„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Müll hat viele Leben

Klar ist Mülltrennung aufwendig. Was kommt jetzt nochmal in welche Tonne, was darf da nicht rein und wofür muss ich extra zum Container laufen? Aber wer Mülltrennung richtig durchzieht, kann sich selber auf die Schulter klopfen, denn er tut dem Klima etwas Gutes.

Durch das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Abfällen können wir auf den „guten Müll“, wie Metalle, Glas, Kunststoffe, Papier und Holz gezielt zugreifen. So wird die Produktion von zum Beispiel Metallen vermieden, die aus Erzen gewonnen werden oder von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Energie sparen wir auch noch. Denn um überhaupt an die Rohstoffe zu gelangen, sie zu transportieren und aufzubereiten, müssen wir viel Kraft investieren und schicken tonnenweise CO2 in die Atmosphäre. Also weg mit dem Müll, aber richtig.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Ziemlich ätzend

Batterien sind schlecht – und trotzdem kommen wir nicht drum herum. Ganz im Gegenteil, viele Geräte können gar nicht ohne Batterien genutzt werden. Aber wenn schon Batterie, dann sollte es ein Akku sein. Nicht wiederaufladbare Batterien benötigen zur Herstellung 40 bis 500-mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung zur Verfügung stellen und sie sind auch noch 300-mal teurer als Energie aus der Steckdose.

Und wenn sie tot sind? Dann gibt es überall, wo man Batterien kaufen kann, spezielle Sammelboxen. Nur so werden Batterien sachgerecht entsorgt bzw. recycelt. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Der eigenen Faulheit nachzugeben und Batterien in den Hausmüll zu werfen, ist mehr als dumm. Die Schadstoffe in Batterien können das Nerven- und Immunsystem beeinträchtigen, die Nieren schädigen, krebserregend sein und sich in Knochen ablagern, um nur ein paar Gefahren zu nennen. Also lieber schlau sein und die Batterien beim nächsten Einkauf einfach mitnehmen.

Wiederholungstäter

Schon gewusst? In deutschen Haushalten liegen ca. 1.000 Euro unbenutzt rum. Und zwar in Form von Produkten, die wir nicht mehr brauchen. Ob Klamotten, Bücher, Gerätschaften oder oder oder… Unzählige Sachen werden häufig sogar einfach weggeschmissen. Bares Geld, das uns durch die Lappen geht. Und dann kommen viele brandneue Produkte obendrauf, weil wir nichts aus zweiter Hand wollen.

Das Problem bei diesem Verhalten – vom Geldverlust mal ganz zu schweigen: Für die Herstellung und Entsorgung jedes Produktes werden wertvolle Ressourcen verbraucht. Es kostet Energie, Wasser und Rohstoffe, damit wir stolze Besitzer von neuen Sachen werden und sie auch wieder loswerden können. Erdöl für Kunst- und Treibstoffe, Wasserverbrauch und Pestizide bei Baumwolle, Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung – unter den neuen Produkten leidet unser Klima. Bei einem Notebook sind das zum Beispiel 69 Kilogramm CO2 jedes Mal, wenn wir auf ein Neues, statt auf ein Gebrauchtes setzen. Auf den gleichen Ausstoß kommen wir, wenn wir 5.750 Stunden vor dem Laptop sitzen. Für Second Hand auf der anderen Seite werden nicht extra Rohstoffe produziert und dementsprechend auch weniger Ressourcen verbraucht. 

Ist das Kunst oder kann das weg?

Jeder kennt es. Gefühlt jeder tut es. Wo man auch hinguckt, überall in unseren Städten, Parks, Grünanlagen und an Stränden lauern sie: Kippenstummel und Co. Wer hat eigentlich wann entschieden, dass die Zigarettenreste kein Müll sind? Mit einer Selbstverständlichkeit werden Filter und Rest-Tabak einfach dort hingeschmissen, wo man sich eben gerade befindet. Dabei verrotten die Reste keinesfalls, denn die Filter bestehen aus Kunststoffmikrofaser, die zusätzlich toxische Stoffe freisetzen. Diese wiederum gelangen ins Grundwasser und belasten dieses. Und nicht nur Zigarettenreste werden einfach in der Natur hinterlassen. Auch anderer Müll, wie Kaugummipapier, Taschentücher oder Reste vom Picknick werden oft rücksichtslos liegen gelassen.


Zigarettenreste sollten also, wie jeder andere Müll auch, lieber im dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgt werden als wahllos auf der Straße oder in der Natur. Wer es noch vorbildlicher machen möchte, kann sie auch nachhaltig entsorgen. Recyclingunternehmen nehmen die Stummel an und verwerten sie weiter. So entstehen neue Plastikprodukte für die kein neues Plastik produziert werden muss – das spart dann zusätzlich noch natürliche Ressourcen.

