„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Kochendes Klima

Pasta, Kartoffeln, Eier, Tee … für die unterschiedlichsten Lebensmittel brauchen wir kochendes Wasser. Und damit das Wasser schön brodelt muss unglaublich viel Energie aufgebracht werden. Das Schlimmste, was man machen kann, ist das Wasser im Topf ohne Deckel zu erhitzen. Mit Deckel verbraucht man zwei Drittel weniger Energie und spart bis zu 120 Kilogramm CO2 pro Jahr. Man sollte auch maßvoll mit dem Wasser umgehen. Es dauert nicht nur länger, größere Wassermengen zu erhitzen, es kostet natürlich auch weitaus mehr Energie. Logisch, oder?

Egal, wofür man heißes Wasser braucht: Es lohnt sich, das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen und kochend in den Topf zu schütten. Elektroherde brauchen für das Erhitzen 50 Prozent mehr Strom als ein Wasserkocher. Also die richtige Menge kaltes Wasser im (am besten stromsparenden) Wasserkocher erhitzen und man ist in Sachen „heißes Wasser“ auf der Seite unseres Klimas.

Klima auf Stand-by / PC

Mancher Computer läuft und läuft… und zwar aus Bequemlichkeit. Warum ihn überhaupt runterfahren, wenn er am nächsten Morgen wieder benötigt wird? Also laufen die Geräte in einer Art Bereitschaftsmodus weiter – die ganze Nacht, Stunde um Stunde. Dabei entstehen durch den Stromverbrauch von Netzteilen, Stromkreisen, Displays und Co sogenannte „Stand-by-Verluste“. Der Computer ist übrigens nur einer dieser Stand-by-Diebe. Auch im privaten siegt der „praktische Ruhemodus“, z. B. beim WLAN-Router und dem Fernseher. Alle „Verluste“ zusammen ergeben eine enorme Menge an unnötig verbrauchtem Strom.   


Elektrische Geräte in deutschen Haushalten ziehen 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – alleine im Stand-by-Modus. Das entspricht der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren. Den Geräten muss unbedingt der ganze Saft abgedreht werden. Dann könnten wir jedes Jahr so viel Strom sparen, wie ganz Ungarn verbraucht. Weniger Stromverbrauch bedeutet nicht nur eine niedrige Stromrechnung, sondern vor allem weniger CO2-Emissionen in der Atmosphäre.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Das Alumonster

Was wären unsere Reste vom Abendessen, unsere Joghurtbecher oder unsere Schokolade ohne Aluminium? Es hält andere Gerüche von Lebensmitteln fern, sorgt für eine lange Haltbarkeit und schützt. Der oberflächliche Blick zeigt eigentlich nur Vorteile.

Aber Aluminium hat einen riesen Haken: es ist nicht einfach so da und kann abgebaut werden, sondern ist immer nur Teil einer Verbindung mit anderen Stoffen. Es braucht das Erz Bauxit, was zu 60 Prozent aus Aluminium besteht, in Verbindung mit Natronlaugen wird Aluminiumoxid freigesetzt, es wird eingeschmolzen und im Elektrolyseverfahen zu Aluminium umgewandelt. So ein aufwendiges Verfahren hinterlässt ziemlich viele Spuren. Ur- und Regenwald wird abgeholzt, giftige Chemikalien werden freigesetzt und das Elektrolyseverfahren ist extrem energieaufwendig. Um ausreichend Energie zu erhalten, werden an vielen Produktionsorten große Wasser- oder Kohlekraftwerke errichtet. Aluminium ist einfach zu wertvoll, um als Wegwerfprodukt verschwendet zu werden. Lieber zweimal beim Einkauf darauf achten, Produkte ohne Aluminiumverpackung zu kaufen und zu Hause auf wiederverwendbare Vorratsdosen umschwenken.

Dreckiges Lifestyle-Accessoire

Ob von einer der großen Kaffee-Ketten oder vom Bäcker nebenan – der ToGo-Becher aus Papier gehört für viele morgens, mittags und zwischendurch dazu. Längst geht es dabei nicht mehr um den Kaffee, sondern darum ein modisches Statement mit dem Becher in der Hand zu setzen. Leider ist es nicht nur ein modisches Statement, sondern auch eins gegen das Klima. Denn für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Der unscheinbare Plastik-Deckel sorgt für weitere 28.000 Tonnen jährlich.

