„Keinen Bock auf Klimaschutz“

Dich interessiert nicht, durch was und wie viel CO2 ausgestoßen wird? Oder bist Du einer von denen, die genau darauf achten? Mach den Test, finde heraus, wie viel dunkle Seite in Dir steckt und zeig‘ uns Deine eigenen dunkelsten Seiten.

Tonnenweise Wasser

„Ihhh, schon wieder Regen.“ So denken viele, wenn die großen Tropfen vom Himmel fallen. Aber Regen ist gut. Sogar sehr gut. Vor allem für Pflanzen, Bäume, Obst oder Gemüse in unserem Haus und Garten. Das weiche Regenwasser mögen die Pflanzen, zum Beispiel Rhododendron oder Geranien, besonders gern. Dafür kann das vom Dach abfließende Regenwasser einfach in eine Regentonne geleitet werden. So geht das wertvolle Nass nicht verloren und gleichzeitig verbrauchen wir weniger Trinkwasser.

Mit minimalem Aufwand schützen wir eine unserer wichtigsten natürlichen Ressourcen und gleichzeitig auch unser Klima. Denn Wasseraufbereitung ist energieintensiv, sogar die Aufbereitung von kaltem Wasser. 18 Liter Wasser fließen in einer Minute aus einem Gartenschlauch. Das sind 7 m3 Wasser im Jahr für die Bewässerung von Pflanzen. Nutzen wir stattdessen die gleiche Menge an Regenwasser, stoßen wir fünf Kilogramm CO2 weniger aus. Geld sparen wir übrigens ganz nebenbei auch noch. Für die Tonne ist am Ende nur das Regenwasser.

Eiszeit

Ironisch und sehr bitter. Dadurch, dass wir Sachen falsch einfrieren und unser Eisfach nicht abtauen, fördern wir den Klimawandel und sorgen dafür, dass uns immer mehr Eis wegschmilzt. Aber wer kümmert sich schon darum, dass das Eisfach regelmäßig abgetaut wird? Wer achtet schon auf die Eisschicht in seinem Eisfach? Fakt ist, dass sich der Energieverbrauch bei starker Vereisung um rund 10-15 Prozent erhöhen kann. Deswegen gilt die Ein-Zentimeter-Regel. Spätestens ab einer Eisschicht von einem Zentimeter sollte das Gerät abgetaut werden. Damit die Kühlkette dabei nicht unterbrochen und noch mehr Energie zum erneuten Einfrieren verbraucht wird, sollte dies an kalten Wintertagen passieren oder man lagert die Produkte für kurze Zeit im Kühlschrank.

Damit wir nicht so oft abtauen müssen, sollten wir das Gefrierfach nach dem Öffnen so schnell wie möglich wieder schließen und die Speisen in luftdichter, wasserundurchlässiger Verpackung einfrieren. Und bitte: keine warmen Speisen (aber das weiß ja eigentlich jedes Kind).

Wasser marsch!

Nichts geht über eine heiße Dusche. Durchschnittlich duschen die Deutschen 300 Mal im Jahr. An das Klima denkt man da natürlich nicht. Tatsächlich wird aber sehr viel fossile Energie eingesetzt, um das Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Das sorgt für eine Menge CO2-Emissionen, die direkt in unserer Atmosphäre landen. Allein die Bereitstellung von warmem Wasser macht rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten aus.

Was also tun? Nicht mehr Duschen ist natürlich keine Option. Aber die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes kann viele Liter Wasser bei jeder Dusche sparen. Und wem das zu aufwendig ist: einfach nicht länger als fünf Minuten duschen. Für das richtige Timing sorgt das Lieblingslied nebenbei oder die Stoppuhr. Und wer dann noch den Hahn während des Einseifens abdreht, spart zusätzlich zehn Kilogramm CO2 im Jahr. Am Ende hat nicht nur das Klima etwas davon, sondern auch wir selbst. Denn wer schneller duscht, ist auch schneller sauber.

