„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Wiederholungstäter

Schon gewusst? In deutschen Haushalten liegen ca. 1.000 Euro unbenutzt rum. Und zwar in Form von Produkten, die wir nicht mehr brauchen. Ob Klamotten, Bücher, Gerätschaften oder oder oder… Unzählige Sachen werden häufig sogar einfach weggeschmissen. Bares Geld, das uns durch die Lappen geht. Und dann kommen viele brandneue Produkte obendrauf, weil wir nichts aus zweiter Hand wollen.

Das Problem bei diesem Verhalten – vom Geldverlust mal ganz zu schweigen: Für die Herstellung und Entsorgung jedes Produktes werden wertvolle Ressourcen verbraucht. Es kostet Energie, Wasser und Rohstoffe, damit wir stolze Besitzer von neuen Sachen werden und sie auch wieder loswerden können. Erdöl für Kunst- und Treibstoffe, Wasserverbrauch und Pestizide bei Baumwolle, Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung – unter den neuen Produkten leidet unser Klima. Bei einem Notebook sind das zum Beispiel 69 Kilogramm CO2 jedes Mal, wenn wir auf ein Neues, statt auf ein Gebrauchtes setzen. Auf den gleichen Ausstoß kommen wir, wenn wir 5.750 Stunden vor dem Laptop sitzen. Für Second Hand auf der anderen Seite werden nicht extra Rohstoffe produziert und dementsprechend auch weniger Ressourcen verbraucht. 

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Müll umhüllt von Müll

Jeder Deutsche produziert pro Jahr rund 213 Kilogramm Müll. Etwa zwei Drittel davon sind Verpackungsmüll. Einfach alles muss heutzutage verpackt sein. Das meiste Obst liegt in einer Plastik- oder Pappschale und ist dann nochmal von einer Plastikfolie umhüllt. Pakete aus dem Internet sind riesengroß, der Inhalt aber winzig. Chipsverpackungen versprechen viel, sind aber meistens voll leerer Luft. Die Liste könnte ewig so weitergehen. Dieser Verpackungswahn ist schlecht für das Klima und für unseren Geldbeutel, denn viel für wenig zu zahlen rechnet sich einfach nicht. Teilweise sind Verpackungen nicht zwingend erforderlich, es sieht einfach in der Auslage besser aus. Sowohl die Produktion der Verpackungen als auch der Transport und die Entsorgung belasten die Umwelt.

Das nächste Problem: Uns ist die Handhabung oft wichtiger als der Ressourcenschutz. Ein Milchbeutel würde zum Beispiel im Gegensatz zu einem Tetrapack den Müll um ein Mehrfaches reduzieren. Trotzdem findet die Mehrheit die Kartons praktischer. Die Macht ist mit uns. Wir allein entscheiden, was wir kaufen und können den Herstellern so eine Nachricht schicken.  

Hauptsache billig

Für Dreiviertel von uns ist es einfach zu verlockend: 50 Cent oder weniger für einen Liter Milch. Da greifen wir doch gleich zu. Die regionale Bio-Milch wird kaum eines Blickes gewürdigt. Gerade 2,3 Prozent der verkauften Milch ist Bio. Natürlich kommen die billigen Dumpingpreise nicht von ungefähr, die Tiere, die Bauern und das Klima sind die Leidtragenden.

Große Transportentfernungen und die erforderliche geschlossene Kühlkette sorgen für viele unfreundliche Treibhausgase in der Atmosphäre. Bei Milch gilt das Gleiche wie bei vielen anderen Produkten auch: auf Nachhaltigkeit achten, besser aus der eigenen Region kaufen und weniger, aber dafür besser, ist am Ende immer mehr.

Über den Giftwolken

Nur Fliegen ist schöner? Eher nicht. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als Flugreisen. Mit nur einem Urlaubsflug nach Teneriffa wird das Klima ähnlich stark geschädigt, wie durch ein Jahr Autofahren. 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, stammen aus dem Flugverkehr.

Und die Lösung? Einfach nicht mehr in den Urlaub fahren? Natürlich nicht. Wer auf die Flugreise nicht verzichten möchte oder kann, hat die Möglichkeit, zu jedem Flug eine Klima-Kompensation dazu zu buchen. Dabei finanzieren Passagiere Klimaschutzprojekte, die das beim Flug ausgestoßene CO2 wieder einsparen. Oder – noch besser – Urlaub in Good Old Germany. An den Walchensee in den Alpen für Karibik-Feeling, ins Auenland am Schrecksee oder zu den deutschen Niagarafällen in Triberg.

