ware nicht zu Schaden kommt. Verpackungen umfassen in Deutschland und Österreich über 40 Prozent allen Papiermüllaufkommens. Das liegt vor allem am Online-Versand. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, landet in der Papierherstellung und damit auch wieder in unseren Verpackungen. Viel besser wäre es mit dem Fahrrad oder den Öffis direkt zum Geschäft zu fahren und mit dem eigenen Stoffbeutel einzukaufen. Das Klima dankt.

Nicht besonders helle

Licht macht es uns so einfach. Einmal den Schalter umgelegt und schon wird es hell. Aber Licht kostet Energie. Die wird zum großen Teil aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Trägern gewonnen. Die Bereitstellung und die Umwandlung in Nutzenergie verursacht Emissionen. Der Energiesektor ist mit circa 84,5 Prozent im Jahr die größte Quelle von Treibhausgasemissionen.

Also, Licht aus oder? Im Sommer freuen wir uns über die vielen hellen Stunden und sonst sitzen wir im Dunkeln. Natürlich nicht. Aber vielleicht kann man einfach das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt. Denn – man mag es kaum glauben – Licht lässt sich genau so leicht aus-, wie anmachen. Alleine dadurch könnten wir schon ein Vielfaches an Energie sparen. Energiesparbirnen sind ein weiteres Vehikel. Denn eine 60-Watt-Birne, die neun Stunden brennt, verbraucht 286,2 Gramm CO2, eine Energiesparbirne in der gleichen Zeit nur 53 Gramm. Gute Idee. Da geht uns doch ein Licht auf. Oder besser gesagt aus.

Topf sucht Deckel

Nervt das nicht eigentlich jeden? Nach dem Wasser aufsetzen eine gefühlte Ewigkeit darauf zu warten, dass das Wasser im Topf endlich kocht? Tja, wenn man Wasser ohne Deckel auf dem Topf aufkocht, dauert das erst mal fast doppelt so lange. Je länger es dauert, das Wasser zu erhitzen, desto mehr Strom verbraucht man während des Vorgangs. So verbraucht man mit Deckel bis zu 65 Prozent weniger Strom oder Gas. Eine ganze Menge zum Preis von einer kleinen Handbewegung.

Die Haushalte, die häufig ohne Deckel oder Wasserkocher ihr Wasser erhitzen, verbrauchen jährlich um die 315 Kilowattstunden Strom und stoßen 45 Kilogramm CO2 aus. Das muss nicht sein. So gar nicht. Zudem sollte jeder darauf achten, dass die Topfgröße zur Herdplatte passt – sonst geht Wärme verloren. Neben passenden Deckeln sorgen ebene Topf- oder Pfannenböden mit flächigem Kontakt zur Kochplatte dafür, dass die Energie bestmöglich genutzt werden kann. Also Deckel zu und das Klima kocht ein bisschen weniger.

Wenn überhaupt Leder, dann achte ich auf pflanzlich gegerbtes. Auf Chemikalien bei meinen Produkten kann ich verzichten.
Wenn viele mitmachen, kann Mülltrennung auch funktionieren. Ich leiste meinen Beitrag jedenfalls.
Ich versuche Essensreste zu vermeiden. Sonst ist der ganze Energieaufwand zur Herstellung für die Tonne.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Ich zahle lieber ein paar Euro mehr für den richtigen Anbau und sorge dafür, dass weniger Bäume gerodet werden. Gutes Gewissen inklusive.
Jede Online-Suchanfrage verbraucht Strom. Deswegen überlege ich mir zweimal, ob sie nötig ist.
Zigarettenstummel und Kaugummipapier sind auch Müll. Wenn kein Eimer oder Aschenbecher in der Nähe ist, dann behalte ich meinen Müll bei mir und entsorge ihn später. So bleibt wenigstens meine Umgebung sauber und gesund.
Lange Transportwege und riesen Verpackungen für meistens kleine Teile: Online-Versand kommt für mich und das Klima nicht in Frage.
Wenn ich einen Raum verlasse, schalte ich auch das Licht aus. Für mich ist das vollkommen normal.
Mein Motto beim Kochen: Wasser rein, Deckel zu. Dann kocht es schneller und es wird weniger Energie verbraucht.
Mal ist der Deckel beim Kochen drauf, mal nicht. Ich kümmere mich nicht darum.
Manchmal brennt halt in mehreren Räumen Licht, ständiges An- und Ausschalten nervt nur.
Ich liebe es, viele Pakete zu bekommen – 365 Tage Weihnachten. Die ganzen Verpackungen landen im Müll. Ist doch klar.
Ich werfe meine Zigarettenstummel oder mein Kaugummipapier häufig einfach auf den Boden. Die Sachen sind so klein, das stört doch keinen – und schließlich macht das jeder so. Da kommt es auf meine Kleinigkeiten auch nicht mehr an.
Ich mache im Internet alles über die Suchmaschine, auch wenn ich die Seitenadresse schon kenne. Warum nicht?
Kaffee soll nicht nachhaltig angebaut sein, sondern wach machen. Woher der kommt, interessiert mich nicht.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Ich kaufe, was mir schmeckt und entscheide nicht nach Packungsgrößen. Manchmal landet etwas im Müll. Passiert.
Mülltrennung ist ein Mythos, am Ende landet eh alles auf einem Haufen. Da spar' ich mir den Aufwand.
Ich weiß nicht, wie genau Leder hergestellt wird, will es aber auch nicht wissen. Für mich muss es nur gut aussehen.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.