Die Alternative Mehrwegbecher nutzen leider noch viel zu wenige. Dabei nehmen die meisten Läden die Becher gerne an, füllen sie auf und geben sogar Rabatt auf den Kaffee. Einige haben ein System etabliert, bei dem Becher zur Reinigung abgegeben werden können – man erhält dafür einen anderen Mehrwegbecher. Wer also Kaffee und das Klima liebt, der schwimmt lieber gegen den Strom und gibt den Pappbechern einen Korb.

Ziemlich ätzend

Batterien sind schlecht – und trotzdem kommen wir nicht drum herum. Ganz im Gegenteil, viele Geräte können gar nicht ohne Batterien genutzt werden. Aber wenn schon Batterie, dann sollte es ein Akku sein. Nicht wiederaufladbare Batterien benötigen zur Herstellung 40 bis 500-mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung zur Verfügung stellen und sie sind auch noch 300-mal teurer als Energie aus der Steckdose.

Und wenn sie tot sind? Dann gibt es überall, wo man Batterien kaufen kann, spezielle Sammelboxen. Nur so werden Batterien sachgerecht entsorgt bzw. recycelt. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Der eigenen Faulheit nachzugeben und Batterien in den Hausmüll zu werfen, ist mehr als dumm. Die Schadstoffe in Batterien können das Nerven- und Immunsystem beeinträchtigen, die Nieren schädigen, krebserregend sein und sich in Knochen ablagern, um nur ein paar Gefahren zu nennen. Also lieber schlau sein und die Batterien beim nächsten Einkauf einfach mitnehmen.

Eiszeit

Ironisch und sehr bitter. Dadurch, dass wir Sachen falsch einfrieren und unser Eisfach nicht abtauen, fördern wir den Klimawandel und sorgen dafür, dass uns immer mehr Eis wegschmilzt. Aber wer kümmert sich schon darum, dass das Eisfach regelmäßig abgetaut wird? Wer achtet schon auf die Eisschicht in seinem Eisfach? Fakt ist, dass sich der Energieverbrauch bei starker Vereisung um rund 10-15 Prozent erhöhen kann. Deswegen gilt die Ein-Zentimeter-Regel. Spätestens ab einer Eisschicht von einem Zentimeter sollte das Gerät abgetaut werden. Damit die Kühlkette dabei nicht unterbrochen und noch mehr Energie zum erneuten Einfrieren verbraucht wird, sollte dies an kalten Wintertagen passieren oder man lagert die Produkte für kurze Zeit im Kühlschrank.

Damit wir nicht so oft abtauen müssen, sollten wir das Gefrierfach nach dem Öffnen so schnell wie möglich wieder schließen und die Speisen in luftdichter, wasserundurchlässiger Verpackung einfrieren. Und bitte: keine warmen Speisen (aber das weiß ja eigentlich jedes Kind).

Wasser marsch!

Nichts geht über eine heiße Dusche. Durchschnittlich duschen die Deutschen 300 Mal im Jahr. An das Klima denkt man da natürlich nicht. Tatsächlich wird aber sehr viel fossile Energie eingesetzt, um das Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Das sorgt für eine Menge CO2-Emissionen, die direkt in unserer Atmosphäre landen. Allein die Bereitstellung von warmem Wasser macht rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten aus.

Was also tun? Nicht mehr Duschen ist natürlich keine Option. Aber die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes kann viele Liter Wasser bei jeder Dusche sparen. Und wem das zu aufwendig ist: einfach nicht länger als fünf Minuten duschen. Für das richtige Timing sorgt das Lieblingslied nebenbei oder die Stoppuhr. Und wer dann noch den Hahn während des Einseifens abdreht, spart zusätzlich zehn Kilogramm CO2 im Jahr. Am Ende hat nicht nur das Klima etwas davon, sondern auch wir selbst. Denn wer schneller duscht, ist auch schneller sauber.

Superschurke: Plastiktüte

Die Deutschen lieben ihre Plastiktüten. 10.000 werden jede Minute verbraucht. Aber eine Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt – dann hat sie ihren Dienst getan und landet im Müll. Auf einen weiteren Einsatz wartet die Plastiktüte vergeblich, so verbraucht sie unendlich viele Ressourcen und heizt den Klimawandel an. Die meisten der Tüten, die bei uns im Umlauf sind, bestehen aus Polyethylen (PE), das aus Erdöl hergestellt wird. Nur ein winziger Teil kann recycelt werden und der Rest landet in der Natur.

