„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Einmal neues Klima bitte

Immer mit der Trendwelle schwimmen – das ist das Wichtigste bei der schnelllebigen Entwicklung der Unterhaltungselektronik. Reparieren und bis zum bitteren Ende nutzen ist aus der Mode gekommen. Es muss das neueste Smartphone sein, der größte und fortschrittlichste Flatscreen, der Toaster wird nicht repariert und der Laptop schon gar nicht. Und was passiert mit den ausrangierten Geräten? Sie landen im Müll oder gammeln im Keller ungenutzt vor sich hin.


In Deutschland fallen jedes Jahr 700.000 Tonnen Elektroschrott an, ein Müllberg so schwer wie zehn Millionen Waschmaschinen, nur weitaus größer. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der nicht mehr darüber nachgedacht wird, was hinter all den Waren steckt. Und das sind viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist. Diese landen also einfach auf dem Müll – und das, obwohl es meist noch gar nicht an der Zeit dafür ist. Oft ist das, was für uns „out“ ist oder uns nicht mehr nützlich erscheint für andere noch zu gebrauchen. Und wenn wirklich keiner mehr etwas damit anfangen kann, gibt es Wege den Elektroschrott sinnvoll zu recyceln. Denn die Neugewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann. Ein gesundes Klima ist für uns wirklich existenziell und das gibt es nicht alle paar Jahre neu.

Abstellen

180 Sekunden das Wasser laufen lassen. Das kann doch nicht so schlimm sein. Oder? Beim Zähneputzen bleibt deswegen häufig der Hahn auf. Trotzdem wird in dieser Zeit unnötig Wasser verbraucht. Innerhalb von fünf Minuten können das gut und gerne bis zu 20 Liter Wasser sein. Auf das Jahr gerechnet ist das ein beachtlicher Mehrverbrauch. Mehr Wasser heißt mehr Energie und das führt zu mehr CO2, das ausgestoßen wird.

Ein einfacher Tipp: beim Zähneputzen das gute alte Zahnputzglas verwenden. Die Menge im Glas reicht um auszuspülen und die Zahnbürste von der Zahnpasta zu befreien. 300 Milliliter im Gegensatz zu 20 Litern. Eine ganz einfache Entscheidung. 

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Kochendes Klima

Pasta, Kartoffeln, Eier, Tee … für die unterschiedlichsten Lebensmittel brauchen wir kochendes Wasser. Und damit das Wasser schön brodelt muss unglaublich viel Energie aufgebracht werden. Das Schlimmste, was man machen kann, ist das Wasser im Topf ohne Deckel zu erhitzen. Mit Deckel verbraucht man zwei Drittel weniger Energie und spart bis zu 120 Kilogramm CO2 pro Jahr. Man sollte auch maßvoll mit dem Wasser umgehen. Es dauert nicht nur länger, größere Wassermengen zu erhitzen, es kostet natürlich auch weitaus mehr Energie. Logisch, oder?

Egal, wofür man heißes Wasser braucht: Es lohnt sich, das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen und kochend in den Topf zu schütten. Elektroherde brauchen für das Erhitzen 50 Prozent mehr Strom als ein Wasserkocher. Also die richtige Menge kaltes Wasser im (am besten stromsparenden) Wasserkocher erhitzen und man ist in Sachen „heißes Wasser“ auf der Seite unseres Klimas.

Schmutzige Wäsche

Mit jedem Waschgang können wir zum Klimaschutz beitragen und natürliche Ressourcen schonen. Dafür müssen wir nicht einmal auf das Waschbrett umsteigen und den nächsten Bach suchen, sondern beim Waschen nur ein paar Dinge beachten. Etwa 80 Prozent der gesamten Umweltbelastungen, die durch eine Waschmaschine verursacht werden, entstehen während ihres Gebrauchs. Natürlich kommen auch Herstellung, Transport etc. dazu, aber tatsächlich müssen wir bei uns zu Hause ansetzen.

