„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Wir sind faul

Mal eben zum Bäcker mit dem Auto, dann bleiben die Brötchen wenigstens warm. Morgens vermeintlich schneller zur Arbeit kommen. Lieber zum Fitness-Studio fahren und dann erst mit dem Laufen anfangen …

50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland sind weniger als sechs Kilometer lang. Kurzstrecken kosten uns oft mehr Zeit, richtig viel Benzin und vor allem ein gutes Klima. Laut Umweltbundesamt belastet durchschnittlich jeder von uns durch seine Mobilität das Klima mit zwei Tonnen CO2 jährlich. Wie kommt das? Wir sind nicht gut zu Fuß: täglich werden nur zirka 600 Meter mit den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Auch das Fahrrad nutzen wir lediglich für einen kleinen Kilometer. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn wir wenigstens 1.200 Meter zu Fuß und zwei Kilometer mit dem Rad fahren, ersparen wir der Atmosphäre 5,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr – das entspricht einer Jahresleistung von zirka einer halben Million Bäume. Worauf warten wir noch? Loslaufen.

Klima am A****

Für unseren Hintern nur das Beste. So denken die meisten Deutschen. Gerade einmal 24 Prozent greifen zum recycelten Papier. Für alle anderen muss es schneeweiß und am besten 5-lagig sein – das aber für sogenanntes Frischfaserpapier jeden Tag tausende Bäume gefällt werden, ist uns völlig egal. Jeder Deutsche verbraucht stolze 18 Kilogramm Toilettenpapier im Jahr. Das ist ein Verbrauch von drei Milliarden Rollen, alleine in Deutschland. Unsere Bäume behandeln wir damit nicht besser als einen Toilettengang: runterspülen und fertig. Recycling-Papier an sich kann dagegen bis zu sieben Mal wiederverwertet werden, bevor es als klimafreundliches Toilettenpapier genutzt wird und in der Kanalisation endet. Schon bei der Produktion wird im Vergleich zu Frischfaserpapier bei 500 Blatt so viel Energie gespart, dass eine 100-Watt-Glühlampe 44 Stunden brennen könnte.

Warum also noch immer diese Abneigung? Recycling-Klopapier steht herkömmlichem Papier in nichts nach, die meisten würden den Unterschied noch nicht mal merken. Nur die süßen Küken und Häschen auf den Verpackungen vom 5-lagigen Klopapier gaukeln uns etwas anderes vor. Statt auf süße Tiere zu achten, sollte lieber nach dem „Blauen Engel“ Ausschau gehalten werden. Klopapier mit dem geschützten Zeichen wird zu hundert Prozent aus Altpapier gemacht. Kein Baum muss dafür gefällt werden. Und die verbliebenen Bäume können CO2 aus der Luft filtern und dem Treibhauseffekt entgegenwirken.

Auf Kosten des Klimas

Das T-Shirt aus Taiwan. Das Kleid aus China. Das Spielzeug aus Vietnam. Exotisches Obst aus Neuseeland und der Türkei. Unmengen an Produkten legen eine weite Strecke bis zu Ihrem Abnehmer zurück – meist gleich mit mehreren Transportmitteln, die jede Menge CO2 in die Luft blasen. Oft locken verblüffend niedrige Preise, die nur möglich sind, weil es die Produktionskosten „dank“ niedriger Löhne oder minderwertiger Materialien und Ersatzstoffe zulassen.


Es gibt also diverse Argumente, um darauf zu achten, woher sein Konsumgut kommt. Kurze Wege und die nachhaltige regionale Produktion sind nicht nur für das Klima gut, sondern kurbeln auch die regionale Wirtschaft an.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Zahlen für Einsamkeit

Hier kommt ein Rechenbeispiel, das selbst Mathehasser lieben werden: Ein Auto mit zwei Personen benötigt für die gleiche Strecke nur halb so viel Sprit, wie zwei Autos mit je einer Person. Im Vergleich zum 1.000 Kilogramm schweren Auto fallen Personen einfach nicht ins Gewicht (es sei denn, man ist mit einer Horde Sumo Ringer unterwegs). Mit Mitfahrgelegenheiten sparen wir also richtig viel – und verringern die schädlichen Emissionen deutlich.