Bitte Bio

Wer glaubt, Bio ist rausgeschmissenes Geld, der glaubt falsch. Die Hälfte der Fläche in Deutschland wird für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Entsprechend groß sind auch die Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Die intensive Landwirtschaft ist verantwortlich für eine ganze Menge Treibhausgas-Emissionen – alleine in 2013 waren das 64 Millionen Tonnen CO2, also 6,7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen eines Jahres. Bio-Produkte helfen, diese Zahlen zu reduzieren, zum Beispiel indem Massentierhaltung verhindert wird.

Aber Vorsicht: Nicht überall, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Es gibt strenge Vorgaben und nur wer diese einhält, bekommt das EU-Bio-Logo auf sein Produkt. Hat ein Produkt kein EU-Bio-Logo, ist es auch kein Bio-Produkt. Das Logo erkennt man an dem Blatt auf grünem Hintergrund, das aus Sternen geformt ist.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Wasser marsch!

Nichts geht über eine heiße Dusche. Durchschnittlich duschen die Deutschen 300 Mal im Jahr. An das Klima denkt man da natürlich nicht. Tatsächlich wird aber sehr viel fossile Energie eingesetzt, um das Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Das sorgt für eine Menge CO2-Emissionen, die direkt in unserer Atmosphäre landen. Allein die Bereitstellung von warmem Wasser macht rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten aus.

Was also tun? Nicht mehr Duschen ist natürlich keine Option. Aber die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes kann viele Liter Wasser bei jeder Dusche sparen. Und wem das zu aufwendig ist: einfach nicht länger als fünf Minuten duschen. Für das richtige Timing sorgt das Lieblingslied nebenbei oder die Stoppuhr. Und wer dann noch den Hahn während des Einseifens abdreht, spart zusätzlich zehn Kilogramm CO2 im Jahr. Am Ende hat nicht nur das Klima etwas davon, sondern auch wir selbst. Denn wer schneller duscht, ist auch schneller sauber.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Fleischeslust

Morgens der Schinken auf dem Brötchen, mittags das Schnitzel zu den Pommes, abends die Hähnchenstreifen im Salat – dreimal am Tag Fleisch, sieben Tage die Woche, für die meisten keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Um die 86 Kilogramm Fleisch nimmt der Deutsche im Jahr zu sich und heizt damit die globale Erwärmung ordentlich an. Viehhaltung ist für einen Großteil der Treibhausgase Lachgas (296-mal klimaschädlicher als CO2) und Methan (25-mal klimaschädlicher als CO2) verantwortlich. Den wenigsten ist bewusst, wie schädlich jede Gabel Fleisch ist. Es gehört zum Alltag dazu.

Einige pochen auf ihr Recht, das zu essen, was sie wollen. Aber mal ganz ehrlich: Wie schlimm kann es sein, zwischendurch mal auf Fleisch zu verzichten? Bei den vielen fleischlosen Alternativen kann noch nicht mal von Verzicht die Rede sein. Ein Beispiel: Einmal pro Woche kein Fleisch zu essen, bedeutet rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen weniger im Jahr. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Also beim nächsten Griff zum Fleisch lieber zweimal darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss.

Second Hand schont meinen Geldbeutel und oft findet man richtige Schätze – besser als neu.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Verpackung kann an vielen Stellen vermieden werden. Wenn ich einkaufe, zählt weniger ist mehr.
Für meine nachhaltige, regionale Hofmilch zahle ich mit Freuden den höheren Preis.
Warum nicht Deutschland mit dem Zug entdecken? Ist auch schön und die Anreise ist viel kürzer und bequemer.
Bio kostet vielleicht mehr, aber das ist es mir wert. Ist gesünder und ich leiste einen Beitrag für ein besseres Klima.
Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Mir schadet es nicht, kürzer zu duschen, dann verbrauche ich nicht nur weniger Wasser, sondern bin auch schneller fertig.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Jeden Tag Fleisch? Vollkommen unnötig. Es gibt tolle fleischlose Gerichte. Und es ist besser fürs Klima. Perfekt.
Dreimal am Tag Fleisch ist für mich ganz normal. Schmeckt halt.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Ich dusche laaaaaaaaange und schön heiß, sonst werde ich nicht wach. Alles andere ist egal.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.
Bio-Produkte sind für mich eine Marketing-Erfindung. Dafür zahle ich nicht extra.
Urlaub in Deutschland? Keine Lust. Ich fliege möglichst weit weg, das Klima ist mir egal.
Ich kaufe gerne die billige Milch. Wie es zu dem Preis kommt, interessiert mich nicht.
Ob ich darauf achte, wie die Sachen, die ich einkaufe, verpackt sind? Nein.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Klamotten anziehen, die schon jemand vor mir an hatte? Geht leider gar nicht.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.