Quell des Bösen

Wasser aus der Flasche ist so ziemlich das unnötigste Produkt, das von irgendwelchen schlauen Marketing-Fachleuten erfunden wurde. Denn jeder von uns hat zu Hause eine direkte Leitung zu Trinkwasser und könnte auf die Flasche verzichten.

Vielen gibt es ein gutes Gefühl, das Wasser aus der Flasche zu trinken. Dabei belastet jede einzelne Flasche unser Klima. Gekühltes Mineralwasser in der Einwegflasche hat eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes Trinkwasser aus dem Hahn. Das liegt vor allem an den Faktoren Verpackung und Transport. Zu Hause füllt man das Wasser einfach ins Glas oder in die Karaffe. In den Supermarkt kommt es in schweren und vor allem schwer abbaubaren Flaschen. Und wer noch immer nicht von Leitungswasser überzeugt ist, dem sei gesagt, dass circa 200 Liter Leitungswasser genauso viel kosten, wie zwei Liter Wasser aus der Flasche.

Schmutzige Wäsche

Mit jedem Waschgang können wir zum Klimaschutz beitragen und natürliche Ressourcen schonen. Dafür müssen wir nicht einmal auf das Waschbrett umsteigen und den nächsten Bach suchen, sondern beim Waschen nur ein paar Dinge beachten. Etwa 80 Prozent der gesamten Umweltbelastungen, die durch eine Waschmaschine verursacht werden, entstehen während ihres Gebrauchs. Natürlich kommen auch Herstellung, Transport etc. dazu, aber tatsächlich müssen wir bei uns zu Hause ansetzen.

Zum Beispiel indem wir die Trommel auch wirklich voll machen, sonst haben wir den gleichen Wasser- und Energieverbrauch für wesentlich weniger Klamotten. Es müssen auch nicht immer die hohen Gradzahlen sein, um den Schmutz zu beseitigen. Das 40 °C-Programm spart etwa 35 bis 40 Prozent Energie gegenüber dem Waschprogramm mit  60 °C  ein. Der Verzicht auf die Vorwäsche führt außerdem zu weniger Wasser, das erhitzt werden muss. Und zum Schluss: die Wäsche gut durchschleudern. Denn es braucht hundert Mal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen, als durch Schleudern. Also dann: Frohes Waschen! 

Leihgabe

Brauchen wir unsere Kamera wirklich jeden Tag? Was ist mit einem Zelt, das wir nur einmal im Jahr benutzen? Oder unsere Bücher? Die Liste könnte ewig so weiter gehen. Wir haben viele Sachen zu Hause, die andere gut gebrauchen könnten und die wir, zumindest zeitweise, gar nicht brauchen. Warum also nicht ausleihen? Alles, was wir verleihen, muss jemand anderes sich nicht neu kaufen. Dadurch ersparen wir unserem Klima eine ganze Reihe an Belastungen. Der Suchende muss nicht in unterschiedlichen Läden suchen gehen, die er vielleicht sogar mit dem Auto aufgesucht hätte. Die Produkte müssen nicht neu hergestellt werden. Alles, was während dieses Prozesses angefallen wäre fällt weg. Und das kann je nach Produkt eine ganze Menge sein. Das Objekt unserer Begierde muss nicht erst vom Herstellungsort zu uns transportiert werden. Und zu guter Letzt: da nichts Neues entstanden ist, muss es auch nicht aufwendig recycelt werden. Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass wir mehr Platz haben, wenn wir zeitweise unseren Kram verleihen.

Das Internet macht uns zudem das Verleihen ganz einfach, sodass nicht nur unsere Nachbarn oder Verwandten profitieren. Zahlreiche Plattformen stellen den Kontakt zwischen Anbieter und Suchendem ganz unkompliziert her und sorgen dafür, dass alles mit Rechten Dingen zugeht. Einfach mal kurz zu Hause umschauen. Was wird gerade nicht gebraucht und kann verliehen werden? So kann jeder mit wenig Aufwand zum Klimaschutz beitragen.

