„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Durchstarten

Elektroautos konnten sich bisher noch nicht wirklich auf den deutschen Straßen durchsetzen. Schade eigentlich, denn sie können ziemlich viel für das Klima tun. Ein Auto mit Verbrennungsmotor stößt um die 100-300 Gramm CO2 pro Kilometer aus, im Vergleich bringt ein Elektroauto, das mit regenerativ erzeugtem Strom geladen wurde deutlich weniger Abgase mit – nämlich gar keine.

Während sich also viele über Feinstaubalarm und sogar Fahrverbote den Kopf zerbrechen, steht man mit einem Elektroauto immer auf der Seite des Klimas und kann an allen anderen entspannt vorbeiziehen. Die Entscheidung sollte also nicht schwer fallen.

Was für eine Flasche

Getränke brauchen ein Behältnis. Aber was für eins? Mehrwegsysteme sind grundsätzlich umweltfreundlicher als Einwegsysteme, da die Flaschen vielfach gespült und wiederverwendet werden und einen Beitrag zur Schonung begrenzter Ressourcen leisten. Noch besser als nur Mehrweg, ist Mehrweg aus der Region. Ein kürzerer Weg ins Regal heißt gleichzeitig auch weniger CO2-Ausstoß. Wer überfordert vor dem Getränkeregal steht, setzt am besten auf Mehrwegflaschen aus Plastik (PET). Die Flaschen sind leichter als Glasflaschen und sorgen dadurch für weniger Transportemissionen. Durch ihre lange Lebensdauer sind aber auch Glas-Mehrwegsysteme um ein Vielfaches besser als Einwegflaschen. Am Ende ist es doch so einfach: Beim Getränkekauf auf Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas aus der Region setzen, Flaschen zu Hause sammeln und zum Supermarkt bringen. Oder einfach gleich das Schleppen sparen und Wasser aus der Leitung trinken.

Über den Giftwolken

Nur Fliegen ist schöner? Eher nicht. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als Flugreisen. Mit nur einem Urlaubsflug nach Teneriffa wird das Klima ähnlich stark geschädigt, wie durch ein Jahr Autofahren. 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, stammen aus dem Flugverkehr.

Und die Lösung? Einfach nicht mehr in den Urlaub fahren? Natürlich nicht. Wer auf die Flugreise nicht verzichten möchte oder kann, hat die Möglichkeit, zu jedem Flug eine Klima-Kompensation dazu zu buchen. Dabei finanzieren Passagiere Klimaschutzprojekte, die das beim Flug ausgestoßene CO2 wieder einsparen. Oder – noch besser – Urlaub in Good Old Germany. An den Walchensee in den Alpen für Karibik-Feeling, ins Auenland am Schrecksee oder zu den deutschen Niagarafällen in Triberg.

Auf Kosten des Klimas

Das T-Shirt aus Taiwan. Das Kleid aus China. Das Spielzeug aus Vietnam. Exotisches Obst aus Neuseeland und der Türkei. Unmengen an Produkten legen eine weite Strecke bis zu Ihrem Abnehmer zurück – meist gleich mit mehreren Transportmitteln, die jede Menge CO2 in die Luft blasen. Oft locken verblüffend niedrige Preise, die nur möglich sind, weil es die Produktionskosten „dank“ niedriger Löhne oder minderwertiger Materialien und Ersatzstoffe zulassen.


Es gibt also diverse Argumente, um darauf zu achten, woher sein Konsumgut kommt. Kurze Wege und die nachhaltige regionale Produktion sind nicht nur für das Klima gut, sondern kurbeln auch die regionale Wirtschaft an.

Geteiltes Leid

Wir alle wissen, dass Autos ziemlich schlecht für das Klima sind. Trotzdem ist es doch eher unrealistisch, dass wir alle komplett auf das Autofahren verzichten. Die Alternative: Car-Sharing. Im Durchschnitt werden durch ein Car-Sharing-Auto vier bis acht private Pkw ersetzt. Weniger Autos sind das Ziel, denn sogar die Herstellung verschlingt Unmengen an Energie und Ressourcen.

Selbst parkend machen Autos Probleme, da sie versiegelte Flächen benötigen. Und wen diese sachlichen Argumente noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass neben den hohen Anschaffungskosten auch noch 400 bis 500 Euro Unterhaltskosten pro Monat für ein Auto in der Golfklasse dazukommen. Die Ironie: Im Durchschnitt wird ein Auto nur rund eine Stunde am Tag tatsächlich genutzt. Car-Sharing ist also nicht nur klimaschonender, sondern häufig auch günstiger. Einfach nachrechnen!

Wiederholungstäter

Schon gewusst? In deutschen Haushalten liegen ca. 1.000 Euro unbenutzt rum. Und zwar in Form von Produkten, die wir nicht mehr brauchen. Ob Klamotten, Bücher, Gerätschaften oder oder oder… Unzählige Sachen werden häufig sogar einfach weggeschmissen. Bares Geld, das uns durch die Lappen geht. Und dann kommen viele brandneue Produkte obendrauf, weil wir nichts aus zweiter Hand wollen.

