„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Klima auf Stand-by / PC

Mancher Computer läuft und läuft… und zwar aus Bequemlichkeit. Warum ihn überhaupt runterfahren, wenn er am nächsten Morgen wieder benötigt wird? Also laufen die Geräte in einer Art Bereitschaftsmodus weiter – die ganze Nacht, Stunde um Stunde. Dabei entstehen durch den Stromverbrauch von Netzteilen, Stromkreisen, Displays und Co sogenannte „Stand-by-Verluste“. Der Computer ist übrigens nur einer dieser Stand-by-Diebe. Auch im privaten siegt der „praktische Ruhemodus“, z. B. beim WLAN-Router und dem Fernseher. Alle „Verluste“ zusammen ergeben eine enorme Menge an unnötig verbrauchtem Strom.   


Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Dreckiges Lifestyle-Accessoire

Ob von einer der großen Kaffee-Ketten oder vom Bäcker nebenan – der ToGo-Becher aus Papier gehört für viele morgens, mittags und zwischendurch dazu. Längst geht es dabei nicht mehr um den Kaffee, sondern darum ein modisches Statement mit dem Becher in der Hand zu setzen. Leider ist es nicht nur ein modisches Statement, sondern auch eins gegen das Klima. Denn für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Der unscheinbare Plastik-Deckel sorgt für weitere 28.000 Tonnen jährlich.

Die Alternative Mehrwegbecher nutzen leider noch viel zu wenige. Dabei nehmen die meisten Läden die Becher gerne an, füllen sie auf und geben sogar Rabatt auf den Kaffee. Einige haben ein System etabliert, bei dem Becher zur Reinigung abgegeben werden können – man erhält dafür einen anderen Mehrwegbecher. Wer also Kaffee und das Klima liebt, der schwimmt lieber gegen den Strom und gibt den Pappbechern einen Korb.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Wir sind faul

Mal eben zum Bäcker mit dem Auto, dann bleiben die Brötchen wenigstens warm. Morgens vermeintlich schneller zur Arbeit kommen. Lieber zum Fitness-Studio fahren und dann erst mit dem Laufen anfangen …

50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland sind weniger als sechs Kilometer lang. Kurzstrecken kosten uns oft mehr Zeit, richtig viel Benzin und vor allem ein gutes Klima. Laut Umweltbundesamt belastet durchschnittlich jeder von uns durch seine Mobilität das Klima mit zwei Tonnen CO2 jährlich. Wie kommt das? Wir sind nicht gut zu Fuß: täglich werden nur zirka 600 Meter mit den eigenen zwei Beinen zurückgelegt. Auch das Fahrrad nutzen wir lediglich für einen kleinen Kilometer. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn wir wenigstens 1.200 Meter zu Fuß und zwei Kilometer mit dem Rad fahren, ersparen wir der Atmosphäre 5,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr – das entspricht einer Jahresleistung von zirka einer halben Million Bäume. Worauf warten wir noch? Loslaufen.

Schmutzige Wäsche

Mit jedem Waschgang können wir zum Klimaschutz beitragen und natürliche Ressourcen schonen. Dafür müssen wir nicht einmal auf das Waschbrett umsteigen und den nächsten Bach suchen, sondern beim Waschen nur ein paar Dinge beachten. Etwa 80 Prozent der gesamten Umweltbelastungen, die durch eine Waschmaschine verursacht werden, entstehen während ihres Gebrauchs. Natürlich kommen auch Herstellung, Transport etc. dazu, aber tatsächlich müssen wir bei uns zu Hause ansetzen.

Zum Beispiel indem wir die Trommel auch wirklich voll machen, sonst haben wir den gleichen Wasser- und Energieverbrauch für wesentlich weniger Klamotten. Es müssen auch nicht immer die hohen Gradzahlen sein, um den Schmutz zu beseitigen. Das 40 °C-Programm spart etwa 35 bis 40 Prozent Energie gegenüber dem Waschprogramm mit  60 °C  ein. Der Verzicht auf die Vorwäsche führt außerdem zu weniger Wasser, das erhitzt werden muss. Und zum Schluss: die Wäsche gut durchschleudern. Denn es braucht hundert Mal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen, als durch Schleudern. Also dann: Frohes Waschen! 

