„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Billige Fasern

Für viele unserer Klamotten landen Chemikalien im Wasser, es wird klimaschädliches Polyester verwendet oder tonnenweise Wasser und Energie werden verbraucht. All das sieht man den Klamotten natürlich nicht an, aber es steckt buchstäblich in jeder Faser – etliche Substanzen schädigen selbst in kleinsten Mengen die Umwelt und das Klima. Das Etikett listet aber nur die Waschanleitung, das Material und den Produktionsort auf. Dahinter versteckt sich umwelt- und gesundheitsschädliche Chemie in Aufdrucken, Farben oder anderen Bestandteilen der Kleidung. 

Im Gegensatz dazu stehen Bio-Kleidung und Naturtextilien, bei denen so wenig umweltschädliche Stoffe wie möglich verwendet werden. Bio-Baumwolle wird zum Beispiel sehr viel nachhaltiger hergestellt als herkömmliche Baumwolle. Noch besser sind Alternative, wie Bio-Hanf oder Bio-Leinen. Bei deren Produktion wird gegenüber der üblichen industriellen Verfahren nur ein Viertel der Wassermenge von Baumwolle verbraucht. Es sind nicht nur irgendwelche Klamotten, die wir anziehen. Wir können damit tatsächlich einen Unterschied machen.

Gesucht: Stromfresser

Mehr als eine Milliarde Suchanfragen pro Tag. Und das alleine beim Marktführer der Suchmaschinen im Internet. Es ist aber auch hilfreich. Schnell das eingeben, was man sucht und mit einem Klick werden einem die Ergebnisse schön übersichtlich präsentiert. Mittlerweile sind wir so abhängig von den Suchmaschinen, dass wir sie sogar benutzen, wenn wir gar nichts suchen – einfach nur weil es bequemer ist, als die Adresse in der Browserleiste einzugeben. Ein Harvard-Physiker hat errechnet, dass bei zwei Suchanfragen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbrühen einer Kanne Tee mit dem Wasserkocher. Unterstützt wird die schlechte CO2-Bilanz dadurch, dass die großen Rechenzentren der Anbieter vor allem dort angesiedelt sind, wo mit fossilen Brennstoffen elektrische Energie produziert wird.

Suchen geht auch ohne CO2 – oder zumindest weniger. In den letzten Jahren sind immer mehr grüne Suchmaschinen gewachsen, die versuchen nicht so viel schlechten Strom zu verbrauchen und einen Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Eine der Suchmaschinen ist Ecosia. 80 Prozent der Werbeeinnahmen gehen hier an ein Regenwald-Projekt und es wird CO2-neutral gesucht. 

Auf der Ölspur

Nicht nur die Nuss-Nougat-Creme wird durch Palmöl geschmeidig gemacht. Margarine, Eis, Kekse, Pizza, Schokolade, Kerzen, Reinigungsmittel, Kosmetik, … der billige Rohstoff ist in etwa der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Ein öliger Teufelskreis: Günstige Produkte, größere Nachfrage, mehr Regenwaldrodung. Denn die so begehrten Ölpalmen brauchen das feuchte und warme Regenwaldklima.

Apropos Klima: Um Ölpalmen anzubauen, werden Wälder brandgerodet. Während der Brände werden in wenigen Wochen so viele Treibhausgase ausgesetzt wie Deutschland in einem ganzen Jahr nicht produziert. In Kombination mit Düngemitteln, Pestiziden, Ernte, Transport und weiteren Arbeitsschritten ist die Beschaffung von Palmöl vergleichbar mit einem nie enden wollenden Horrorfilm. Einfach grausam.

Alles Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel landen im Müll, weil sie zum Beispiel eine Delle haben oder nicht unserer Vorstellung von „perfekt“ entsprechen. Jeder von uns wirft durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 230 Euro pro Jahre weg. Multipliziert mit den über 81 Millionen Einwohnern in Deutschland entsteht eine unvorstellbare Menge. Trotzdem wachsen Lebensmittel ja nicht einfach so im Kühlschrank, sondern müssen hergestellt werden. Die Folge davon: Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen – für Produkte, die einfach im Müll landen.

