„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Klima am A****

Für unseren Hintern nur das Beste. So denken die meisten Deutschen. Gerade einmal 24 Prozent greifen zum recycelten Papier. Für alle anderen muss es schneeweiß und am besten 5-lagig sein – das aber für sogenanntes Frischfaserpapier jeden Tag tausende Bäume gefällt werden, ist uns völlig egal. Jeder Deutsche verbraucht stolze 18 Kilogramm Toilettenpapier im Jahr. Das ist ein Verbrauch von drei Milliarden Rollen, alleine in Deutschland. Unsere Bäume behandeln wir damit nicht besser als einen Toilettengang: runterspülen und fertig. Recycling-Papier an sich kann dagegen bis zu sieben Mal wiederverwertet werden, bevor es als klimafreundliches Toilettenpapier genutzt wird und in der Kanalisation endet. Schon bei der Produktion wird im Vergleich zu Frischfaserpapier bei 500 Blatt so viel Energie gespart, dass eine 100-Watt-Glühlampe 44 Stunden brennen könnte.

Warum also noch immer diese Abneigung? Recycling-Klopapier steht herkömmlichem Papier in nichts nach, die meisten würden den Unterschied noch nicht mal merken. Nur die süßen Küken und Häschen auf den Verpackungen vom 5-lagigen Klopapier gaukeln uns etwas anderes vor. Statt auf süße Tiere zu achten, sollte lieber nach dem „Blauen Engel“ Ausschau gehalten werden. Klopapier mit dem geschützten Zeichen wird zu hundert Prozent aus Altpapier gemacht. Kein Baum muss dafür gefällt werden. Und die verbliebenen Bäume können CO2 aus der Luft filtern und dem Treibhauseffekt entgegenwirken.

Dem Klima einheizen

Wir Deutschen lieben es zu heizen. Wir wollen schließlich keinen Schimmel und schön warm soll es auch sein. Trotzdem muss die Heizung nicht in allen Räumen und den ganzen Tag voll aufgedreht sein. Denn das Heizen allein macht 70 Prozent des Energieverbrauchs im Bereich Wohnen aus. Und der Anteil des CO2-Ausstoßes für diesen Bereich liegt bei knapp 60 Prozent. Damit ist die Heizung in Sachen Klimasünder in der Wohnung Spitzenreiter. Kein Titel, auf den man stolz sein kann.

Wie also richtig heizen? Wichtig ist, in der Nacht Vorhänge und Rollläden zu schließen. Dadurch können die Wärmeverluste um rund 20 Prozent verringert werden. So heizen wir weniger und effektiver. Die Heizung sollte aber nicht von Vorhängen verdeckt oder mit Möbeln zugestellt werden. Auch die Temperatur spielt eine große Rolle. Am besten ist es die Heizung nachts um 4 bis 5 Grad runterzudrehen, damit man Energie spart, aber trotzdem nicht zu viel Energie zum Wiederaufwärmen braucht. So heizen wir – aber richtig.

Rasende Verschmutzung

Amerika ist vielleicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber Deutschland ist das Land der unbegrenzten Geschwindigkeit. Auf der Autobahn kann man endlich mal alles aus seinem Auto rausholen und einfach Gas geben. Aber ist es diese „Freiheit“ wert?

Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Spritverbrauch (also auch mehr Kosten), desto höher der CO2-Ausstoß. Etwa 20 Prozent der Luftverschmutzung durch Kohlendioxid kommt durch den Straßenverkehr. Wenn jeder ein bisschen vom Gas geht, können wir damit schon Millionen Tonnen einsparen. Und seien wir mal ehrlich: Wie frei ist man denn wirklich auf der Autobahn, wenn man die meiste Zeit im Stau steht, für andere Fahrer abbremsen muss oder durch Baustellen fährt? Eben. Also am besten runter vom Gas und ein paar Schadstoffe weniger ablassen.

Im Druckerwahn

Der Drucker läuft und läuft. Fast keine Dokumente sind sicher und der Papiermüll stapelt sich, besonders im Büro. Pro Tag verbraucht jeder Deutsche die Papiermenge eines Harry-Potter-Buchs – ausgedruckte E-Mails und andere Dokumente sind ein großer Teil davon.

Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet. Das Schlimmste: viele davon werden vollkommen umsonst gefällt. Sechs Prozent der ausgedruckten Papiere landen ungelesen im Papierkorb – wenn der Müll überhaupt getrennt wird. Diese ungelesenen Ausdrucke, die keinerlei Zweck erfüllen, sorgen trotzdem für einen Stromverbrauch von zehn Milliarden Kilowattstunden und mehr als 655.000 Tonnen CO2-Emissionen. Wann hört diese Druckermanie endlich auf? Wann begreifen wir endlich, dass wir von den Bäumen abhängig sind? Denken vor dem Drucken, aber richtig!

Mein Schatz

Knister. Peng. Rauch. Das Gerät hat den Geist aufgegeben. Wohin damit? In den Keller oder auf den Dachboden? Voll. Zum Elektrohof oder zum Händler bringen? Aufwendig. Also ab in den Hausmüll, wird schon irgendwann auf dem richtigen Müllhaufen landen. Falsch gedacht. Durch Elektroschrott, der nicht sachgerecht recycelt wird, gelangen unzählige Giftstoffe in den Boden. Außerdem verschwenden wir mit jedem Produkt mit einer Batterie oder einem Stecker, das wir auf den Müll werfen, wertvolle Ressourcen.

Obwohl es in Deutschland seit 2015 ein Entsorgungsgesetz für Elektroschrott gibt, das genau das verhindern soll, wird trotzdem dreimal so viel Elektronik verkauft als auf den Erfassungsstellen landet. Da kann man auch gleich einen Schatz vergraben, den man gerade erst gefunden hat. Rohstoffe, wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym landen nämlich auch im Hausmüll und können nicht recycelt und zurückgewonnen werden. Behandeln wir unseren Elektroschrott also lieber wie einen Schatz.

Post für die Tonne

Fast täglich wartet in unserem Briefkasten eine unangenehme Überraschung. Die Rede ist nicht von Rechnungen, sondern von Werbepost. Es grenzt schon fast an Belästigung. Ob Prospekte, Flyer oder Angebotsblätter – unser Briefkasten ist voll davon. Und was passiert damit, wenn wir die unliebsame Post in Empfang genommen haben? Sie landet im Müll. Dabei musste die Werbepost nicht nur hergestellt werden, sondern auch irgendwie bis zu unserer Haustür transportiert werden. Dafür werden Millionen Bäume gefällt, Unmengen an Wasser und Energie verbraucht und gleichzeitig viel CO2 in die Atmosphäre entlassen.

Wir bekommen jedes Jahr 56 Kilogramm Werbepost zugeschickt. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte sind das über zwei Millionen Tonnen Papier, die jedes Jahr überwiegend für die Tonne produziert werden. Unvorstellbare Massen mit unvorstellbaren ökologischen Konsequenzen. Klar, kann man das jetzt alles auf die Unternehmen schieben, in deren Auftrag die Werbung produziert und verschickt wird, aber auch wir können etwas tun. Das Mindeste: ein Aufkleber mit „Bitte keine Werbung“. Darüber hinaus kann man die Unternehmen direkt anschreiben oder sich auf die Robinsonliste eintragen. Damit wird man von den derzeit existierenden Adressenlisten aller Werbeunternehmen gestrichten. Ein paar Klicks und dafür viele Bäume mehr.

Putzteufel

Putzen ist nervig, aber muss halt erledigt werden. Allzwecktücher oder auch feuchte Bodenwischtücher sollen uns die lästige Tätigkeit ein wenig erleichtern. So wird ein Tuch nach dem anderen aus der Verpackung gezogen, um den Schmutz vermeintlich schneller zu beseitigen.

Wirklich besser oder schneller reinigen die Tücher allerdings nicht und schlecht für das Klima sind sie auch noch. Zu ihrer Herstellung werden unglaublich viel Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe verschwendet. Einmal genutzt und schon wandern sie in den Müll – oder noch schlimmer die Kanalisation – und sind damit für den Nutzkreislauf für immer verloren. Besser auf den guten alten Wischmopp oder ein altes T-Shirt setzen. Mit jeder Reinigung schonen wir so wichtige Ressourcen und sparen ganz nebenbei einiges an Geld.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Alles Plastik, oder was?

Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber achten wir auch darauf, womit wir unser Essen zubereiten? Schneidebretter, Kochlöffel und was uns sonst in der Küche begegnet, ist nämlich in den meisten Haushalten aus Kunststoff oder anderen schädlichen Materialien. Wenn wir schon gutes Essen auf den Tisch bringen, dann sollte auch die Zubereitung gut sein. Am besten man setzt bei seinen Utensilien auf Holz. Auf nachhaltiges Holz aus der Region. Das ist nämlich besonders stabil und langlebig. 