Alles Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel landen im Müll, weil sie zum Beispiel eine Delle haben oder nicht unserer Vorstellung von „perfekt“ entsprechen. Jeder von uns wirft durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 230 Euro pro Jahre weg. Multipliziert mit den über 81 Millionen Einwohnern in Deutschland entsteht eine unvorstellbare Menge. Trotzdem wachsen Lebensmittel ja nicht einfach so im Kühlschrank, sondern müssen hergestellt werden. Die Folge davon: Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen – für Produkte, die einfach im Müll landen.

Unser Ziel sollte sein, so wenig Lebensmittel-Müll wie möglich zu produzieren. Dafür ist es wichtig, den Überblick über vorhandene Produkte zu Hause zu bewahren, mit einem handfesten Plan zum Einkaufen zu gehen, die Vorräte zu beschränken und nicht gleich alles wegzuschmeißen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat („mindestens“ sollte nicht mit „maximal“ verwechselt werden).

Dreckiges Lifestyle-Accessoire

Ob von einer der großen Kaffee-Ketten oder vom Bäcker nebenan – der ToGo-Becher aus Papier gehört für viele morgens, mittags und zwischendurch dazu. Längst geht es dabei nicht mehr um den Kaffee, sondern darum ein modisches Statement mit dem Becher in der Hand zu setzen. Leider ist es nicht nur ein modisches Statement, sondern auch eins gegen das Klima. Denn für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Der unscheinbare Plastik-Deckel sorgt für weitere 28.000 Tonnen jährlich.

Die Alternative Mehrwegbecher nutzen leider noch viel zu wenige. Dabei nehmen die meisten Läden die Becher gerne an, füllen sie auf und geben sogar Rabatt auf den Kaffee. Einige haben ein System etabliert, bei dem Becher zur Reinigung abgegeben werden können – man erhält dafür einen anderen Mehrwegbecher. Wer also Kaffee und das Klima liebt, der schwimmt lieber gegen den Strom und gibt den Pappbechern einen Korb.

Möbelparadies?

Die großen Möbelhäuser unterbieten sich gegenseitig mit billigen Möbelpreisen. Und wir nehmen das Angebot nur zu gerne an. Dem Preis können wir am Ende einfach nicht widerstehen. Aber was holen wir uns da in unser Heim? Schließlich nutzen wir Möbel täglich. Gerade die Produktion von Möbeln aus Kunststoff kostet viel Energie. Zum Beispiel werden für die synthetisch erzeugten Stoffe Rohöl oder Erdöl verwendet. Beide Erzfeinde vom Klima. Auch bei der Entsorgung werden Treibhausgase wie CO2 freigesetzt.

Was also tun? Wir müssen ja auf irgendetwas sitzen und schlafen. Die Alternative heißt Holz. Hier ist es aber wichtig auf Holz aus nachhaltigem, kontrolliertem Anbau zu achten. Denn wenn die Möbel zum Beispiel aus Tropenholz sind, für dessen Gewinnung Regenwald abgeholzt wurde, ist es vom Schaden für das Klima vergleichbar mit Möbeln aus Kunststoff. Deswegen braucht es die nachhaltig und verantwortungsvoll betriebene Forstwirtschaft. Es wird nicht mehr Holz angebaut als letztlich verwendet wird. Man erkennt diese Möbel an dem FSC-Logo, einem Gütesiegel, welches auf der Verpackung und häufig auch direkt auf den Möbeln angebracht ist. Die richtigen Möbel wählen und damit nachts gut schlafen.

Wenn Reifen die Puste ausgeht…

Reifen brauchen ordentlich Druck. Sonst machen Sie nicht nur Lärm und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, sondern lassen auch unseren Spritverbrauch in die Höhe schnellen – schon ein Reifendruck, der 0,5 bar unter der vom Hersteller angegebenen Empfehlung liegt, erhöht den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Damit hören die Probleme, die Reifen machen, noch lange nicht auf. Durch Reifenabrieb fallen jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Mikroplastik an. Hinzu kommen 600.000 Tonnen Altreifen, allein in Deutschland, die aufwändig und anspruchsvoll recycelt werden müssen.

