„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Eiszeit

Ironisch und sehr bitter. Dadurch, dass wir Sachen falsch einfrieren und unser Eisfach nicht abtauen, fördern wir den Klimawandel und sorgen dafür, dass uns immer mehr Eis wegschmilzt. Aber wer kümmert sich schon darum, dass das Eisfach regelmäßig abgetaut wird? Wer achtet schon auf die Eisschicht in seinem Eisfach? Fakt ist, dass sich der Energieverbrauch bei starker Vereisung um rund 10-15 Prozent erhöhen kann. Deswegen gilt die Ein-Zentimeter-Regel. Spätestens ab einer Eisschicht von einem Zentimeter sollte das Gerät abgetaut werden. Damit die Kühlkette dabei nicht unterbrochen und noch mehr Energie zum erneuten Einfrieren verbraucht wird, sollte dies an kalten Wintertagen passieren oder man lagert die Produkte für kurze Zeit im Kühlschrank.

Damit wir nicht so oft abtauen müssen, sollten wir das Gefrierfach nach dem Öffnen so schnell wie möglich wieder schließen und die Speisen in luftdichter, wasserundurchlässiger Verpackung einfrieren. Und bitte: keine warmen Speisen (aber das weiß ja eigentlich jedes Kind).

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Hauptsache billig

Für Dreiviertel von uns ist es einfach zu verlockend: 50 Cent oder weniger für einen Liter Milch. Da greifen wir doch gleich zu. Die regionale Bio-Milch wird kaum eines Blickes gewürdigt. Gerade 2,3 Prozent der verkauften Milch ist Bio. Natürlich kommen die billigen Dumpingpreise nicht von ungefähr, die Tiere, die Bauern und das Klima sind die Leidtragenden.

Große Transportentfernungen und die erforderliche geschlossene Kühlkette sorgen für viele unfreundliche Treibhausgase in der Atmosphäre. Bei Milch gilt das Gleiche wie bei vielen anderen Produkten auch: auf Nachhaltigkeit achten, besser aus der eigenen Region kaufen und weniger, aber dafür besser, ist am Ende immer mehr.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Abwärtsfahrt

Die Verlockung ist groß. Entweder die anstrengenden Treppen nehmen oder aber den Aufzug rufen und ganz bequem in der Kabine zum Ziel fahren. Vielleicht läuft sogar fröhliche Fahrstuhlmusik. Aber es ist nicht einfach nur eine sportliche Entscheidung. Natürlich tun die Treppen dem Körper gut und halten fit, aber Treppensteigen ist ganz nebenbei auch noch gut für das Klima. Denn mit jeder Treppe sparen wir Strom.

Beim Stromverbrauch von Aufzügen gibt es mehrere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Zum einen die Anzahl der Stockwerke, die überwunden werden, zum anderen das Gewicht der zu befördernden Personen und der Gerätetyp. So verbraucht ein Aufzug auf einer Strecke von fünf Stockwerken mit einem Erwachsenen und einem Kind an Bord zwischen 0,02 und 0,2 Kilowattstunden Strom. Ähnlich viel verbraucht ein Toaster, wenn er zehn Minuten in Betrieb ist. Es lohnt sich also auf den Aufzug zu verzichten und nach dem Treppensteigen schmeckt der Toast doppelt so gut.

Über den Giftwolken

Nur Fliegen ist schöner? Eher nicht. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als Flugreisen. Mit nur einem Urlaubsflug nach Teneriffa wird das Klima ähnlich stark geschädigt, wie durch ein Jahr Autofahren. 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, stammen aus dem Flugverkehr.

Und die Lösung? Einfach nicht mehr in den Urlaub fahren? Natürlich nicht. Wer auf die Flugreise nicht verzichten möchte oder kann, hat die Möglichkeit, zu jedem Flug eine Klima-Kompensation dazu zu buchen. Dabei finanzieren Passagiere Klimaschutzprojekte, die das beim Flug ausgestoßene CO2 wieder einsparen. Oder – noch besser – Urlaub in Good Old Germany. An den Walchensee in den Alpen für Karibik-Feeling, ins Auenland am Schrecksee oder zu den deutschen Niagarafällen in Triberg.

Auf der Ölspur

Nicht nur die Nuss-Nougat-Creme wird durch Palmöl geschmeidig gemacht. Margarine, Eis, Kekse, Pizza, Schokolade, Kerzen, Reinigungsmittel, Kosmetik, … der billige Rohstoff ist in etwa der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Ein öliger Teufelskreis: Günstige Produkte, größere Nachfrage, mehr Regenwaldrodung. Denn die so begehrten Ölpalmen brauchen das feuchte und warme Regenwaldklima.