Zum Beispiel indem wir die Trommel auch wirklich voll machen, sonst haben wir den gleichen Wasser- und Energieverbrauch für wesentlich weniger Klamotten. Es müssen auch nicht immer die hohen Gradzahlen sein, um den Schmutz zu beseitigen. Das 40 °C-Programm spart etwa 35 bis 40 Prozent Energie gegenüber dem Waschprogramm mit  60 °C  ein. Der Verzicht auf die Vorwäsche führt außerdem zu weniger Wasser, das erhitzt werden muss. Und zum Schluss: die Wäsche gut durchschleudern. Denn es braucht hundert Mal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen, als durch Schleudern. Also dann: Frohes Waschen! 

Noch zu retten?

Immer dem neuesten Trend folgen. Sachen ein paar Mal anziehen und dann wegschmeißen. Wir leben in der Welt von „Fast Fashion“ und denken dabei nicht daran, dass jedes neue Teil, das wir uns anschaffen, auch ganz schnell unser Klima schädigt. Die Deutschen besitzen 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, davon werden nur 40 Prozent getragen. Bei Schuhen wird das noch deutlicher. Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. Sachen reparieren? Viel zu aufwendig. Und die neuen Sachen viel zu günstig. Die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Dabei kosten uns die Arbeitsschritte und Transportwege einer Jeans alleine schon 23,5 Kilogramm CO2 – je Jeans. Genauso viel stößt ein Auto auf einer 150 Kilometer langen Strecke aus.

Und es hört auch nicht bei Kleidung auf. Es muss auch das neueste Smartphone sein, der Toaster wird nicht repariert und der Fernseher schon gar nicht. Viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist, landen also einfach auf dem Müll. Die Gewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann.

Rasende Verschmutzung

Amerika ist vielleicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber Deutschland ist das Land der unbegrenzten Geschwindigkeit. Auf der Autobahn kann man endlich mal alles aus seinem Auto rausholen und einfach Gas geben. Aber ist es diese „Freiheit“ wert?

Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Spritverbrauch (also auch mehr Kosten), desto höher der CO2-Ausstoß. Etwa 20 Prozent der Luftverschmutzung durch Kohlendioxid kommt durch den Straßenverkehr. Wenn jeder ein bisschen vom Gas geht, können wir damit schon Millionen Tonnen einsparen. Und seien wir mal ehrlich: Wie frei ist man denn wirklich auf der Autobahn, wenn man die meiste Zeit im Stau steht, für andere Fahrer abbremsen muss oder durch Baustellen fährt? Eben. Also am besten runter vom Gas und ein paar Schadstoffe weniger ablassen.

Müll hat viele Leben

Klar ist Mülltrennung aufwendig. Was kommt jetzt nochmal in welche Tonne, was darf da nicht rein und wofür muss ich extra zum Container laufen? Aber wer Mülltrennung richtig durchzieht, kann sich selber auf die Schulter klopfen, denn er tut dem Klima etwas Gutes.

Durch das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Abfällen können wir auf den „guten Müll“, wie Metalle, Glas, Kunststoffe, Papier und Holz gezielt zugreifen. So wird die Produktion von zum Beispiel Metallen vermieden, die aus Erzen gewonnen werden oder von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Energie sparen wir auch noch. Denn um überhaupt an die Rohstoffe zu gelangen, sie zu transportieren und aufzubereiten, müssen wir viel Kraft investieren und schicken tonnenweise CO2 in die Atmosphäre. Also weg mit dem Müll, aber richtig.

Pakete im Überfluss

Klick. Klick. Produkt bestellt. Und oft schon 24 Stunden später als Paket bei uns vor der Haustür. Online-Shopping macht uns das Einkaufen leichter. Aber auch leichter für die Umwelt? Denn die meisten von uns bestellen das Oberteil aus dem Internet nicht einmal, sondern in unterschiedlichsten Farben und Größen. Im Schnitt geht dann mindestens jedes zweite Paket bei Bekleidungskäufen im Internet wieder zurück. Das sind um die 800.000 Pakete und 400 Tonnen CO2 jeden Tag.