Über 60 Prozent der täglichen Wege von und zur Arbeitsstelle werden mit dem Pkw zurückgelegt. Aber das Verhältnis von Mitfahrern zu Fahrer liegt nur bei etwa 1:13. Damit machen wir uns selbst das Leben schwer und müssen uns mit hohen Betriebskosten, Staus im Berufsverkehr, Zeitverlust, Parkplatzsuche am Zielort und nicht zuletzt, mehr als dicker Luft zufrieden geben.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Jeder kennt es. Gefühlt jeder tut es. Wo man auch hinguckt, überall in unseren Städten, Parks, Grünanlagen und an Stränden lauern sie: Kippenstummel und Co. Wer hat eigentlich wann entschieden, dass die Zigarettenreste kein Müll sind? Mit einer Selbstverständlichkeit werden Filter und Rest-Tabak einfach dort hingeschmissen, wo man sich eben gerade befindet. Dabei verrotten die Reste keinesfalls, denn die Filter bestehen aus Kunststoffmikrofaser, die zusätzlich toxische Stoffe freisetzen. Diese wiederum gelangen ins Grundwasser und belasten dieses. Und nicht nur Zigarettenreste werden einfach in der Natur hinterlassen. Auch anderer Müll, wie Kaugummipapier, Taschentücher oder Reste vom Picknick werden oft rücksichtslos liegen gelassen.


Zigarettenreste sollten also, wie jeder andere Müll auch, lieber im dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgt werden als wahllos auf der Straße oder in der Natur. Wer es noch vorbildlicher machen möchte, kann sie auch nachhaltig entsorgen. Recyclingunternehmen nehmen die Stummel an und verwerten sie weiter. So entstehen neue Plastikprodukte für die kein neues Plastik produziert werden muss – das spart dann zusätzlich noch natürliche Ressourcen.

Eiszeit

Ironisch und sehr bitter. Dadurch, dass wir Sachen falsch einfrieren und unser Eisfach nicht abtauen, fördern wir den Klimawandel und sorgen dafür, dass uns immer mehr Eis wegschmilzt. Aber wer kümmert sich schon darum, dass das Eisfach regelmäßig abgetaut wird? Wer achtet schon auf die Eisschicht in seinem Eisfach? Fakt ist, dass sich der Energieverbrauch bei starker Vereisung um rund 10-15 Prozent erhöhen kann. Deswegen gilt die Ein-Zentimeter-Regel. Spätestens ab einer Eisschicht von einem Zentimeter sollte das Gerät abgetaut werden. Damit die Kühlkette dabei nicht unterbrochen und noch mehr Energie zum erneuten Einfrieren verbraucht wird, sollte dies an kalten Wintertagen passieren oder man lagert die Produkte für kurze Zeit im Kühlschrank.

Damit wir nicht so oft abtauen müssen, sollten wir das Gefrierfach nach dem Öffnen so schnell wie möglich wieder schließen und die Speisen in luftdichter, wasserundurchlässiger Verpackung einfrieren. Und bitte: keine warmen Speisen (aber das weiß ja eigentlich jedes Kind).

Tonnenweise Wasser

„Ihhh, schon wieder Regen.“ So denken viele, wenn die großen Tropfen vom Himmel fallen. Aber Regen ist gut. Sogar sehr gut. Vor allem für Pflanzen, Bäume, Obst oder Gemüse in unserem Haus und Garten. Das weiche Regenwasser mögen die Pflanzen, zum Beispiel Rhododendron oder Geranien, besonders gern. Dafür kann das vom Dach abfließende Regenwasser einfach in eine Regentonne geleitet werden. So geht das wertvolle Nass nicht verloren und gleichzeitig verbrauchen wir weniger Trinkwasser.