Unser Ziel sollte sein, so wenig Lebensmittel-Müll wie möglich zu produzieren. Dafür ist es wichtig, den Überblick über vorhandene Produkte zu Hause zu bewahren, mit einem handfesten Plan zum Einkaufen zu gehen, die Vorräte zu beschränken und nicht gleich alles wegzuschmeißen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat („mindestens“ sollte nicht mit „maximal“ verwechselt werden).

Über den Giftwolken

Nur Fliegen ist schöner? Eher nicht. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als Flugreisen. Mit nur einem Urlaubsflug nach Teneriffa wird das Klima ähnlich stark geschädigt, wie durch ein Jahr Autofahren. 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, stammen aus dem Flugverkehr.

Und die Lösung? Einfach nicht mehr in den Urlaub fahren? Natürlich nicht. Wer auf die Flugreise nicht verzichten möchte oder kann, hat die Möglichkeit, zu jedem Flug eine Klima-Kompensation dazu zu buchen. Dabei finanzieren Passagiere Klimaschutzprojekte, die das beim Flug ausgestoßene CO2 wieder einsparen. Oder – noch besser – Urlaub in Good Old Germany. An den Walchensee in den Alpen für Karibik-Feeling, ins Auenland am Schrecksee oder zu den deutschen Niagarafällen in Triberg.

Das Alumonster

Was wären unsere Reste vom Abendessen, unsere Joghurtbecher oder unsere Schokolade ohne Aluminium? Es hält andere Gerüche von Lebensmitteln fern, sorgt für eine lange Haltbarkeit und schützt. Der oberflächliche Blick zeigt eigentlich nur Vorteile.

Aber Aluminium hat einen riesen Haken: es ist nicht einfach so da und kann abgebaut werden, sondern ist immer nur Teil einer Verbindung mit anderen Stoffen. Es braucht das Erz Bauxit, was zu 60 Prozent aus Aluminium besteht, in Verbindung mit Natronlaugen wird Aluminiumoxid freigesetzt, es wird eingeschmolzen und im Elektrolyseverfahen zu Aluminium umgewandelt. So ein aufwendiges Verfahren hinterlässt ziemlich viele Spuren. Ur- und Regenwald wird abgeholzt, giftige Chemikalien werden freigesetzt und das Elektrolyseverfahren ist extrem energieaufwendig. Um ausreichend Energie zu erhalten, werden an vielen Produktionsorten große Wasser- oder Kohlekraftwerke errichtet. Aluminium ist einfach zu wertvoll, um als Wegwerfprodukt verschwendet zu werden. Lieber zweimal beim Einkauf darauf achten, Produkte ohne Aluminiumverpackung zu kaufen und zu Hause auf wiederverwendbare Vorratsdosen umschwenken.

Einmal neues Klima bitte

Immer mit der Trendwelle schwimmen – das ist das Wichtigste bei der schnelllebigen Entwicklung der Unterhaltungselektronik. Reparieren und bis zum bitteren Ende nutzen ist aus der Mode gekommen. Es muss das neueste Smartphone sein, der größte und fortschrittlichste Flatscreen, der Toaster wird nicht repariert und der Laptop schon gar nicht. Und was passiert mit den ausrangierten Geräten? Sie landen im Müll oder gammeln im Keller ungenutzt vor sich hin.


