„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Läuft's?

Nach dem leckeren Essen ist vor dem Abwasch. In Deutschland werden etwa 100 Milliarden Gedecke an Geschirr jedes Jahr gespült. Das Geschirr türmt sich vor uns auf und der einzige Gedanke ist: „Schnell das Wasser an und weg damit.“ Klar wird von vielen einfach das Wasser laufen gelassen. Das ist gefühlt weniger Aufwand. Aber das Geschirrspülen verursacht den höchsten Wasserverbrauch in der Küche und da man mit heißem Wasser spült auch noch den höchsten Energieverbrauch.

Wer die Möglichkeit in der Küche hat, sollte auf die Geschirrspülmaschine setzen. Sie verbraucht im Schnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie als das Spülen mit der Hand. Auch beim Geschirrspüler sollte man darauf achten, dass man das Gerät voll belädt und das Geschirr nicht vorher abspült – keine Sorge, die Geräte kommen mit dem Schmutz auch so klar. Wer trotzdem mit der Hand abwäscht, sollte heißes Wasser möglichst reduzieren, das Wasser nicht laufen lassen und am besten gleich nach dem Essen spülen, dann geht es schneller.

Fleischeslust

Morgens der Schinken auf dem Brötchen, mittags das Schnitzel zu den Pommes, abends die Hähnchenstreifen im Salat – dreimal am Tag Fleisch, sieben Tage die Woche, für die meisten keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Um die 86 Kilogramm Fleisch nimmt der Deutsche im Jahr zu sich und heizt damit die globale Erwärmung ordentlich an. Viehhaltung ist für einen Großteil der Treibhausgase Lachgas (296-mal klimaschädlicher als CO2) und Methan (25-mal klimaschädlicher als CO2) verantwortlich. Den wenigsten ist bewusst, wie schädlich jede Gabel Fleisch ist. Es gehört zum Alltag dazu.

Einige pochen auf ihr Recht, das zu essen, was sie wollen. Aber mal ganz ehrlich: Wie schlimm kann es sein, zwischendurch mal auf Fleisch zu verzichten? Bei den vielen fleischlosen Alternativen kann noch nicht mal von Verzicht die Rede sein. Ein Beispiel: Einmal pro Woche kein Fleisch zu essen, bedeutet rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen weniger im Jahr. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Also beim nächsten Griff zum Fleisch lieber zweimal darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss.

Pakete im Überfluss

Klick. Klick. Produkt bestellt. Und oft schon 24 Stunden später als Paket bei uns vor der Haustür. Online-Shopping macht uns das Einkaufen leichter. Aber auch leichter für die Umwelt? Denn die meisten von uns bestellen das Oberteil aus dem Internet nicht einmal, sondern in unterschiedlichsten Farben und Größen. Im Schnitt geht dann mindestens jedes zweite Paket bei Bekleidungskäufen im Internet wieder zurück. Das sind um die 800.000 Pakete und 400 Tonnen CO2 jeden Tag.

Selbst die Pakete, die bei uns bleiben, sind oft zusätzlich verpackt. Die Produkte kommen zudem in der Regel in viel zu großen Verpackungen. Die werden dann mit noch mehr Papier, Styropor oder Luftpolsterfolie ausgestattet, damit die Ware nicht zu Schaden kommt. Verpackungen umfassen in Deutschland und Österreich über 40 Prozent allen Papiermüllaufkommens. Das liegt vor allem am Online-Versand. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, landet in der Papierherstellung und damit auch wieder in unseren Verpackungen. Viel besser wäre es mit dem Fahrrad oder den Öffis direkt zum Geschäft zu fahren und mit dem eigenen Stoffbeutel einzukaufen. Das Klima dankt.

Topf sucht Deckel

Nervt das nicht eigentlich jeden? Nach dem Wasser aufsetzen eine gefühlte Ewigkeit darauf zu warten, dass das Wasser im Topf endlich kocht? Tja, wenn man Wasser ohne Deckel auf dem Topf aufkocht, dauert das erst mal fast doppelt so lange. Je länger es dauert, das Wasser zu erhitzen, desto mehr Strom verbraucht man während des Vorgangs. So verbraucht man mit Deckel bis zu 65 Prozent weniger Strom oder Gas. Eine ganze Menge zum Preis von einer kleinen Handbewegung.

Die Haushalte, die häufig ohne Deckel oder Wasserkocher ihr Wasser erhitzen, verbrauchen jährlich um die 315 Kilowattstunden Strom und stoßen 45 Kilogramm CO2 aus. Das muss nicht sein. So gar nicht. Zudem sollte jeder darauf achten, dass die Topfgröße zur Herdplatte passt – sonst geht Wärme verloren. Neben passenden Deckeln sorgen ebene Topf- oder Pfannenböden mit flächigem Kontakt zur Kochplatte dafür, dass die Energie bestmöglich genutzt werden kann. Also Deckel zu und das Klima kocht ein bisschen weniger.

Im Druckerwahn

Der Drucker läuft und läuft. Fast keine Dokumente sind sicher und der Papiermüll stapelt sich, besonders im Büro. Pro Tag verbraucht jeder Deutsche die Papiermenge eines Harry-Potter-Buchs – ausgedruckte E-Mails und andere Dokumente sind ein großer Teil davon.

Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet. Das Schlimmste: viele davon werden vollkommen umsonst gefällt. Sechs Prozent der ausgedruckten Papiere landen ungelesen im Papierkorb – wenn der Müll überhaupt getrennt wird. Diese ungelesenen Ausdrucke, die keinerlei Zweck erfüllen, sorgen trotzdem für einen Stromverbrauch von zehn Milliarden Kilowattstunden und mehr als 655.000 Tonnen CO2-Emissionen. Wann hört diese Druckermanie endlich auf? Wann begreifen wir endlich, dass wir von den Bäumen abhängig sind? Denken vor dem Drucken, aber richtig!