Mit minimalem Aufwand schützen wir eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen und gleichzeitig auch unser Klima. Denn Wasseraufbereitung ist energieintensiv, sogar die Aufbereitung von kaltem Wasser. 18 Liter Wasser fließen in einer Minute aus einem Gartenschlauch. Das sind 7 m3 Wasser im Jahr für die Bewässerung von Pflanzen. Nutzen wir stattdessen die gleiche Menge an Regenwasser, stoßen wir fünf Kilogramm CO2 weniger aus. Geld sparen wir übrigens ganz nebenbei auch noch. Für die Tonne ist am Ende nur das Regenwasser.

Gesucht: Stromfresser

Mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag. Und das alleine beim Marktführer der Suchmaschinen im Internet. Es ist aber auch hilfreich. Schnell das eingeben, was man sucht und mit einem Klick werden einem die Ergebnisse schön übersichtlich präsentiert. Mittlerweile sind wir so abhängig von den Suchmaschinen, dass wir sie sogar benutzen, wenn wir gar nichts suchen – einfach nur weil es bequemer ist, als die Adresse in der Browserleiste einzugeben. Ein Harvard-Physiker hat errechnet, dass bei zwei Suchanfragen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbrühen einer Kanne Tee mit dem Wasserkocher. Unterstützt wird die schlechte CO2-Bilanz dadurch, dass die großen Rechenzentren der Anbieter vor allem dort angesiedelt sind, wo mit fossilen Brennstoffen elektrische Energie produziert wird.

Suchen geht auch ohne CO2 – oder zumindest weniger. In den letzten Jahren sind immer mehr grüne Suchmaschinen gewachsen, die versuchen nicht so viel schlechten Strom zu verbrauchen und einen Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Eine der Suchmaschinen ist Ecosia. 80 Prozent der Werbeeinnahmen gehen hier an ein Regenwald-Projekt und es wird CO2-neutral gesucht. 

Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Mich bringen die Öffis, mein Fahrrad oder meine zwei Beine ans Ziel. Das hält fit und schont das Klima.
Recyceltes Papier ist nicht schlechter und ich kann beruhigt auf Toilette gehen. Wegen mir müssen nicht noch mehr Bäume sterben.
Ich achte beim Einkauf darauf, dass die Produkte aus der Region kommen oder zumindest nur kurze Transportwege haben. Gut für´s Klima und mein Gewissen.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Keine Mitfahrgelegenheit zu nutzen, ist ziemlich dumm. Weniger Autos heißt weniger CO2, Stau und Verbrauch.
Zigarettenstummel und Kaugummipapier sind auch Müll. Wenn kein Eimer oder Aschenbecher in der Nähe ist, dann behalte ich meinen Müll bei mir und entsorge ihn später. So bleibt wenigstens meine Umgebung sauber und gesund.
Ich taue regelmäßig mein Eisfach ab: Kühlt besser, braucht nicht so viel Energie, hält länger.
Ich bewässere mit System und nutze nur das Wasser, das eh vom Himmel kommt.
Jede Online-Suchanfrage verbraucht Strom. Deswegen überlege ich mir zweimal, ob sie nötig ist.
Ich mache im Internet alles über die Suchmaschine, auch wenn ich die Seitenadresse schon kenne. Warum nicht?
Meine Pflanzen gieße ich mit Wasser aus dem Hahn. Ich sammle doch nicht extra Regenwasser dafür.
Solange mein Eisfach kühlt, sehe ich keinen Sinn darin, mir die Mühe zu machen, es abzutauen.
Ich werfe meine Zigarettenstummel oder mein Kaugummipapier häufig einfach auf den Boden. Die Sachen sind so klein, das stört doch keinen – und schließlich macht das jeder so. Da kommt es auf meine Kleinigkeiten auch nicht mehr an.
Ich will flexibel sein und kann gut und gerne auf andere Menschen und Small Talk auf dem Weg zur Arbeit verzichten.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann kaufe ich es mir auch – egal, ob es vom anderen Ende der Welt angeliefert wird. Günstiger ist es meist auch noch.
Wer mag schon graues und dünnes Papier am Hintern? Toilettenpapier ist bei mir weiß und mindestens 3-lagig.
Klar fahr' ich Kurzstrecken mit dem Auto. Ganz ehrlich, dafür hab' ich doch eins.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.