Apropos Klima: Um Ölpalmen anzubauen, werden Wälder brandgerodet. Während der Brände werden in wenigen Wochen so viele Treibhausgase ausgesetzt wie Deutschland in einem ganzen Jahr nicht produziert. In Kombination mit Düngemitteln, Pestiziden, Ernte, Transport und weiteren Arbeitsschritten ist die Beschaffung von Palmöl vergleichbar mit einem nie enden wollenden Horrorfilm. Einfach grausam.

Leihgabe

Brauchen wir unsere Kamera wirklich jeden Tag? Was ist mit einem Zelt, das wir nur einmal im Jahr benutzen? Oder unsere Bücher? Die Liste könnte ewig so weiter gehen. Wir haben viele Sachen zu Hause, die andere gut gebrauchen könnten und die wir, zumindest zeitweise, gar nicht brauchen. Warum also nicht ausleihen? Alles, was wir verleihen, muss jemand anderes sich nicht neu kaufen. Dadurch ersparen wir unserem Klima eine ganze Reihe an Belastungen. Der Suchende muss nicht in unterschiedlichen Läden suchen gehen, die er vielleicht sogar mit dem Auto aufgesucht hätte. Die Produkte müssen nicht neu hergestellt werden. Alles, was während dieses Prozesses angefallen wäre fällt weg. Und das kann je nach Produkt eine ganze Menge sein. Das Objekt unserer Begierde muss nicht erst vom Herstellungsort zu uns transportiert werden. Und zu guter Letzt: da nichts Neues entstanden ist, muss es auch nicht aufwendig recycelt werden. Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass wir mehr Platz haben, wenn wir zeitweise unseren Kram verleihen.

Das Internet macht uns zudem das Verleihen ganz einfach, sodass nicht nur unsere Nachbarn oder Verwandten profitieren. Zahlreiche Plattformen stellen den Kontakt zwischen Anbieter und Suchendem ganz unkompliziert her und sorgen dafür, dass alles mit Rechten Dingen zugeht. Einfach mal kurz zu Hause umschauen. Was wird gerade nicht gebraucht und kann verliehen werden? So kann jeder mit wenig Aufwand zum Klimaschutz beitragen.

Müll hat viele Leben

Klar ist Mülltrennung aufwendig. Was kommt jetzt nochmal in welche Tonne, was darf da nicht rein und wofür muss ich extra zum Container laufen? Aber wer Mülltrennung richtig durchzieht, kann sich selber auf die Schulter klopfen, denn er tut dem Klima etwas Gutes.

Durch das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Abfällen können wir auf den „guten Müll“, wie Metalle, Glas, Kunststoffe, Papier und Holz gezielt zugreifen. So wird die Produktion von zum Beispiel Metallen vermieden, die aus Erzen gewonnen werden oder von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Energie sparen wir auch noch. Denn um überhaupt an die Rohstoffe zu gelangen, sie zu transportieren und aufzubereiten, müssen wir viel Kraft investieren und schicken tonnenweise CO2 in die Atmosphäre. Also weg mit dem Müll, aber richtig.

Ich taue regelmäßig mein Eisfach ab: Kühlt besser, braucht nicht so viel Energie, hält länger.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Für meine nachhaltige, regionale Hofmilch zahle ich mit Freuden den höheren Preis.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Treppen machen mich fit und helfen meiner Figur. Den Aufzug können die Faulen nehmen.
Warum nicht Deutschland mit dem Zug entdecken? Ist auch schön und die Anreise ist viel kürzer und bequemer.
Ich verzichte bewusst auf Produkte mit Palmöl. Der Geschmack rechtfertigt nicht den Verlust der Regenwälder.
Umsonst Geld, Ressourcen und gutes Klima verschwenden, wenn ich mir das, was ich brauche auch ausleihen kann? Macht keinen Sinn.
Wenn viele mitmachen, kann Mülltrennung auch funktionieren. Ich leiste meinen Beitrag jedenfalls.
Mülltrennung ist ein Mythos, am Ende landet eh alles auf einem Haufen. Da spar' ich mir den Aufwand.
Ausleihen ist für Leute, die es sich nicht leisten können. Ich möchte meine Sachen für mich haben.
Ich genieße jeden cremigen Palmöl-Löffel Nuss-Nougat-Creme. Einfach lecker.
Urlaub in Deutschland? Keine Lust. Ich fliege möglichst weit weg, das Klima ist mir egal.
Seien wir mal ehrlich: Keiner hat Lust, Treppen zu steigen. Wenn ein Aufzug da ist, steige ich ein.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Ich kaufe gerne die billige Milch. Wie es zu dem Preis kommt, interessiert mich nicht.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
Solange mein Eisfach kühlt, sehe ich keinen Sinn darin, mir die Mühe zu machen, es abzutauen.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.