„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Möbelparadies?

Die großen Möbelhäuser unterbieten sich gegenseitig mit billigen Möbelpreisen. Und wir nehmen das Angebot nur zu gerne an. Dem Preis können wir am Ende einfach nicht widerstehen. Aber was holen wir uns da in unser Heim? Schließlich nutzen wir Möbel täglich. Gerade die Produktion von Möbeln aus Kunststoff kostet viel Energie. Zum Beispiel werden für die synthetisch erzeugten Stoffe Rohöl oder Erdöl verwendet. Beide Erzfeinde vom Klima. Auch bei der Entsorgung werden Treibhausgase wie CO2 freigesetzt.

Was also tun? Wir müssen ja auf irgendetwas sitzen und schlafen. Die Alternative heißt Holz. Hier ist es aber wichtig auf Holz aus nachhaltigem, kontrolliertem Anbau zu achten. Denn wenn die Möbel zum Beispiel aus Tropenholz sind, für dessen Gewinnung Regenwald abgeholzt wurde, ist es vom Schaden für das Klima vergleichbar mit Möbeln aus Kunststoff. Deswegen braucht es die nachhaltig und verantwortungsvoll betriebene Forstwirtschaft. Es wird nicht mehr Holz angebaut als letztlich verwendet wird. Man erkennt diese Möbel an dem FSC-Logo, einem Gütesiegel, welches auf der Verpackung und häufig auch direkt auf den Möbeln angebracht ist. Die richtigen Möbel wählen und damit nachts gut schlafen.

Hauptsache billig

Für Dreiviertel von uns ist es einfach zu verlockend: 50 Cent oder weniger für einen Liter Milch. Da greifen wir doch gleich zu. Die regionale Bio-Milch wird kaum eines Blickes gewürdigt. Gerade 2,3 Prozent der verkauften Milch ist Bio. Natürlich kommen die billigen Dumpingpreise nicht von ungefähr, die Tiere, die Bauern und das Klima sind die Leidtragenden.

Große Transportentfernungen und die erforderliche geschlossene Kühlkette sorgen für viele unfreundliche Treibhausgase in der Atmosphäre. Bei Milch gilt das Gleiche wie bei vielen anderen Produkten auch: auf Nachhaltigkeit achten, besser aus der eigenen Region kaufen und weniger, aber dafür besser, ist am Ende immer mehr.

Klima auf Stand-by

Er läuft und läuft und läuft. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Unser beliebter WLAN-Router. Kaum einer schaltet die Verbindung zum Internet aus, auch wenn der Router in der Nacht oder wenn man das Haus verlässt gar nicht gebraucht wird. Anscheinend ist es einfach zu anstrengend, den Stecker zu ziehen und ihn später wieder einzustecken. Die Freunde vom WLAN-Router? Alle anderen Geräte in der Wohnung, die auf Stand-by stehen und damit keineswegs ausgeschaltet sind. Genau wie der WLAN-Router verbrauchen sie den ganzen Tag und die ganze Nacht Strom.

Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Alles Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel landen im Müll, weil sie zum Beispiel eine Delle haben oder nicht unserer Vorstellung von „perfekt“ entsprechen. Jeder von uns wirft durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 230 Euro pro Jahre weg. Multipliziert mit den über 81 Millionen Einwohnern in Deutschland entsteht eine unvorstellbare Menge. Trotzdem wachsen Lebensmittel ja nicht einfach so im Kühlschrank, sondern müssen hergestellt werden. Die Folge davon: Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen – für Produkte, die einfach im Müll landen.

Unser Ziel sollte sein, so wenig Lebensmittel-Müll wie möglich zu produzieren. Dafür ist es wichtig, den Überblick über vorhandene Produkte zu Hause zu bewahren, mit einem handfesten Plan zum Einkaufen zu gehen, die Vorräte zu beschränken und nicht gleich alles wegzuschmeißen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat („mindestens“ sollte nicht mit „maximal“ verwechselt werden).

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Fleischeslust

Morgens der Schinken auf dem Brötchen, mittags das Schnitzel zu den Pommes, abends die Hähnchenstreifen im Salat – dreimal am Tag Fleisch, sieben Tage die Woche, für die meisten keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Um die 86 Kilogramm Fleisch nimmt der Deutsche im Jahr zu sich und heizt damit die globale Erwärmung ordentlich an. Viehhaltung ist für einen Großteil der Treibhausgase Lachgas (296-mal klimaschädlicher als CO2) und Methan (25-mal klimaschädlicher als CO2) verantwortlich. Den wenigsten ist bewusst, wie schädlich jede Gabel Fleisch ist. Es gehört zum Alltag dazu.