All das kann ganz einfach verhindert werden: einfach den Reifendruck regelmäßig prüfen. Die Informationen zum passenden Reifendruck befinden sich praktischerweise auf der Innenseite der Tankklappe oder im Türrahmen der Fahrertür.

Ich bewässere mit System und nutze nur das Wasser, das eh vom Himmel kommt.
Ich taue regelmäßig mein Eisfach ab: Kühlt besser, braucht nicht so viel Energie, hält länger.
Mir schadet es nicht, kürzer zu duschen, dann verbrauche ich nicht nur weniger Wasser, sondern bin auch schneller fertig.
Zwischen Leitungs- und Flaschenwasser gibt es keinen Unterschied – außer vielleicht die Klimabelastung durch Verpackung und Transport.
Ich investiere lieber ein bisschen mehr in meine Waschmaschine, damit ich weniger Wasser verbrauche.
Umsonst Geld, Ressourcen und gutes Klima verschwenden, wenn ich mir das, was ich brauche auch ausleihen kann? Macht keinen Sinn.
Ich versuche Essensreste zu vermeiden. Sonst ist der ganze Energieaufwand zur Herstellung für die Tonne.
Ich habe einen Mehrwegbecher, damit ich nicht noch mehr Müll produziere. Den Kaffee gibt es sogar häufig günstiger.
Egal, wie günstig: Möbel, die mit Erdöl hergestellt wurden und giftig sind, kommen mir nicht ins Haus.
Ich schaue beim Tanken auch nach meinen Reifen. Ist sicherer, spart Sprit und CO2.
Ich habe Besseres zu tun, als meinen Reifendruck regelmäßig zu prüfen.
Ist mir gleich, wo und wie meine Möbel produziert werden… gut aussehen sollen sie.
Mein Kaffee kommt in einen ToGo-Becher aus Pappe. Den muss ich wenigstens nicht mitschleppen oder abwaschen.
Ich kaufe, was mir schmeckt und entscheide nicht nach Packungsgrößen. Manchmal landet etwas im Müll. Passiert.
Ausleihen ist für Leute, die es sich nicht leisten können. Ich möchte meine Sachen für mich haben.
Bei meiner Waschmaschine auf den Wasserverbrauch achten? Ich glaube, da habe ich Besseres zu tun.
Wasser aus der Leitung ist für mich kein richtiges Wasser. Das muss aus der Flasche sein.
Ich dusche laaaaaaaaange und schön heiß, sonst werde ich nicht wach. Alles andere ist egal.
Solange mein Eisfach kühlt, sehe ich keinen Sinn darin, mir die Mühe zu machen, es abzutauen.
Meine Pflanzen gieße ich mit Wasser aus dem Hahn. Ich sammle doch nicht extra Regenwasser dafür.

Jeder hat eine dunkle Seite – was ist Deine?

Teile Deine dunkle Seite mit uns. Denn seien wir mal ehrlich: niemand ist perfekt. Wir alle haben uns schon mal bei kleinen oder größeren Klimasünden erwischt – uns kannst du sie alle beichten. Wir haben das helle Gegenstück zu Deiner dunklen Seite. So einfach kannst auch Du etwas für den Schutz des Klimas tun.

Tut es nicht gut, die dunkle Seite einmal loszuwerden? Fühlt sich gleich alles etwas leichter an. Wir fügen jetzt noch die helle Seite hinzu und benachrichtigen Dich per E-Mail, wenn die Aussagen Teil vom Test sind (vorausgesetzt, Du hast Deine E-Mail-Adresse angegeben).

Initiative für die helle Seite

Wir sind eine landesweite Initiative, die dem Klimawandel ganz klar den Kampf ansagt. Wir möchten das Thema Klimaschutz, als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, gemeinsam mit Dir anpacken. Wir zeigen, was NRW auf diesem Gebiet bereits leistet, wie jeder einzelne mitmachen kann und wo Potenziale liegen. Schritt für Schritt für ein besseres Klima.