Kochendes Klima

Pasta, Kartoffeln, Eier, Tee … für die unterschiedlichsten Lebensmittel brauchen wir kochendes Wasser. Und damit das Wasser schön brodelt muss unglaublich viel Energie aufgebracht werden. Das Schlimmste, was man machen kann, ist das Wasser im Topf ohne Deckel zu erhitzen. Mit Deckel verbraucht man zwei Drittel weniger Energie und spart bis zu 120 Kilogramm CO2 pro Jahr. Man sollte auch maßvoll mit dem Wasser umgehen. Es dauert nicht nur länger, größere Wassermengen zu erhitzen, es kostet natürlich auch weitaus mehr Energie. Logisch, oder?

Egal, wofür man heißes Wasser braucht: Es lohnt sich, das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen und kochend in den Topf zu schütten. Elektroherde brauchen für das Erhitzen 50 Prozent mehr Strom als ein Wasserkocher. Also die richtige Menge kaltes Wasser im (am besten stromsparenden) Wasserkocher erhitzen und man ist in Sachen „heißes Wasser“ auf der Seite unseres Klimas.

Auf der Ölspur

Nicht nur die Nuss-Nougat-Creme wird durch Palmöl geschmeidig gemacht. Margarine, Eis, Kekse, Pizza, Schokolade, Kerzen, Reinigungsmittel, Kosmetik, … der billige Rohstoff ist in etwa der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Ein öliger Teufelskreis: Günstige Produkte, größere Nachfrage, mehr Regenwaldrodung. Denn die so begehrten Ölpalmen brauchen das feuchte und warme Regenwaldklima.

Apropos Klima: Um Ölpalmen anzubauen, werden Wälder brandgerodet. Während der Brände werden in wenigen Wochen so viele Treibhausgase ausgesetzt wie Deutschland in einem ganzen Jahr nicht produziert. In Kombination mit Düngemitteln, Pestiziden, Ernte, Transport und weiteren Arbeitsschritten ist die Beschaffung von Palmöl vergleichbar mit einem nie enden wollenden Horrorfilm. Einfach grausam.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Abwärtsfahrt

Die Verlockung ist groß. Entweder die anstrengenden Treppen nehmen oder aber den Aufzug rufen und ganz bequem in der Kabine zum Ziel fahren. Vielleicht läuft sogar fröhliche Fahrstuhlmusik. Aber es ist nicht einfach nur eine sportliche Entscheidung. Natürlich tun die Treppen dem Körper gut und halten fit, aber Treppensteigen ist ganz nebenbei auch noch gut für das Klima. Denn mit jeder Treppe sparen wir Strom.

Beim Stromverbrauch von Aufzügen gibt es mehrere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Zum einen die Anzahl der Stockwerke, die überwunden werden, zum anderen das Gewicht der zu befördernden Personen und der Gerätetyp. So verbraucht ein Aufzug auf einer Strecke von fünf Stockwerken mit einem Erwachsenen und einem Kind an Bord zwischen 0,02 und 0,2 Kilowattstunden Strom. Ähnlich viel verbraucht ein Toaster, wenn er zehn Minuten in Betrieb ist. Es lohnt sich also auf den Aufzug zu verzichten und nach dem Treppensteigen schmeckt der Toast doppelt so gut.

Wenn viele mitmachen, kann Mülltrennung auch funktionieren. Ich leiste meinen Beitrag jedenfalls.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Jeder Supermarkt hat Stationen für tote Batterien. Die nutze ich auch für meine, denn da werden sie recycelt.
Second Hand schont meinen Geldbeutel und oft findet man richtige Schätze – besser als neu.
Zigarettenstummel und Kaugummipapier sind auch Müll. Wenn kein Eimer oder Aschenbecher in der Nähe ist, dann behalte ich meinen Müll bei mir und entsorge ihn später. So bleibt wenigstens meine Umgebung sauber und gesund.
Jedes Mal zu viel Wasser aufkochen, dauert länger und verbraucht unnötig Energie. Da muss ich nur vorher meinen Bedarf checken.
Ich verzichte bewusst auf Produkte mit Palmöl. Der Geschmack rechtfertigt nicht den Verlust der Regenwälder.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Treppen machen mich fit und helfen meiner Figur. Den Aufzug können die Faulen nehmen.
Seien wir mal ehrlich: Keiner hat Lust, Treppen zu steigen. Wenn ein Aufzug da ist, steige ich ein.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Ich genieße jeden cremigen Palmöl-Löffel Nuss-Nougat-Creme. Einfach lecker.
Wo komme ich denn hin, wenn ich nur so viel Wasser aufkoche, wie ich brauche? Da mache ich nicht mit.
Ich werfe meine Zigarettenstummel oder mein Kaugummipapier häufig einfach auf den Boden. Die Sachen sind so klein, das stört doch keinen – und schließlich macht das jeder so. Da kommt es auf meine Kleinigkeiten auch nicht mehr an.
Klamotten anziehen, die schon jemand vor mir an hatte? Geht leider gar nicht.
Für Batterien extra zum Supermarkt? Dafür habe ich meinen Hausmüll.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Mülltrennung ist ein Mythos, am Ende landet eh alles auf einem Haufen. Da spar' ich mir den Aufwand.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.