Einige pochen auf ihr Recht, das zu essen, was sie wollen. Aber mal ganz ehrlich: Wie schlimm kann es sein, zwischendurch mal auf Fleisch zu verzichten? Bei den vielen fleischlosen Alternativen kann noch nicht mal von Verzicht die Rede sein. Ein Beispiel: Einmal pro Woche kein Fleisch zu essen, bedeutet rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen weniger im Jahr. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. Also beim nächsten Griff zum Fleisch lieber zweimal darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss.

Auf Kosten des Klimas

Das T-Shirt aus Taiwan. Das Kleid aus China. Das Spielzeug aus Vietnam. Exotisches Obst aus Neuseeland und der Türkei. Unmengen an Produkten legen eine weite Strecke bis zu Ihrem Abnehmer zurück – meist gleich mit mehreren Transportmitteln, die jede Menge CO2 in die Luft blasen. Oft locken verblüffend niedrige Preise, die nur möglich sind, weil es die Produktionskosten „dank“ niedriger Löhne oder minderwertiger Materialien und Ersatzstoffe zulassen.


Es gibt also diverse Argumente, um darauf zu achten, woher sein Konsumgut kommt. Kurze Wege und die nachhaltige regionale Produktion sind nicht nur für das Klima gut, sondern kurbeln auch die regionale Wirtschaft an.

Mein Schatz

Knister. Peng. Rauch. Das Gerät hat den Geist aufgegeben. Wohin damit? In den Keller oder auf den Dachboden? Voll. Zum Elektrohof oder zum Händler bringen? Aufwendig. Also ab in den Hausmüll, wird schon irgendwann auf dem richtigen Müllhaufen landen. Falsch gedacht. Durch Elektroschrott, der nicht sachgerecht recycelt wird, gelangen unzählige Giftstoffe in den Boden. Außerdem verschwenden wir mit jedem Produkt mit einer Batterie oder einem Stecker, das wir auf den Müll werfen, wertvolle Ressourcen.

Obwohl es in Deutschland seit 2015 ein Entsorgungsgesetz für Elektroschrott gibt, das genau das verhindern soll, wird trotzdem dreimal so viel Elektronik verkauft als auf den Erfassungsstellen landet. Da kann man auch gleich einen Schatz vergraben, den man gerade erst gefunden hat. Rohstoffe, wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym landen nämlich auch im Hausmüll und können nicht recycelt und zurückgewonnen werden. Behandeln wir unseren Elektroschrott also lieber wie einen Schatz.

Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Egal, wie günstig: Möbel, die mit Erdöl hergestellt wurden und giftig sind, kommen mir nicht ins Haus.
Für meine nachhaltige, regionale Hofmilch zahle ich mit Freuden den höheren Preis.
Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch kein Internet. Der Stecker kommt immer raus. Kleinvieh macht auch Mist.
Ich versuche Essensreste zu vermeiden. Sonst ist der ganze Energieaufwand zur Herstellung für die Tonne.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Jeden Tag Fleisch? Vollkommen unnötig. Es gibt tolle fleischlose Gerichte. Und es ist besser fürs Klima. Perfekt.
Ich achte beim Einkauf darauf, dass die Produkte aus der Region kommen oder zumindest nur kurze Transportwege haben. Gut für´s Klima und mein Gewissen.
Elektromüll gehört auch ordentlich entsorgt. Finde ich nicht zu viel verlangt.
Wenn mein Toaster den Geist aufgibt, kommt er auf die Straße und wird von der Müllabfuhr abgeholt. Ganz einfach.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann kaufe ich es mir auch – egal, ob es vom anderen Ende der Welt angeliefert wird. Günstiger ist es meist auch noch.
Dreimal am Tag Fleisch ist für mich ganz normal. Schmeckt halt.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
Ich kaufe, was mir schmeckt und entscheide nicht nach Packungsgrößen. Manchmal landet etwas im Müll. Passiert.
Meinen WLAN-Router tagsüber ausstecken? Nein, danke. Ist mir zu aufwendig. Soviel Strom wird dabei schon nicht verbraucht.
Ich kaufe gerne die billige Milch. Wie es zu dem Preis kommt, interessiert mich nicht.
Ist mir gleich, wo und wie meine Möbel produziert werden… gut aussehen sollen sie.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.