Gesucht: Stromfresser

Mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag. Und das alleine beim Marktführer der Suchmaschinen im Internet. Es ist aber auch hilfreich. Schnell das eingeben, was man sucht und mit einem Klick werden einem die Ergebnisse schön übersichtlich präsentiert. Mittlerweile sind wir so abhängig von den Suchmaschinen, dass wir sie sogar benutzen, wenn wir gar nichts suchen – einfach nur weil es bequemer ist, als die Adresse in der Browserleiste einzugeben. Ein Harvard-Physiker hat errechnet, dass bei zwei Suchanfragen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbrühen einer Kanne Tee mit dem Wasserkocher. Unterstützt wird die schlechte CO2-Bilanz dadurch, dass die großen Rechenzentren der Anbieter vor allem dort angesiedelt sind, wo mit fossilen Brennstoffen elektrische Energie produziert wird.

Suchen geht auch ohne CO2 – oder zumindest weniger. In den letzten Jahren sind immer mehr grüne Suchmaschinen gewachsen, die versuchen nicht so viel schlechten Strom zu verbrauchen und einen Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Eine der Suchmaschinen ist Ecosia. 80 Prozent der Werbeeinnahmen gehen hier an ein Regenwald-Projekt und es wird CO2-neutral gesucht. 

Rasende Verschmutzung

Amerika ist vielleicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber Deutschland ist das Land der unbegrenzten Geschwindigkeit. Auf der Autobahn kann man endlich mal alles aus seinem Auto rausholen und einfach Gas geben. Aber ist es diese „Freiheit“ wert?

Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Spritverbrauch (also auch mehr Kosten), desto höher der CO2-Ausstoß. Etwa 20 Prozent der Luftverschmutzung durch Kohlendioxid kommt durch den Straßenverkehr. Wenn jeder ein bisschen vom Gas geht, können wir damit schon Millionen Tonnen einsparen. Und seien wir mal ehrlich: Wie frei ist man denn wirklich auf der Autobahn, wenn man die meiste Zeit im Stau steht, für andere Fahrer abbremsen muss oder durch Baustellen fährt? Eben. Also am besten runter vom Gas und ein paar Schadstoffe weniger ablassen.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Mehr Tickets, weniger Bäume

Kino-Tickets, Konzert-Tickets, Bahn-Tickets, Flug-Tickets,… bei unzähligen, für uns alltäglichen Dingen verbrauchen wir jede Menge Papier. Die Sachen schwarz auf weiß zu haben, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Das Klima würde sich allerdings weitaus mehr über digitale Tickets freuen. Die haben schließlich die gleiche Gültigkeit, aber ohne dass dafür ein einziger Baum gefällt wird. Denn alleine für die Online-Tickets der Bahn (das PDF ist 3 Seiten lang) werden jeden Monat bis zu 4,6 Millionen Seiten ausgedruckt. Nur ein kleiner Anteil schwingt auf das Handy-Ticket um, da der Anmeldeprozess ihnen häufig zu aufwendig ist. In einer Emnid-Umfrage zum kompletten Umschwung auf digitale Bahn-Tickets sprachen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus.

Was bleibt, sind riesige Papierberge, die im Müll landen. Um die zu reduzieren, sollten wir, wann immer es möglich ist, auf digitale Tickets umschwenken. Oft reicht es sogar, das gebuchte Ticket auf dem Smartphone vorzuzeigen, da der Code per Scanner gelesen werden kann, egal ob der auf Papier oder einem Bildschirm steht. Wer unsicher ist: einfach vorher beim Anbieter anrufen und nachfragen.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Beim Spülen gibt es bei mir nicht zu viel und nicht zu heißes Wasser. Das Klima dankt es mir.
Jeden Tag Fleisch? Vollkommen unnötig. Es gibt tolle fleischlose Gerichte. Und es ist besser fürs Klima. Perfekt.
Lange Transportwege und riesen Verpackungen für meistens kleine Teile: Online-Versand kommt für mich und das Klima nicht in Frage.
Mein Motto beim Kochen: Wasser rein, Deckel zu. Dann kocht es schneller und es wird weniger Energie verbraucht.
Ich überlege dreimal, ob ich etwas drucke oder nicht. Meistens ist es unnötig.
Jede Online-Suchanfrage verbraucht Strom. Deswegen überlege ich mir zweimal, ob sie nötig ist.
Ich fahre so, dass ich möglichst wenig verbrauche. Dauert nicht viel länger, schont Geldbeutel, Nerven und Klima.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Tickets sind auf dem Smartphone besser aufgehoben – da kann ich sie nicht vergessen und muss den Müll hinterher nicht entsorgen.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Pfff, digitale Tickets … ich will meine Sachen ausgedruckt und schwarz auf weiß. Die Mühe mit dem Smartphone mache ich mir nicht.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Bei freigegebener Geschwindigkeit fahre ich auch schnell, dafür gibt es das schließlich.
Ich mache im Internet alles über die Suchmaschine, auch wenn ich die Seitenadresse schon kenne. Warum nicht?
Ob ich darüber nachdenke, bevor ich etwas ausdrucke? Warum sollte ich?
Mal ist der Deckel beim Kochen drauf, mal nicht. Ich kümmere mich nicht darum.
Ich liebe es, viele Pakete zu bekommen – 365 Tage Weihnachten. Die ganzen Verpackungen landen im Müll. Ist doch klar.
Dreimal am Tag Fleisch ist für mich ganz normal. Schmeckt halt.
Geschirrspülen ist eh schon eine lästige Angelegenheit, da muss ich nicht auch noch auf meinen Wasserverbrauch achten.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.