Warum? Plastiktüten haben die Eigenschaft, nach der so ziemlich jeder Bösewicht aus den Comics strebt: Unsterblichkeit. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen sie langsam, sind aber immer noch nicht tot, sondern leben als Mikroplastik weiter. Über das Meer wird das von Fischen aufgenommen und die landen wiederum – wenn sie nicht an einer Überdosis Plastik verenden – auf unseren Tellern. Wir füttern uns also quasi selbst mit Plastik. Also schlüpfen wir doch lieber in unser Superheldenkostüm und sagen den Plastiktüten den Kampf an.

Billige Fasern

Für viele unserer Klamotten landen Chemikalien im Wasser, es wird klimaschädliches Polyester verwendet oder tonnenweise Wasser und Energie werden verbraucht. All das sieht man den Klamotten natürlich nicht an, aber es steckt buchstäblich in jeder Faser – etliche Substanzen schädigen selbst in kleinsten Mengen die Umwelt und das Klima. Das Etikett listet aber nur die Waschanleitung, das Material und den Produktionsort auf. Dahinter versteckt sich umwelt- und gesundheitsschädliche Chemie in Aufdrucken, Farben oder anderen Bestandteilen der Kleidung. 

Im Gegensatz dazu stehen Bio-Kleidung und Naturtextilien, bei denen so wenig umweltschädliche Stoffe wie möglich verwendet werden. Bio-Baumwolle wird zum Beispiel sehr viel nachhaltiger hergestellt als herkömmliche Baumwolle. Noch besser sind Alternative, wie Bio-Hanf oder Bio-Leinen. Bei deren Produktion wird gegenüber der üblichen industriellen Verfahren nur ein Viertel der Wassermenge von Baumwolle verbraucht. Es sind nicht nur irgendwelche Klamotten, die wir anziehen. Wir können damit tatsächlich einen Unterschied machen.

Jedes Mal zu viel Wasser aufkochen, dauert länger und verbraucht unnötig Energie. Da muss ich nur vorher meinen Bedarf checken.
Unnötig Strom verbrauchen kommt nicht in Frage. Geräte, die ich nicht nutze, kann ich auch komplett ausschalten. Das spart nicht nur Kosten. Sicherer ist es auch noch.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Bei mir kommen Lebensmittel in Frischhalteboxen. Die sind wiederverwendbar und praktisch.
Ich habe einen Mehrwegbecher, damit ich nicht noch mehr Müll produziere. Den Kaffee gibt es sogar häufig günstiger.
Jeder Supermarkt hat Stationen für tote Batterien. Die nutze ich auch für meine, denn da werden sie recycelt.
Ich taue regelmäßig mein Eisfach ab: Kühlt besser, braucht nicht so viel Energie, hält länger.
Mir schadet es nicht, kürzer zu duschen, dann verbrauche ich nicht nur weniger Wasser, sondern bin auch schneller fertig.
Bei mir kommt mein Stoffbeutel mit zu jedem Einkauf. Plastiktüten gibt’s nicht.
Ich greife zum Bio-Shirt. Da gebe ich mein Geld für etwas Gutes aus und bei der Herstellung werden weniger Ressourcen verschwendet.
Jetzt müssen auch noch Klamotten Bio sein? Ich achte darauf, ob sie mir gefallen. Mehr nicht.
10 Cent hin oder her. Mein Einkauf kommt trotzdem in eine Plastiktüte.
Ich dusche laaaaaaaaange und schön heiß, sonst werde ich nicht wach. Alles andere ist egal.
Solange mein Eisfach kühlt, sehe ich keinen Sinn darin, mir die Mühe zu machen, es abzutauen.
Für Batterien extra zum Supermarkt? Dafür habe ich meinen Hausmüll.
Mein Kaffee kommt in einen ToGo-Becher aus Pappe. Den muss ich wenigstens nicht mitschleppen oder abwaschen.
Alufolie ist günstig und erfüllt ihren Zweck. Ich sehe nicht ein, warum ich sie nicht nutzen sollte.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Meinen Computer nach Arbeitsende herunterfahren? Finde ich überflüssig. Der Stromspar-Modus muss reichen, denn so muss ich am nächsten Morgen nicht so lang warten bis er wieder hochgefahren ist.
Wo komme ich denn hin, wenn ich nur so viel Wasser aufkoche, wie ich brauche? Da mache ich nicht mit.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.