Oder auf Olivenholz und Bambus. Olivenholz, weil es besonders robust ist und sich nur sehr langsam abnutzt. Plus: die Bäume werden erst zum Abholzen freigegeben, wenn sie keine Oliven mehr tragen. Bambus hingegen ist ein schnell nachwachsendes, ökologisches Material und kann komplett wiederverwertet werden. Selbst bei so etwas „Normalen“ wie Kochlöffeln können auf dem gesamten Lebensweg Umweltbelastungen ausgehen. Deswegen ist es wichtig, auf die richtigen Produkte zu achten. Wir klopfen auf Holz, dass das klappt.

Ich will, ich will, ich will

Jedes Obst zu jeder Jahreszeit. Auch wenn das komplett unnatürlich ist, scheint dieser Umstand für uns das Natürlichste der Welt zu sein. Noch besser: Wir beschweren uns sogar, wenn wir nicht das volle Angebot bekommen. Welche Aufwände dahinter stecken, damit wir auch im Winter alles an Früchte bekommen, ist den meisten gar nicht klar.

Obst außerhalb der Saison anzubauen, bedeutet ein Mehr an Energie- und Wasserverbrauch. Im Treibhaus wird gegenüber dem Anbau im Freiland 34-mal so viel Energie verbraucht. Noch schlimmer als Treibhäuser sind die irrsinnigen Transportwege, wenn das Obst mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem LKW oder einer Kombination aus allem in unsere Supermärkte gebracht wird. Kein Wunder, dass Obst nach teilweise monatelanger Kühlung kaum noch Vitamine und schon gar keinen Geschmack mehr hat, dafür aber nur durch die Lagerung weitere Emissionen verursacht. Warum können wir uns nicht einfach mit dem zufrieden geben, was wir haben? Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen im Sommer, Äpfel im Herbst, Quitten im Winter … das bringt ganz nebenbei auch mehr Abwechslung in den Speiseplan.

Recyceltes Papier ist nicht schlechter und ich kann beruhigt auf Toilette gehen. Wegen mir müssen nicht noch mehr Bäume sterben.
Ich heize nur wo und wenn überhaupt nötig. So habe ich weniger Verbrauch und weniger Kosten.
Ich fahre so, dass ich möglichst wenig verbrauche. Dauert nicht viel länger, schont Geldbeutel, Nerven und Klima.
Ich überlege dreimal, ob ich etwas drucke oder nicht. Meistens ist es unnötig.
Elektromüll gehört auch ordentlich entsorgt. Finde ich nicht zu viel verlangt.
Ich versuche die Absender direkt anzusprechen und die Werbepost abzubestellen. Man muss sich schon kümmern.
Ich wische mit Putzlappen und auch schon mal mit alten T-Shirts oder Handtüchern.
Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Meine Kochlöffel sind nicht aus Plastik oder billigem Holz, ich möchte etwas Nachhaltiges, das auch lange hält.
Obst und Gemüse kauf' ich regional und nach Saison. Schmeckt ohnehin besser.
Erdbeeren im Winter? Kauf' ich! Dann werden sie halt aus Spanien eingeflogen. Auch gut.
Keine Ahnung, ob meine Kochlöffel aus nachhaltigem Holz sind, interessiert mich aber auch nicht.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.
Feuchte Bodenwischtücher und Co gehören zum Putzen dazu. Die kann ich danach wegwerfen und fertig.
Ich bekomme häufig Info-Post, die ich wegschmeiße. Sind doch die Leute Schuld, die mir den Müll schicken.
Wenn mein Toaster den Geist aufgibt, kommt er auf die Straße und wird von der Müllabfuhr abgeholt. Ganz einfach.
Ob ich darüber nachdenke, bevor ich etwas ausdrucke? Warum sollte ich?
Bei freigegebener Geschwindigkeit fahre ich auch schnell, dafür gibt es das schließlich.
Im Winter läuft die Heizung in allen Räumen und 24 Stunden im Dauerbetrieb. Ich möchte es schließlich warm haben.
Wer mag schon graues und dünnes Papier am Hintern? Toilettenpapier ist bei mir weiß und mindestens 3-lagig.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.