Das Problem bei diesem Verhalten – vom Geldverlust mal ganz zu schweigen: Für die Herstellung und Entsorgung jedes Produktes werden wertvolle Ressourcen verbraucht. Es kostet Energie, Wasser und Rohstoffe, damit wir stolze Besitzer von neuen Sachen werden und sie auch wieder loswerden können. Erdöl für Kunst- und Treibstoffe, Wasserverbrauch und Pestizide bei Baumwolle, Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung – unter den neuen Produkten leidet unser Klima. Bei einem Notebook sind das zum Beispiel 69 Kilogramm CO2 jedes Mal, wenn wir auf ein Neues, statt auf ein Gebrauchtes setzen. Auf den gleichen Ausstoß kommen wir, wenn wir 5.750 Stunden vor dem Laptop sitzen. Für Second Hand auf der anderen Seite werden nicht extra Rohstoffe produziert und dementsprechend auch weniger Ressourcen verbraucht. 

Unter die Haut

Einige von uns achten vielleicht schon darauf öfter mal auf Fleisch zu verzichten. Denn mittlerweile ist klar: Massentierhaltung ist nicht nur eine Qual für die Tiere, sondern auch für das Klima und damit für uns. Aber was ist mit unseren Klamotten, unseren Schuhen, unseren Möbeln. Vieles davon wird aus Leder hergestellt und fällt dadurch in dieselbe Kategorie, wie Fleisch essen. 1,8 Milliarden Quadratmeter Leder werden weltweit jedes Jahr produziert. Damit ließe sich zweimal Berlin pflastern. Eigentlich ist Leder sogar noch schlimmer als Fleischkonsum, denn das Weichen, Beizen und Gerben des Materials geschieht mithilfe von extrem aggressivem Material. Die Tierwirtschaft verursacht 18 Prozent mehr Emissionen als der globale Verkehr. Zusätzlich werden Bäume gefällt, um Platz für das Weideland zu schaffen. Laut einer Studie ist die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrie zusammen.

Aber es gibt auch Alternativen. Die Offensichtlichste: auf Leder verzichten und stattdessen auf andere Materialen setzen. Wer das nicht möchte oder kann sollte zumindest nur pflanzlich gegerbtes und nachhaltiges Leder nehmen. Hier wird darauf geachtet Früchte und Rinden zu verwenden die nachwachsen. Auch Rhabarberwurzeln oder Olivenblätter sind geeignet. Zu erkennen ist dieses Leder am Etikett. Bei der nächsten Shopping-Tour einfach bewusst machen, was man mit billigem Leder den Tieren, dem Klima und nicht zuletzt sich selbst antut.

Mein Schatz

Knister. Peng. Rauch. Das Gerät hat den Geist aufgegeben. Wohin damit? In den Keller oder auf den Dachboden? Voll. Zum Elektrohof oder zum Händler bringen? Aufwendig. Also ab in den Hausmüll, wird schon irgendwann auf dem richtigen Müllhaufen landen. Falsch gedacht. Durch Elektroschrott, der nicht sachgerecht recycelt wird, gelangen unzählige Giftstoffe in den Boden. Außerdem verschwenden wir mit jedem Produkt mit einer Batterie oder einem Stecker, das wir auf den Müll werfen, wertvolle Ressourcen.

Obwohl es in Deutschland seit 2015 ein Entsorgungsgesetz für Elektroschrott gibt, das genau das verhindern soll, wird trotzdem dreimal so viel Elektronik verkauft als auf den Erfassungsstellen landet. Da kann man auch gleich einen Schatz vergraben, den man gerade erst gefunden hat. Rohstoffe, wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym landen nämlich auch im Hausmüll und können nicht recycelt und zurückgewonnen werden. Behandeln wir unseren Elektroschrott also lieber wie einen Schatz.

Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Am Ende rentieren sich Elektroautos – für mich und das Klima. Dafür bin ich auch bereit zu investieren.
Ich muss eh zum Supermarkt und dann kommen halt noch ein paar Flaschen mit. Wo ist das Problem?
Warum nicht Deutschland mit dem Zug entdecken? Ist auch schön und die Anreise ist viel kürzer und bequemer.
Ich achte beim Einkauf darauf, dass die Produkte aus der Region kommen oder zumindest nur kurze Transportwege haben. Gut für´s Klima und mein Gewissen.
Car-Sharing heißt weniger Autos und weniger Abgase – flexibler bin ich damit auch noch.
Second Hand schont meinen Geldbeutel und oft findet man richtige Schätze – besser als neu.
Wenn überhaupt Leder, dann achte ich auf pflanzlich gegerbtes. Auf Chemikalien bei meinen Produkten kann ich verzichten.
Elektromüll gehört auch ordentlich entsorgt. Finde ich nicht zu viel verlangt.
Wenn mein Toaster den Geist aufgibt, kommt er auf die Straße und wird von der Müllabfuhr abgeholt. Ganz einfach.
Ich weiß nicht, wie genau Leder hergestellt wird, will es aber auch nicht wissen. Für mich muss es nur gut aussehen.
Klamotten anziehen, die schon jemand vor mir an hatte? Geht leider gar nicht.
Car-Sharing braucht kein Mensch. Ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen, als ein freies Auto zu finden.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann kaufe ich es mir auch – egal, ob es vom anderen Ende der Welt angeliefert wird. Günstiger ist es meist auch noch.
Urlaub in Deutschland? Keine Lust. Ich fliege möglichst weit weg, das Klima ist mir egal.
Diese nervige Flaschenrückgabe im Supermarkt mache ich nicht mit. Bei mir gibt’s kein Mehrweg.
Ich zahle doch nicht Unmengen für ein Elektroauto, bei dem ich auch noch nach Steckdosen suchen muss.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.