In Deutschland fallen jedes Jahr 700.000 Tonnen Elektroschrott an, ein Müllberg so schwer wie zehn Millionen Waschmaschinen, nur weitaus größer. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der nicht mehr darüber nachgedacht wird, was hinter all den Waren steckt. Und das sind viele wertvolle Rohstoffe, deren Abbau mit hohen Umweltschäden verbunden ist. Diese landen also einfach auf dem Müll – und das, obwohl es meist noch gar nicht an der Zeit dafür ist. Oft ist das, was für uns „out“ ist oder uns nicht mehr nützlich erscheint für andere noch zu gebrauchen. Und wenn wirklich keiner mehr etwas damit anfangen kann, gibt es Wege den Elektroschrott sinnvoll zu recyceln. Denn die Neugewinnung und Veredelung der verarbeiteten Metalle gefällt dem Klima so gar nicht. Ein Kilo Gold verursacht 17,9 Tonnen CO2-Äquivalente, dafür könnte man über hundert Mal von Köln nach Berlin fliegen. Vielleicht sollte man sich also doch besser zweimal überlegen, ob neu wirklich immer besser ist oder ob es auch „so gut wie neu“ sein kann. Ein gesundes Klima ist für uns wirklich existenziell und das gibt es nicht alle paar Jahre neu.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Auf Kosten des Klimas

Das T-Shirt aus Taiwan. Das Kleid aus China. Das Spielzeug aus Vietnam. Exotisches Obst aus Neuseeland und der Türkei. Unmengen an Produkten legen eine weite Strecke bis zu Ihrem Abnehmer zurück – meist gleich mit mehreren Transportmitteln, die jede Menge CO2 in die Luft blasen. Oft locken verblüffend niedrige Preise, die nur möglich sind, weil es die Produktionskosten „dank“ niedriger Löhne oder minderwertiger Materialien und Ersatzstoffe zulassen.


Es gibt also diverse Argumente, um darauf zu achten, woher sein Konsumgut kommt. Kurze Wege und die nachhaltige regionale Produktion sind nicht nur für das Klima gut, sondern kurbeln auch die regionale Wirtschaft an.

Ich greife zum Bio-Shirt. Da gebe ich mein Geld für etwas Gutes aus und bei der Herstellung werden weniger Ressourcen verschwendet.
Jede Online-Suchanfrage verbraucht Strom. Deswegen überlege ich mir zweimal, ob sie nötig ist.
Ich verzichte bewusst auf Produkte mit Palmöl. Der Geschmack rechtfertigt nicht den Verlust der Regenwälder.
Ich versuche Essensreste zu vermeiden. Sonst ist der ganze Energieaufwand zur Herstellung für die Tonne.
Warum nicht Deutschland mit dem Zug entdecken? Ist auch schön und die Anreise ist viel kürzer und bequemer.
Bei mir kommen Lebensmittel in Frischhalteboxen. Die sind wiederverwendbar und praktisch.
Ich nutze mein Smartphone normalerweise bis es seinen Geist aufgibt. Und wenn nicht, wird das alte zumindest weiterverkauft oder verschenkt. Das schont viele wertvolle Ressourcen und macht einen anderen Nutzer glücklich.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Ich achte beim Einkauf darauf, dass die Produkte aus der Region kommen oder zumindest nur kurze Transportwege haben. Gut für´s Klima und mein Gewissen.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann kaufe ich es mir auch – egal, ob es vom anderen Ende der Welt angeliefert wird. Günstiger ist es meist auch noch.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Alle paar Jahre ein neues Smartphone – das muss schon sein. Die Technik wird schließlich immer besser! Das alte landet dann ungenutzt in irgendeiner Schublade oder im Müll.
Alufolie ist günstig und erfüllt ihren Zweck. Ich sehe nicht ein, warum ich sie nicht nutzen sollte.
Urlaub in Deutschland? Keine Lust. Ich fliege möglichst weit weg, das Klima ist mir egal.
Ich kaufe, was mir schmeckt und entscheide nicht nach Packungsgrößen. Manchmal landet etwas im Müll. Passiert.
Ich genieße jeden cremigen Palmöl-Löffel Nuss-Nougat-Creme. Einfach lecker.
Ich mache im Internet alles über die Suchmaschine, auch wenn ich die Seitenadresse schon kenne. Warum nicht?
Jetzt müssen auch noch Klamotten Bio sein? Ich achte darauf, ob sie mir gefallen. Mehr nicht.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.