„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Gesucht: Stromfresser

Mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag. Und das alleine beim Marktführer der Suchmaschinen im Internet. Es ist aber auch hilfreich. Schnell das eingeben, was man sucht und mit einem Klick werden einem die Ergebnisse schön übersichtlich präsentiert. Mittlerweile sind wir so abhängig von den Suchmaschinen, dass wir sie sogar benutzen, wenn wir gar nichts suchen – einfach nur weil es bequemer ist, als die Adresse in der Browserleiste einzugeben. Ein Harvard-Physiker hat errechnet, dass bei zwei Suchanfragen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbrühen einer Kanne Tee mit dem Wasserkocher. Unterstützt wird die schlechte CO2-Bilanz dadurch, dass die großen Rechenzentren der Anbieter vor allem dort angesiedelt sind, wo mit fossilen Brennstoffen elektrische Energie produziert wird.

Suchen geht auch ohne CO2 – oder zumindest weniger. In den letzten Jahren sind immer mehr grüne Suchmaschinen gewachsen, die versuchen nicht so viel schlechten Strom zu verbrauchen und einen Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Eine der Suchmaschinen ist Ecosia. 80 Prozent der Werbeeinnahmen gehen hier an ein Regenwald-Projekt und es wird CO2-neutral gesucht. 

Abstellen

180 Sekunden das Wasser laufen lassen. Das kann doch nicht so schlimm sein. Oder? Beim Zähneputzen bleibt deswegen häufig der Hahn auf. Trotzdem wird in dieser Zeit unnötig Wasser verbraucht. Innerhalb von fünf Minuten können das gut und gerne bis zu 20 Liter Wasser sein. Auf das Jahr gerechnet ist das ein beachtlicher Mehrverbrauch. Mehr Wasser heißt mehr Energie und das führt zu mehr CO2, das ausgestoßen wird.

Ein einfacher Tipp: beim Zähneputzen das gute alte Zahnputzglas verwenden. Die Menge im Glas reicht um auszuspülen und die Zahnbürste von der Zahnpasta zu befreien. 300 Milliliter im Gegensatz zu 20 Litern. Eine ganz einfache Entscheidung. 

Klima am A****

Für unseren Hintern nur das Beste. So denken die meisten Deutschen. Gerade einmal 24 Prozent greifen zum recycelten Papier. Für alle anderen muss es schneeweiß und am besten 5-lagig sein – das aber für sogenanntes Frischfaserpapier jeden Tag tausende Bäume gefällt werden, ist uns völlig egal. Jeder Deutsche verbraucht stolze 18 Kilogramm Toilettenpapier im Jahr. Das ist ein Verbrauch von drei Milliarden Rollen, alleine in Deutschland. Unsere Bäume behandeln wir damit nicht besser als einen Toilettengang: runterspülen und fertig. Recycling-Papier an sich kann dagegen bis zu sieben Mal wiederverwertet werden, bevor es als klimafreundliches Toilettenpapier genutzt wird und in der Kanalisation endet. Schon bei der Produktion wird im Vergleich zu Frischfaserpapier bei 500 Blatt so viel Energie gespart, dass eine 100-Watt-Glühlampe 44 Stunden brennen könnte.

Warum also noch immer diese Abneigung? Recycling-Klopapier steht herkömmlichem Papier in nichts nach, die meisten würden den Unterschied noch nicht mal merken. Nur die süßen Küken und Häschen auf den Verpackungen vom 5-lagigen Klopapier gaukeln uns etwas anderes vor. Statt auf süße Tiere zu achten, sollte lieber nach dem „Blauen Engel“ Ausschau gehalten werden. Klopapier mit dem geschützten Zeichen wird zu hundert Prozent aus Altpapier gemacht. Kein Baum muss dafür gefällt werden. Und die verbliebenen Bäume können CO2 aus der Luft filtern und dem Treibhauseffekt entgegenwirken.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Hauptsache billig

Für Dreiviertel von uns ist es einfach zu verlockend: 50 Cent oder weniger für einen Liter Milch. Da greifen wir doch gleich zu. Die regionale Bio-Milch wird kaum eines Blickes gewürdigt. Gerade 2,3 Prozent der verkauften Milch ist Bio. Natürlich kommen die billigen Dumpingpreise nicht von ungefähr, die Tiere, die Bauern und das Klima sind die Leidtragenden.

Große Transportentfernungen und die erforderliche geschlossene Kühlkette sorgen für viele unfreundliche Treibhausgase in der Atmosphäre. Bei Milch gilt das Gleiche wie bei vielen anderen Produkten auch: auf Nachhaltigkeit achten, besser aus der eigenen Region kaufen und weniger, aber dafür besser, ist am Ende immer mehr.

