„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Leihgabe

Brauchen wir unsere Kamera wirklich jeden Tag? Was ist mit einem Zelt, das wir nur einmal im Jahr benutzen? Oder unsere Bücher? Die Liste könnte ewig so weiter gehen. Wir haben viele Sachen zu Hause, die andere gut gebrauchen könnten und die wir, zumindest zeitweise, gar nicht brauchen. Warum also nicht ausleihen? Alles, was wir verleihen, muss jemand anderes sich nicht neu kaufen. Dadurch ersparen wir unserem Klima eine ganze Reihe an Belastungen. Der Suchende muss nicht in unterschiedlichen Läden suchen gehen, die er vielleicht sogar mit dem Auto aufgesucht hätte. Die Produkte müssen nicht neu hergestellt werden. Alles, was während dieses Prozesses angefallen wäre fällt weg. Und das kann je nach Produkt eine ganze Menge sein. Das Objekt unserer Begierde muss nicht erst vom Herstellungsort zu uns transportiert werden. Und zu guter Letzt: da nichts Neues entstanden ist, muss es auch nicht aufwendig recycelt werden. Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass wir mehr Platz haben, wenn wir zeitweise unseren Kram verleihen.

Das Internet macht uns zudem das Verleihen ganz einfach, sodass nicht nur unsere Nachbarn oder Verwandten profitieren. Zahlreiche Plattformen stellen den Kontakt zwischen Anbieter und Suchendem ganz unkompliziert her und sorgen dafür, dass alles mit Rechten Dingen zugeht. Einfach mal kurz zu Hause umschauen. Was wird gerade nicht gebraucht und kann verliehen werden? So kann jeder mit wenig Aufwand zum Klimaschutz beitragen.

Bitte Bio

Wer glaubt, Bio ist rausgeschmissenes Geld, der glaubt falsch. Die Hälfte der Fläche in Deutschland wird für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Entsprechend groß sind auch die Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Die intensive Landwirtschaft ist verantwortlich für eine ganze Menge Treibhausgas-Emissionen – alleine in 2013 waren das 64 Millionen Tonnen CO2, also 6,7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen eines Jahres. Bio-Produkte helfen, diese Zahlen zu reduzieren, zum Beispiel indem Massentierhaltung verhindert wird.

Aber Vorsicht: Nicht überall, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Es gibt strenge Vorgaben und nur wer diese einhält, bekommt das EU-Bio-Logo auf sein Produkt. Hat ein Produkt kein EU-Bio-Logo, ist es auch kein Bio-Produkt. Das Logo erkennt man an dem Blatt auf grünem Hintergrund, das aus Sternen geformt ist.

Topf sucht Deckel

Nervt das nicht eigentlich jeden? Nach dem Wasser aufsetzen eine gefühlte Ewigkeit darauf zu warten, dass das Wasser im Topf endlich kocht? Tja, wenn man Wasser ohne Deckel auf dem Topf aufkocht, dauert das erst mal fast doppelt so lange. Je länger es dauert, das Wasser zu erhitzen, desto mehr Strom verbraucht man während des Vorgangs. So verbraucht man mit Deckel bis zu 65 Prozent weniger Strom oder Gas. Eine ganze Menge zum Preis von einer kleinen Handbewegung.

Die Haushalte, die häufig ohne Deckel oder Wasserkocher ihr Wasser erhitzen, verbrauchen jährlich um die 315 Kilowattstunden Strom und stoßen 45 Kilogramm CO2 aus. Das muss nicht sein. So gar nicht. Zudem sollte jeder darauf achten, dass die Topfgröße zur Herdplatte passt – sonst geht Wärme verloren. Neben passenden Deckeln sorgen ebene Topf- oder Pfannenböden mit flächigem Kontakt zur Kochplatte dafür, dass die Energie bestmöglich genutzt werden kann. Also Deckel zu und das Klima kocht ein bisschen weniger.

Durchstarten

Elektroautos konnten sich bisher noch nicht wirklich auf den deutschen Straßen durchsetzen. Schade eigentlich, denn sie können ziemlich viel für das Klima tun. Ein Auto mit Verbrennungsmotor stößt um die 100-300 Gramm CO2 pro Kilometer aus, im Vergleich bringt ein Elektroauto, das mit regenerativ erzeugtem Strom geladen wurde deutlich weniger Abgase mit – nämlich gar keine.

