„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Mehr Tickets, weniger Bäume

Kino-Tickets, Konzert-Tickets, Bahn-Tickets, Flug-Tickets,… bei unzähligen, für uns alltäglichen Dingen verbrauchen wir jede Menge Papier. Die Sachen schwarz auf weiß zu haben, gibt uns eine gewisse Sicherheit. Das Klima würde sich allerdings weitaus mehr über digitale Tickets freuen. Die haben schließlich die gleiche Gültigkeit, aber ohne dass dafür ein einziger Baum gefällt wird. Denn alleine für die Online-Tickets der Bahn (das PDF ist 3 Seiten lang) werden jeden Monat bis zu 4,6 Millionen Seiten ausgedruckt. Nur ein kleiner Anteil schwingt auf das Handy-Ticket um, da der Anmeldeprozess ihnen häufig zu aufwendig ist. In einer Emnid-Umfrage zum kompletten Umschwung auf digitale Bahn-Tickets sprachen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus.

Was bleibt, sind riesige Papierberge, die im Müll landen. Um die zu reduzieren, sollten wir, wann immer es möglich ist, auf digitale Tickets umschwenken. Oft reicht es sogar, das gebuchte Ticket auf dem Smartphone vorzuzeigen, da der Code per Scanner gelesen werden kann, egal ob der auf Papier oder einem Bildschirm steht. Wer unsicher ist: einfach vorher beim Anbieter anrufen und nachfragen.

Auf Kosten des Klimas

Das T-Shirt aus Taiwan. Das Kleid aus China. Das Spielzeug aus Vietnam. Exotisches Obst aus Neuseeland und der Türkei. Unmengen an Produkten legen eine weite Strecke bis zu Ihrem Abnehmer zurück – meist gleich mit mehreren Transportmitteln, die jede Menge CO2 in die Luft blasen. Oft locken verblüffend niedrige Preise, die nur möglich sind, weil es die Produktionskosten „dank“ niedriger Löhne oder minderwertiger Materialien und Ersatzstoffe zulassen.


Es gibt also diverse Argumente, um darauf zu achten, woher sein Konsumgut kommt. Kurze Wege und die nachhaltige regionale Produktion sind nicht nur für das Klima gut, sondern kurbeln auch die regionale Wirtschaft an.

Weckruf

Für Kaffee müssen Bäume sterben. Noch nie gehört? Von den 50 Ländern mit den höchsten Entwaldungsraten, produzieren 37 Kaffee. Der Grund dafür sind wieder einmal wir. Und natürlich unsere Lust auf Kaffee. Durch die hohe Nachfrage wechseln viele Produzenten vom traditionellen Schattenanbau zum Plantagenanbau in Monokulturen. Damit die Kulturen angelegt werden können, müssen zuerst die Bäume weichen – die stehen leider im Weg.

Wir alle wissen, wie wichtig Bäume für unser Klima sind, zusätzlich kommen beim Massenanbau Pestizide und Herbizide zum Einsatz. Diese chemischen Substanzen lassen andere Pflanzen erkranken und die Bodenerosion zunehmen. Schon in wenigen Jahren schlägt das Klima zurück. Durch die Folgen des Klimawandels werden immer mehr Anbaugebiete für Kaffee verschwinden. Und wie werden wir dann morgens wach?

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Durchstarten

Elektroautos konnten sich bisher noch nicht wirklich auf den deutschen Straßen durchsetzen. Schade eigentlich, denn sie können ziemlich viel für das Klima tun. Ein Auto mit Verbrennungsmotor stößt um die 100-300 Gramm CO2 pro Kilometer aus, im Vergleich bringt ein Elektroauto, das mit regenerativ erzeugtem Strom geladen wurde deutlich weniger Abgase mit – nämlich gar keine.

Während sich also viele über Feinstaubalarm und sogar Fahrverbote den Kopf zerbrechen, steht man mit einem Elektroauto immer auf der Seite des Klimas und kann an allen anderen entspannt vorbeiziehen. Die Entscheidung sollte also nicht schwer fallen.