Was für eine Flasche

Getränke brauchen ein Behältnis. Aber was für eins? Mehrwegsysteme sind grundsätzlich umweltfreundlicher als Einwegsysteme, da die Flaschen vielfach gespült und wiederverwendet werden und einen Beitrag zur Schonung begrenzter Ressourcen leisten. Noch besser als nur Mehrweg, ist Mehrweg aus der Region. Ein kürzerer Weg ins Regal heißt gleichzeitig auch weniger CO2-Ausstoß. Wer überfordert vor dem Getränkeregal steht, setzt am besten auf Mehrwegflaschen aus Plastik (PET). Die Flaschen sind leichter als Glasflaschen und sorgen dadurch für weniger Transportemissionen. Durch ihre lange Lebensdauer sind aber auch Glas-Mehrwegsysteme um ein Vielfaches besser als Einwegflaschen. Am Ende ist es doch so einfach: Beim Getränkekauf auf Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas aus der Region setzen, Flaschen zu Hause sammeln und zum Supermarkt bringen. Oder einfach gleich das Schleppen sparen und Wasser aus der Leitung trinken.

Tonnenweise Wasser

„Ihhh, schon wieder Regen.“ So denken viele, wenn die großen Tropfen vom Himmel fallen. Aber Regen ist gut. Sogar sehr gut. Vor allem für Pflanzen, Bäume, Obst oder Gemüse in unserem Haus und Garten. Das weiche Regenwasser mögen die Pflanzen, zum Beispiel Rhododendron oder Geranien, besonders gern. Dafür kann das vom Dach abfließende Regenwasser einfach in eine Regentonne geleitet werden. So geht das wertvolle Nass nicht verloren und gleichzeitig verbrauchen wir weniger Trinkwasser.

Mit minimalem Aufwand schützen wir eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen und gleichzeitig auch unser Klima. Denn Wasseraufbereitung ist energieintensiv, sogar die Aufbereitung von kaltem Wasser. 18 Liter Wasser fließen in einer Minute aus einem Gartenschlauch. Das sind 7 m3 Wasser im Jahr für die Bewässerung von Pflanzen. Nutzen wir stattdessen die gleiche Menge an Regenwasser, stoßen wir fünf Kilogramm CO2 weniger aus. Geld sparen wir übrigens ganz nebenbei auch noch. Für die Tonne ist am Ende nur das Regenwasser.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Noch zu retten?

Immer dem neuesten Trend folgen. Sachen ein paar Mal anziehen und dann wegschmeißen. Wir leben in der Welt von „Fast Fashion“ und denken dabei nicht daran, dass jedes neue Teil, das wir uns anschaffen, auch ganz schnell unser Klima schädigt. Die Deutschen besitzen 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, davon werden nur 40 Prozent getragen. Bei Schuhen wird das noch deutlicher. Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. Sachen reparieren? Viel zu aufwendig. Und die neuen Sachen viel zu günstig. Die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Dabei kosten uns die Arbeitsschritte und Transportwege einer Jeans alleine schon 23,5 Kilogramm CO2 – je Jeans. Genauso viel stößt ein Auto auf einer 150 Kilometer langen Strecke aus.

Und es hört auch nicht bei Kleidung auf. Es muss auch das neueste Smartphone sein, der Toaster wird nicht repariert und der Fernseher schon gar nicht. Viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist, landen also einfach auf dem Müll. Die Gewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann.

Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Jede Online-Suchanfrage verbraucht Strom. Deswegen überlege ich mir zweimal, ob sie nötig ist.
Ich mache das Wasser nur kurz zum Abspülen beim Zähneputzen an. Laufendes Wasser verschwendet noch mehr Energie.
Recyceltes Papier ist nicht schlechter und ich kann beruhigt auf Toilette gehen. Wegen mir müssen nicht noch mehr Bäume sterben.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Für meine nachhaltige, regionale Hofmilch zahle ich mit Freuden den höheren Preis.
Ich muss eh zum Supermarkt und dann kommen halt noch ein paar Flaschen mit. Wo ist das Problem?
Ich bewässere mit System und nutze nur das Wasser, das eh vom Himmel kommt.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Für neue Sachen wird viel Aufwand betrieben. Vor allem vom Klima. Ich flicke und repariere, wo ich kann.
Neu ist immer besser. Ich will im Trend liegen und nicht jahrelang das gleiche Zeug an der Backe haben.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Meine Pflanzen gieße ich mit Wasser aus dem Hahn. Ich sammle doch nicht extra Regenwasser dafür.
Diese nervige Flaschenrückgabe im Supermarkt mache ich nicht mit. Bei mir gibt’s kein Mehrweg.
Ich kaufe gerne die billige Milch. Wie es zu dem Preis kommt, interessiert mich nicht.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Wer mag schon graues und dünnes Papier am Hintern? Toilettenpapier ist bei mir weiß und mindestens 3-lagig.
Ich lasse das Wasser schön beim Zähneputzen laufen. Sind doch nur drei Minuten.
Ich mache im Internet alles über die Suchmaschine, auch wenn ich die Seitenadresse schon kenne. Warum nicht?
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.