Während sich also viele über Feinstaubalarm und sogar Fahrverbote den Kopf zerbrechen, steht man mit einem Elektroauto immer auf der Seite des Klimas und kann an allen anderen entspannt vorbeiziehen. Die Entscheidung sollte also nicht schwer fallen.

Pakete im Überfluss

Klick. Klick. Produkt bestellt. Und oft schon 24 Stunden später als Paket bei uns vor der Haustür. Online-Shopping macht uns das Einkaufen leichter. Aber auch leichter für die Umwelt? Denn die meisten von uns bestellen das Oberteil aus dem Internet nicht einmal, sondern in unterschiedlichsten Farben und Größen. Im Schnitt geht dann mindestens jedes zweite Paket bei Bekleidungskäufen im Internet wieder zurück. Das sind um die 800.000 Pakete und 400 Tonnen CO2 jeden Tag.

Selbst die Pakete, die bei uns bleiben, sind oft zusätzlich verpackt. Die Produkte kommen zudem in der Regel in viel zu großen Verpackungen. Die werden dann mit noch mehr Papier, Styropor oder Luftpolsterfolie ausgestattet, damit die Ware nicht zu Schaden kommt. Verpackungen umfassen in Deutschland und Österreich über 40 Prozent allen Papiermüllaufkommens. Das liegt vor allem am Online-Versand. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, landet in der Papierherstellung und damit auch wieder in unseren Verpackungen. Viel besser wäre es mit dem Fahrrad oder den Öffis direkt zum Geschäft zu fahren und mit dem eigenen Stoffbeutel einzukaufen. Das Klima dankt.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Jeder kennt es. Gefühlt jeder tut es. Wo man auch hinguckt, überall in unseren Städten, Parks, Grünanlagen und an Stränden lauern sie: Kippenstummel und Co. Wer hat eigentlich wann entschieden, dass die Zigarettenreste kein Müll sind? Mit einer Selbstverständlichkeit werden Filter und Rest-Tabak einfach dort hingeschmissen, wo man sich eben gerade befindet. Dabei verrotten die Reste keinesfalls, denn die Filter bestehen aus Kunststoffmikrofaser, die zusätzlich toxische Stoffe freisetzen. Diese wiederum gelangen ins Grundwasser und belasten dieses. Und nicht nur Zigarettenreste werden einfach in der Natur hinterlassen. Auch anderer Müll, wie Kaugummipapier, Taschentücher oder Reste vom Picknick werden oft rücksichtslos liegen gelassen.


Zigarettenreste sollten also, wie jeder andere Müll auch, lieber im dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgt werden als wahllos auf der Straße oder in der Natur. Wer es noch vorbildlicher machen möchte, kann sie auch nachhaltig entsorgen. Recyclingunternehmen nehmen die Stummel an und verwerten sie weiter. So entstehen neue Plastikprodukte für die kein neues Plastik produziert werden muss – das spart dann zusätzlich noch natürliche Ressourcen.

Ziemlich ätzend

Batterien sind schlecht – und trotzdem kommen wir nicht drum herum. Ganz im Gegenteil, viele Geräte können gar nicht ohne Batterien genutzt werden. Aber wenn schon Batterie, dann sollte es ein Akku sein. Nicht wiederaufladbare Batterien benötigen zur Herstellung 40 bis 500-mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung zur Verfügung stellen und sie sind auch noch 300-mal teurer als Energie aus der Steckdose.

Und wenn sie tot sind? Dann gibt es überall, wo man Batterien kaufen kann, spezielle Sammelboxen. Nur so werden Batterien sachgerecht entsorgt bzw. recycelt. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Der eigenen Faulheit nachzugeben und Batterien in den Hausmüll zu werfen, ist mehr als dumm. Die Schadstoffe in Batterien können das Nerven- und Immunsystem beeinträchtigen, die Nieren schädigen, krebserregend sein und sich in Knochen ablagern, um nur ein paar Gefahren zu nennen. Also lieber schlau sein und die Batterien beim nächsten Einkauf einfach mitnehmen.

Rasende Verschmutzung

Amerika ist vielleicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber Deutschland ist das Land der unbegrenzten Geschwindigkeit. Auf der Autobahn kann man endlich mal alles aus seinem Auto rausholen und einfach Gas geben. Aber ist es diese „Freiheit“ wert?

Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Spritverbrauch (also auch mehr Kosten), desto höher der CO2-Ausstoß. Etwa 20 Prozent der Luftverschmutzung durch Kohlendioxid kommt durch den Straßenverkehr. Wenn jeder ein bisschen vom Gas geht, können wir damit schon Millionen Tonnen einsparen. Und seien wir mal ehrlich: Wie frei ist man denn wirklich auf der Autobahn, wenn man die meiste Zeit im Stau steht, für andere Fahrer abbremsen muss oder durch Baustellen fährt? Eben. Also am besten runter vom Gas und ein paar Schadstoffe weniger ablassen.

Zahlen für Einsamkeit

Hier kommt ein Rechenbeispiel, das selbst Mathehasser lieben werden: Ein Auto mit zwei Personen benötigt für die gleiche Strecke nur halb so viel Sprit, wie zwei Autos mit je einer Person. Im Vergleich zum 1.000 Kilogramm schweren Auto fallen Personen einfach nicht ins Gewicht (es sei denn, man ist mit einer Horde Sumo Ringer unterwegs). Mit Mitfahrgelegenheiten sparen wir also richtig viel – und verringern die schädlichen Emissionen deutlich.

Über 60 Prozent der täglichen Wege von und zur Arbeitsstelle werden mit dem Pkw zurückgelegt. Aber das Verhältnis von Mitfahrern zu Fahrer liegt nur bei etwa 1:13. Damit machen wir uns selbst das Leben schwer und müssen uns mit hohen Betriebskosten, Staus im Berufsverkehr, Zeitverlust, Parkplatzsuche am Zielort und nicht zuletzt, mehr als dicker Luft zufrieden geben.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Umsonst Geld, Ressourcen und gutes Klima verschwenden, wenn ich mir das, was ich brauche auch ausleihen kann? Macht keinen Sinn.
Bio kostet vielleicht mehr, aber das ist es mir wert. Ist gesünder und ich leiste einen Beitrag für ein besseres Klima.
Mein Motto beim Kochen: Wasser rein, Deckel zu. Dann kocht es schneller und es wird weniger Energie verbraucht.
Am Ende rentieren sich Elektroautos – für mich und das Klima. Dafür bin ich auch bereit zu investieren.
Lange Transportwege und riesen Verpackungen für meistens kleine Teile: Online-Versand kommt für mich und das Klima nicht in Frage.
Zigarettenstummel und Kaugummipapier sind auch Müll. Wenn kein Eimer oder Aschenbecher in der Nähe ist, dann behalte ich meinen Müll bei mir und entsorge ihn später. So bleibt wenigstens meine Umgebung sauber und gesund.
Jeder Supermarkt hat Stationen für tote Batterien. Die nutze ich auch für meine, denn da werden sie recycelt.
Ich fahre so, dass ich möglichst wenig verbrauche. Dauert nicht viel länger, schont Geldbeutel, Nerven und Klima.
Keine Mitfahrgelegenheit zu nutzen, ist ziemlich dumm. Weniger Autos heißt weniger CO2, Stau und Verbrauch.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Ich will flexibel sein und kann gut und gerne auf andere Menschen und Small Talk auf dem Weg zur Arbeit verzichten.
Bei freigegebener Geschwindigkeit fahre ich auch schnell, dafür gibt es das schließlich.
Für Batterien extra zum Supermarkt? Dafür habe ich meinen Hausmüll.
Ich werfe meine Zigarettenstummel oder mein Kaugummipapier häufig einfach auf den Boden. Die Sachen sind so klein, das stört doch keinen – und schließlich macht das jeder so. Da kommt es auf meine Kleinigkeiten auch nicht mehr an.
Ich liebe es, viele Pakete zu bekommen – 365 Tage Weihnachten. Die ganzen Verpackungen landen im Müll. Ist doch klar.
Ich zahle doch nicht Unmengen für ein Elektroauto, bei dem ich auch noch nach Steckdosen suchen muss.
Mal ist der Deckel beim Kochen drauf, mal nicht. Ich kümmere mich nicht darum.
Bio-Produkte sind für mich eine Marketing-Erfindung. Dafür zahle ich nicht extra.
Ausleihen ist für Leute, die es sich nicht leisten können. Ich möchte meine Sachen für mich haben.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.