Voll der Öko

Strom ist einer unserer ständigen Begleiter zu Hause. Wir brauchen Strom zum Kochen, Fernsehen, Waschen, für unsere elektrische Zahnbürste, den Backofen oder unsere Lampen. Die Wenigstens haben einen Überblick, was alles mit Strom versorgt wird. Dementsprechend verbrauchen wir natürlich auch relativ viel. Bei Strom, der aus dem Kraftwerk kommt, entstehen so 569 Gramm CO2 zur Erzeugung einer durchschnittlichen Kilowattstunde Strom. Die Alternative heißt Ökostrom. Hier wird der Strom aus Erneuerbarer Energie hergestellt und ist damit CO2-frei. So kann ein Drei-Personen-Haushalt im Jahr knapp zwei Tonnen CO2 sparen. Und wer jetzt denkt „Zwei Tonnen hört sich aber nicht nach besonders viel an“ – dem sei dieser Vergleich nahe gelegt: Ein Jahr Auto fahren verursacht im Schnitt 2,4 Tonnen CO2. Ökostrom macht also tatsächlich einen riesen Unterschied für unser Klima.

Wie bei vielen Trends gibt es auch beim Ökostrom Trittbrettfahrer. Sie verkaufen Strom teuer als Ökostrom, aber es steckt kein Öko drin. Denn anders als bei Lebensmitteln ist der Begriff beim Strom nicht geschützt. Deswegen sollte jeder beim Wechsel auf das ok-Power Siegel achten. Bei Anbietern mit diesem Gütezeichen kann man sicher sein, auch wirklich Ökostrom zu bekommen.

Wasser marsch!

Nichts geht über eine heiße Dusche. Durchschnittlich duschen die Deutschen 300 Mal im Jahr. An das Klima denkt man da natürlich nicht. Tatsächlich wird aber sehr viel fossile Energie eingesetzt, um das Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Das sorgt für eine Menge CO2-Emissionen, die direkt in unserer Atmosphäre landen. Allein die Bereitstellung von warmem Wasser macht rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten aus.

Was also tun? Nicht mehr Duschen ist natürlich keine Option. Aber die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes kann viele Liter Wasser bei jeder Dusche sparen. Und wem das zu aufwendig ist: einfach nicht länger als fünf Minuten duschen. Für das richtige Timing sorgt das Lieblingslied nebenbei oder die Stoppuhr. Und wer dann noch den Hahn während des Einseifens abdreht, spart zusätzlich zehn Kilogramm CO2 im Jahr. Am Ende hat nicht nur das Klima etwas davon, sondern auch wir selbst. Denn wer schneller duscht, ist auch schneller sauber.

Tonnenweise Wasser

„Ihhh, schon wieder Regen.“ So denken viele, wenn die großen Tropfen vom Himmel fallen. Aber Regen ist gut. Sogar sehr gut. Vor allem für Pflanzen, Bäume, Obst oder Gemüse in unserem Haus und Garten. Das weiche Regenwasser mögen die Pflanzen, zum Beispiel Rhododendron oder Geranien, besonders gern. Dafür kann das vom Dach abfließende Regenwasser einfach in eine Regentonne geleitet werden. So geht das wertvolle Nass nicht verloren und gleichzeitig verbrauchen wir weniger Trinkwasser.

Mit minimalem Aufwand schützen wir eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen und gleichzeitig auch unser Klima. Denn Wasseraufbereitung ist energieintensiv, sogar die Aufbereitung von kaltem Wasser. 18 Liter Wasser fließen in einer Minute aus einem Gartenschlauch. Das sind 7 m3 Wasser im Jahr für die Bewässerung von Pflanzen. Nutzen wir stattdessen die gleiche Menge an Regenwasser, stoßen wir fünf Kilogramm CO2 weniger aus. Geld sparen wir übrigens ganz nebenbei auch noch. Für die Tonne ist am Ende nur das Regenwasser.

Abstellen

180 Sekunden das Wasser laufen lassen. Das kann doch nicht so schlimm sein. Oder? Beim Zähneputzen bleibt deswegen häufig der Hahn auf. Trotzdem wird in dieser Zeit unnötig Wasser verbraucht. Innerhalb von fünf Minuten können das gut und gerne bis zu 20 Liter Wasser sein. Auf das Jahr gerechnet ist das ein beachtlicher Mehrverbrauch. Mehr Wasser heißt mehr Energie und das führt zu mehr CO2, das ausgestoßen wird.