Selbst die Pakete, die bei uns bleiben, sind oft zusätzlich verpackt. Die Produkte kommen zudem in der Regel in viel zu großen Verpackungen. Die werden dann mit noch mehr Papier, Styropor oder Luftpolsterfolie ausgestattet, damit die Ware nicht zu Schaden kommt. Verpackungen umfassen in Deutschland und Österreich über 40 Prozent allen Papiermüllaufkommens. Das liegt vor allem am Online-Versand. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, landet in der Papierherstellung und damit auch wieder in unseren Verpackungen. Viel besser wäre es mit dem Fahrrad oder den Öffis direkt zum Geschäft zu fahren und mit dem eigenen Stoffbeutel einzukaufen. Das Klima dankt.

Tonnenweise Wasser

„Ihhh, schon wieder Regen.“ So denken viele, wenn die großen Tropfen vom Himmel fallen. Aber Regen ist gut. Sogar sehr gut. Vor allem für Pflanzen, Bäume, Obst oder Gemüse in unserem Haus und Garten. Das weiche Regenwasser mögen die Pflanzen, zum Beispiel Rhododendron oder Geranien, besonders gern. Dafür kann das vom Dach abfließende Regenwasser einfach in eine Regentonne geleitet werden. So geht das wertvolle Nass nicht verloren und gleichzeitig verbrauchen wir weniger Trinkwasser.

Mit minimalem Aufwand schützen wir eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen und gleichzeitig auch unser Klima. Denn Wasseraufbereitung ist energieintensiv, sogar die Aufbereitung von kaltem Wasser. 18 Liter Wasser fließen in einer Minute aus einem Gartenschlauch. Das sind 7 m3 Wasser im Jahr für die Bewässerung von Pflanzen. Nutzen wir stattdessen die gleiche Menge an Regenwasser, stoßen wir fünf Kilogramm CO2 weniger aus. Geld sparen wir übrigens ganz nebenbei auch noch. Für die Tonne ist am Ende nur das Regenwasser.

Ich nutze mein Smartphone normalerweise bis es seinen Geist aufgibt. Und wenn nicht, wird das alte zumindest weiterverkauft oder verschenkt. Das schont viele wertvolle Ressourcen und macht einen anderen Nutzer glücklich.
Ich mache das Wasser nur kurz zum Abspülen beim Zähneputzen an. Laufendes Wasser verschwendet noch mehr Energie.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Jedes Mal zu viel Wasser aufkochen, dauert länger und verbraucht unnötig Energie. Da muss ich nur vorher meinen Bedarf checken.
Ich investiere lieber ein bisschen mehr in meine Waschmaschine, damit ich weniger Wasser verbrauche.
Für neue Sachen wird viel Aufwand betrieben. Vor allem vom Klima. Ich flicke und repariere, wo ich kann.
Ich fahre so, dass ich möglichst wenig verbrauche. Dauert nicht viel länger, schont Geldbeutel, Nerven und Klima.
Wenn viele mitmachen, kann Mülltrennung auch funktionieren. Ich leiste meinen Beitrag jedenfalls.
Lange Transportwege und riesen Verpackungen für meistens kleine Teile: Online-Versand kommt für mich und das Klima nicht in Frage.
Ich bewässere mit System und nutze nur das Wasser, das eh vom Himmel kommt.
Meine Pflanzen gieße ich mit Wasser aus dem Hahn. Ich sammle doch nicht extra Regenwasser dafür.
Ich liebe es, viele Pakete zu bekommen – 365 Tage Weihnachten. Die ganzen Verpackungen landen im Müll. Ist doch klar.
Mülltrennung ist ein Mythos, am Ende landet eh alles auf einem Haufen. Da spar' ich mir den Aufwand.
Bei freigegebener Geschwindigkeit fahre ich auch schnell, dafür gibt es das schließlich.
Neu ist immer besser. Ich will im Trend liegen und nicht jahrelang das gleiche Zeug an der Backe haben.
Bei meiner Waschmaschine auf den Wasserverbrauch achten? Ich glaube, da habe ich Besseres zu tun.
Wo komme ich denn hin, wenn ich nur so viel Wasser aufkoche, wie ich brauche? Da mache ich nicht mit.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Ich lasse das Wasser schön beim Zähneputzen laufen. Sind doch nur drei Minuten.
Alle paar Jahre ein neues Smartphone – das muss schon sein. Die Technik wird schließlich immer besser! Das alte landet dann ungenutzt in irgendeiner Schublade oder im Müll.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.