Abstellen

180 Sekunden das Wasser laufen lassen. Das kann doch nicht so schlimm sein. Oder? Beim Zähneputzen bleibt deswegen häufig der Hahn auf. Trotzdem wird in dieser Zeit unnötig Wasser verbraucht. Innerhalb von fünf Minuten können das gut und gerne bis zu 20 Liter Wasser sein. Auf das Jahr gerechnet ist das ein beachtlicher Mehrverbrauch. Mehr Wasser heißt mehr Energie und das führt zu mehr CO2, das ausgestoßen wird.

Ein einfacher Tipp: beim Zähneputzen das gute alte Zahnputzglas verwenden. Die Menge im Glas reicht um auszuspülen und die Zahnbürste von der Zahnpasta zu befreien. 300 Milliliter im Gegensatz zu 20 Litern. Eine ganz einfache Entscheidung. 

Nicht besonders helle

Licht macht es uns so einfach. Einmal den Schalter umgelegt und schon wird es hell. Aber Licht kostet Energie. Die wird zum großen Teil aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Trägern gewonnen. Die Bereitstellung und die Umwandlung in Nutzenergie verursacht Emissionen. Der Energiesektor ist mit circa 84,5 Prozent im Jahr die größte Quelle von Treibhausgasemissionen.

Also, Licht aus oder? Im Sommer freuen wir uns über die vielen hellen Stunden und sonst sitzen wir im Dunkeln. Natürlich nicht. Aber vielleicht kann man einfach das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt. Denn – man mag es kaum glauben – Licht lässt sich genau so leicht aus-, wie anmachen. Alleine dadurch könnten wir schon ein Vielfaches an Energie sparen. Energiesparbirnen sind ein weiteres Vehikel. Denn eine 60-Watt-Birne, die neun Stunden brennt, verbraucht 286,2 Gramm CO2, eine Energiesparbirne in der gleichen Zeit nur 53 Gramm. Gute Idee. Da geht uns doch ein Licht auf. Oder besser gesagt aus.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Unnötig Strom verbrauchen kommt nicht in Frage. Geräte, die ich nicht nutze, kann ich auch komplett ausschalten. Das spart nicht nur Kosten. Sicherer ist es auch noch.
Ich habe einen Mehrwegbecher, damit ich nicht noch mehr Müll produziere. Den Kaffee gibt es sogar häufig günstiger.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Mich bringen die Öffis, mein Fahrrad oder meine zwei Beine ans Ziel. Das hält fit und schont das Klima.
Ich investiere lieber ein bisschen mehr in meine Waschmaschine, damit ich weniger Wasser verbrauche.
Ich mache das Wasser nur kurz zum Abspülen beim Zähneputzen an. Laufendes Wasser verschwendet noch mehr Energie.
Wenn ich einen Raum verlasse, schalte ich auch das Licht aus. Für mich ist das vollkommen normal.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Manchmal brennt halt in mehreren Räumen Licht, ständiges An- und Ausschalten nervt nur.
Ich lasse das Wasser schön beim Zähneputzen laufen. Sind doch nur drei Minuten.
Bei meiner Waschmaschine auf den Wasserverbrauch achten? Ich glaube, da habe ich Besseres zu tun.
Klar fahr' ich Kurzstrecken mit dem Auto. Ganz ehrlich, dafür hab' ich doch eins.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Mein Kaffee kommt in einen ToGo-Becher aus Pappe. Den muss ich wenigstens nicht mitschleppen oder abwaschen.
Meinen Computer nach Arbeitsende herunterfahren? Finde ich überflüssig. Der Stromspar-Modus muss reichen, denn so muss ich am nächsten Morgen nicht so lang warten bis er wieder hochgefahren ist.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.