Ein einfacher Tipp: beim Zähneputzen das gute alte Zahnputzglas verwenden. Die Menge im Glas reicht um auszuspülen und die Zahnbürste von der Zahnpasta zu befreien. 300 Milliliter im Gegensatz zu 20 Litern. Eine ganz einfache Entscheidung. 

Das Alumonster

Was wären unsere Reste vom Abendessen, unsere Joghurtbecher oder unsere Schokolade ohne Aluminium? Es hält andere Gerüche von Lebensmitteln fern, sorgt für eine lange Haltbarkeit und schützt. Der oberflächliche Blick zeigt eigentlich nur Vorteile.

Aber Aluminium hat einen riesen Haken: es ist nicht einfach so da und kann abgebaut werden, sondern ist immer nur Teil einer Verbindung mit anderen Stoffen. Es braucht das Erz Bauxit, was zu 60 Prozent aus Aluminium besteht, in Verbindung mit Natronlaugen wird Aluminiumoxid freigesetzt, es wird eingeschmolzen und im Elektrolyseverfahen zu Aluminium umgewandelt. So ein aufwendiges Verfahren hinterlässt ziemlich viele Spuren. Ur- und Regenwald wird abgeholzt, giftige Chemikalien werden freigesetzt und das Elektrolyseverfahren ist extrem energieaufwendig. Um ausreichend Energie zu erhalten, werden an vielen Produktionsorten große Wasser- oder Kohlekraftwerke errichtet. Aluminium ist einfach zu wertvoll, um als Wegwerfprodukt verschwendet zu werden. Lieber zweimal beim Einkauf darauf achten, Produkte ohne Aluminiumverpackung zu kaufen und zu Hause auf wiederverwendbare Vorratsdosen umschwenken.

Tickets sind auf dem Smartphone besser aufgehoben – da kann ich sie nicht vergessen und muss den Müll hinterher nicht entsorgen.
Ich achte beim Einkauf darauf, dass die Produkte aus der Region kommen oder zumindest nur kurze Transportwege haben. Gut für´s Klima und mein Gewissen.
Ich zahle lieber ein paar Euro mehr für den richtigen Anbau und sorge dafür, dass weniger Bäume gerodet werden. Gutes Gewissen inklusive.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Am Ende rentieren sich Elektroautos – für mich und das Klima. Dafür bin ich auch bereit zu investieren.
Jeder weiß, dass es besser ist, Strom aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Ich leiste meinen Beitrag.
Mir schadet es nicht, kürzer zu duschen, dann verbrauche ich nicht nur weniger Wasser, sondern bin auch schneller fertig.
Ich bewässere mit System und nutze nur das Wasser, das eh vom Himmel kommt.
Ich mache das Wasser nur kurz zum Abspülen beim Zähneputzen an. Laufendes Wasser verschwendet noch mehr Energie.
Bei mir kommen Lebensmittel in Frischhalteboxen. Die sind wiederverwendbar und praktisch.
Alufolie ist günstig und erfüllt ihren Zweck. Ich sehe nicht ein, warum ich sie nicht nutzen sollte.
Ich lasse das Wasser schön beim Zähneputzen laufen. Sind doch nur drei Minuten.
Meine Pflanzen gieße ich mit Wasser aus dem Hahn. Ich sammle doch nicht extra Regenwasser dafür.
Ich dusche laaaaaaaaange und schön heiß, sonst werde ich nicht wach. Alles andere ist egal.
Strom ist eh schon teuer genug. Ich sehe nicht ein, für sogenannten Ökostrom noch mehr zu bezahlen.
Ich zahle doch nicht Unmengen für ein Elektroauto, bei dem ich auch noch nach Steckdosen suchen muss.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
Kaffee soll nicht nachhaltig angebaut sein, sondern wach machen. Woher der kommt, interessiert mich nicht.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann kaufe ich es mir auch – egal, ob es vom anderen Ende der Welt angeliefert wird. Günstiger ist es meist auch noch.
Pfff, digitale Tickets … ich will meine Sachen ausgedruckt und schwarz auf weiß. Die Mühe mit dem Smartphone mache ich mir nicht.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.